Bachkantaten zum Palmsonntag
„Himmelskönig, sei willkommen!“

Gronau -

Zwei Passionskantaten von Johann Sebastian Bach erklangen am vergangenen Samstag in der Ev. Stadtkirche. Unter der Leitung von Kantor Dr. Tamás Szőcs sang das Gronauer Vokalensemble, die Solistinnen Friederike Weritz (Sopran) und Daniela Bosenius (Mezzosopran), begleitet von einem kleinen Ensemble von Instrumentalisten des Orkest van het Oosten aus Enschede. Zur Eröffnung erklang die Solokantate für Sopran und Orchester „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“. Sie baut textlich auf das biblische Gleichnis vom gerechten Verteilen des Lohns und appelliert an die Nächstenliebe eines jeden Christen, zufrieden zu sein mit den empfangenen Gaben. Um die schlanke Stimme von Friederike Weritz rankten sich mal einfühlsame Melodien der ersten Geige (Karl Sousa) und der zart geführten Flöte (Joao Ramos Martha), mal lieferte sie in virtuosen Arien ein gelungenes Wechselspiel mit dem Ensemble.

Montag, 15.04.2019, 20:55 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 21:00 Uhr
Vokalensemble und Instrumentalisten präsentieren unter Leitung von Kantor Dr. Tamás Szőcs Kantaten von Johann Sebastian Bach.
Vokalensemble und Instrumentalisten präsentieren unter Leitung von Kantor Dr. Tamás Szőcs Kantaten von Johann Sebastian Bach. Foto: privat

Als Zwischenstück erklang ein Duett von Mendelssohn-Bartholdy „Ich harrete des Herrn“ aus dem „Lobgesang“. Die beiden Solostimmen ( Friederike Weritz und Daniela Bosenius begannen versetzt ihre Partien und steigerten sich stetig, um sich in den Kadenzen fulminant zu vereinen und sich in schwebenden Höhen gegenseitig mit den eigenen Obertönen zu bereichern, weit oberhalb eines dezenten geführten Orchesterklanges.

Den Höhepunkt des Abends bildete die Kantate „Himmelskönig, sei willkommen!“ (BWV 182), die Bach im Jahr 1724 für einen doppelten Festtag komponiert hatte: die Verkündigung Mariä und Palmsonntag fielen in dem Jahr auf den gleichen Tag (25. März) und somit galt, einem doppelten Einzug und der Ankunft des Herrn zu gedenken. Nach einer langsamen Einleitung (Sonata) der zupfenden Bratschen und Continuoinstrumente mit einem darüberschwebenden Frage-Antwort-Spiel der ersten Geige und der Flöte stieg das Vokalensemble mit einem strahlenden „Himmelskönig, sei willkommen!“ im zweiten Satz ein. Fugenartig baute sich der Satz auf mit dem versetzten Einstieg der einzelnen Stimmen, um genau in der Mitte des Satzes auf einmal mit einer Stimme diesen Willkommensgruß auszurufen. Die weiteren Arien richteten den Blick vom großen Einzug auf den eigenen Glauben, damit der Herr auch in den Herzen der Menschen einen Einzug feiern möge und dafür unser Herz, wie ein „unbeflecktes Kleid“ vorbereitet sei. Der Chor kam noch zweimal zu Wort, deutlich, feierlich und gut verständlich: zunächst in einer imposanten Bearbeitung des Chorals „Jesu, deine Passion“ in der die Sopranstimme mit der Choralmelodie über die virtuos und filigran in Kleinstarbeit geführten Unterstimmen glänzte. Die Einsätze des Chors zeichneten sich in großer Klarheit und Präsenz aus. Im Schlusschor ließ Kantor Dr. Szőcs mit seinen Musikern die ganze Schwere, Gravität und Ernsthaftigkeit großer barocker Tonkunst der vorangegangenen Sätze vergessen, er führte zu einem feierlichen Tanz im Dreiertakt hinüber: „So lasset uns gehen in Salem der Freuden, begleitet den König in Lieben und Leiden“. Das Publikum dankte allen Mitwirkenden mit lang anhaltendem Applaus, heißt es in einem Bericht.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6546093?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Christina Schulze Föcking möchte nicht Landrätin werden
Landrat Klaus Effing geht - aber Christina Schulze Föcking möchte nicht übernehmen.
Nachrichten-Ticker