Richtiges Verhalten am Kreisverkehr
„Willi Freundlich“ ist gefährlich

Gronau -

Jeder Autofahrer kennt vermutlich die Situation: Kreisverkehr an der Lindenberg-Statue, Ochtruper Straße. Ein Pkw ist schon im Kreisel und will ihn verlassen. Da steht plötzlich am Straßenrand ein Radfahrer, der die Fahrbahn überqueren will. Der muss an diesem Kreisverkehr eigentlich die Vorfahrt des Pkw-Fahrers achten. Aber der Autofahrer gewährt ihm Vorfahrt. Eine nette Geste? „Grundfalsch und gefährlich“ nennt das Ludger Kremer.

Mittwoch, 17.04.2019, 09:31 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 09:40 Uhr
„Grundfalsch und gefährlich“ nennt Verkehrssicherheitsberater Ludger Kremer das Anhalten des Autofahrers, obwohl die Radfahrer eigentlich anhalten müssten. Im Bild rechts wird es richtig gemacht: Der Pkw nimmt seine Vorfahrt in Anspruch.
„Grundfalsch und gefährlich“ nennt Verkehrssicherheitsberater Ludger Kremer das Anhalten des Autofahrers, obwohl die Radfahrer eigentlich anhalten müssten. Im Bild rechts wird es richtig gemacht: Der Pkw nimmt seine Vorfahrt in Anspruch. Foto: Klaus Wiedau

Denn, so der Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizei: „Wenn der Radfahrer in diesem Kreisverkehr die Vorfahrt fünf oder sechs mal ,geschenkt‘ bekommt, dann nimmt er sie sich beim nächsten Mal ganz selbstverständlich – da werden die Regeln auf den Kopf gestellt.“ Kremer : „Und dann haben wir einen Konflikt.“ Genau diesen Konflikt hat die Polizei derzeit am Lindenberg-Kreisel, der sich wegen der falsch verstandenen Freundlichkeit von Autofahrern (Kremer nennt sie liebevoll „ Willi Freundlich “) inzwischen zu einem Unfallhäufungspunkt mausert. „Da brennt’s“, bringt Kremer die Situation auf den Punkt.

„Wir bekommen inzwischen haufenweise Beschwerden von Autofahrern, dass sich die Radfahrer nicht an die Verkehrsregeln halten.“ Dabei seien die Autofahrer nicht schuldlos an dieser Entwicklung.

Kremers klare Anweisung: Pkw-Fahrer sollten in diesem Kreisverkehr – die Regelung gilt übrigens auch im Kreisel Enscheder Straße/Königstraße – ihre Vorfahrt in Anspruch nehmen und Radfahrer die Vorfahrt beachten. „Dass schafft klare Verhältnisse auf beiden Seiten“, so der Verkehrsfachmann.

Wie schnell falsch verstandene Freundlichkeit oder selbst geschaffene Regeln für Verwirrung sorgen können, belegt Kremer übrigens auch an einem Beispiel aus Vreden. Dort habe sich eingebürgert, dass Radfahrer, die in einem Kreisverkehr mit dem Verkehr mitschwimmen, ein Handzeichen mit der linken Hand geben, um zu dokumentieren, dass sie den Kreisel nicht an der nächsten Ausfahrt verlassen, sondern im Kreisverkehr weiterfahren wollen. Auch dort komme es inzwischen zu Missdeutungen des Signals. Kremer: „Da gibt ein Radfahrer mal kein Handzeichen, fährt aber trotzdem im Kreisverkehr weiter und wird vom abbiegenden Pkw angefahren. Und dann sagt der Autofahrer: Der hat ja kein Handzeichen gegeben, also dachte ich, der verlässt den Kreisverkehr auch . . .“ Auch hier wiederholt sich Kremer, „wird die Regel auf den Kopf gestellt.“ Sein Rat: „Regelungen befolgen, nur das sorgt für Klarheit.“

  Foto: Klaus Wiedau

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6548580?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Die Sorge um den Feldhasen
Der Feldhase ist ein Meister der Tarnung:Nur selten wird man ihn so wie hier im hohen Gras entdecken. Seine Ruhelager sind meist kleine Mulden auf dem Acker. colourbox
Nachrichten-Ticker