Anfrage von MdL Wibke Brems zum Ölaustritt im Amtsvenn
Aktuell kein Ende in Sicht

Epe -

Auch fünf Jahre nach dem Ölaustritt im Eper Amtsvenn tritt an einzelnen Kontrollstellen weiter ein Öl-Wassergemisch aus dem Boden. „Das Wasser-Rohöl-Gemisch wird weiterhin bei Bedarf über einen Saugwagen abgepumpt und entsorgt. Ein Trend ist hier nicht zu beobachten“, heißt es dazu in einer Antwort der NRW-Landesregierung auf eine Anfrage der Abgeordneten Wibke Brems (Bündnis 90/Die Grünen).

Mittwoch, 17.04.2019, 18:48 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 18:50 Uhr
Mit großem Aufwand wurde im Frühjahr 2014 nach dem Ölaustritt an der Schadensbegrenzung im Amtsvenn gearbeitet. Unter anderem wurde eine rund 1,5 Kilometer lange Dichtwand in den Boden gebaut, um ein Ausbreiten des Öls über das Grundwasser zu verhindern.
Mit großem Aufwand wurde im Frühjahr 2014 nach dem Ölaustritt an der Schadensbegrenzung im Amtsvenn gearbeitet. Unter anderem wurde eine rund 1,5 Kilometer lange Dichtwand in den Boden gebaut, um ein Ausbreiten des Öls über das Grundwasser zu verhindern. Foto: Klaus Wiedau

Brems hatte – wie berichtet – im Zusammenhang mit dem Ölaustritt im April 2014 fünf Fragen an die Landesregierung gerichtet und sich unter anderem nach dem Stand der Umrüstung der Ölkavernen auf ein sichereres Doppelrohrsystem sowie nach Ergebnissen von Überwachungsmaßnahmen an Messstellen erkundigt. Wissen wollte die Grünen-Politikerin zudem, ob eine räumliche Ausbreitung des Öls in tieferen Erdschichten zu beobachten ist und ob eine im Zuge der Gefahrenabwehr 2014 eingebaute 1,5 Kilometer lange Dichtwand ihre Aufgabe erfüllt.

Aus den Antworten der Landesregierung werde deutlich, dass „alle Ölspeicher in Epe mit einer Doppelverrohrung ausgestattet und damit auf dem Stand der Technik“ seien. Brems: „Der Aufwand, der betrieben werden muss, wenn Schutzmaßnahmen nicht ausreichend vorhanden sind und Öl austritt, ist erheblich. Die Folgen dauern oftmals Jahre an, das zeigt der Ölaustritt aus dem Jahr 2014.“

Zwar könne durch den Einsatz der Dichtwand die weitere Ausbreitung des Öls über das Grundwasser verhindert werden, „aber bis heute steigt im Bereich der Austrittsstellen weiterhin ein Öl-Wasser-Gemisch auf, das gesammelt und abgepumpt werden muss. Zudem sind an einzelnen anderen Messstellen immer noch Ölbestandteile nachweisbar“, so die Landtagsabgeordnete. Ihr Fazit: „Auch wenn also die weitere Ausbreitung verhindert werden kann, so zeigen schwankende Messwerte, dass zum aktuellen Zeitpunkt kein Ende der Messung und des Abpumpens in Sicht ist.“

Bei dem Ölaustritt traten durch ein Leck in der unterirdischen Zuleitung der Ölkaverne S 5 am 12. April 2014 rund 53 Kubikmeter Öl aus. Weil der Grund für den Ölaustritt zunächst unklar war, lief im Bereich der insgesamt drei Ölaustrittsstellen eine gigantische und zig Millionen Euro teure Maschinerie zur Ursachenforschung und Schadensbegrenzung an. Inzwischen ist die Sanierung des Gebietes (2016/17) abgeschlossen. Nur Zäune, ein Hinweisschild und Kontrollschächte sind heute sichtbare Erinnerungen an den Störfall. Das Kontrollmonitoring wird hingegen auf Jahre hinaus weitergehen. Und Öl gibt es im Amtsvenn nach wie vor: Insgesamt fünf Kavernen im sind für die Speicherung von Öl im Rahmen der nationalen Energiereserve vorgesehen. Mitte 2017 waren dort rund 1,4 Millionen Kubikmeter Öl gespeichert.

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