Kritik an Atom(waffen)politik
Ostermarsch: Friedlicher Protest

Gronau -

Mit Kritik an der internationalen Atom(waffen)politik und dem Aufruf zur Schließung der Gronauer Urananreicherungsanlage hat am Freitagmittag der Ostermarsch vorm Gronauer Bahnhof begonnen. Zunächst 150 bis 200 Menschen versammelten sich dort, um anschließend zur Urananreicherungsanlage am Ortsrand von Gronau zu marschieren. „Atomwaffen ächten, Urananreicherung stoppen! Zivile Konfliktlösungen statt Aufrüstung und Rüstungsexporte“ lautete das Motto. Der Gronauer Demonstrationszug eröffnete die Serie der Ostermärsche in Nordrhein-Westfalen.

Freitag, 19.04.2019, 13:39 Uhr aktualisiert: 23.04.2019, 08:32 Uhr
Rund 150 bis 200 Menschen hatten sich am Freitagmittag beim Auftakt des Ostermarschs vor dem Gronauer Bahnhof versammelt. Sie zogen gemeinsam zur Urananreicherungsanlage am Ortsrand.
Rund 150 bis 200 Menschen hatten sich am Freitagmittag beim Auftakt des Ostermarschs vor dem Gronauer Bahnhof versammelt. Sie zogen gemeinsam zur Urananreicherungsanlage am Ortsrand. Foto: Martin Borck

Die Ärztin Dr. Angelika Claußen, Europa-Präsidentin der Internationalen Ärztevereinigung gegen den Atomkrieg (IPPNW), erinnerte an die jüngst erfolgte Kündigung von Abrüstungsverträgen und den von der Trump-Regierung verfolgten Bau kleinerer Atom-Waffen sowie den Ausbau der U-Boot-gestützten Atomwaffen. Sie betonte, dass der von Urenco angestrebte höhere Anreicherungsgrad von 20 statt bisher vier bis fünf Prozent für die zivile Nutzung die Grenzen zwischen der militärischen und zivilen Nutzung des von Urenco angereichertem Uran aufhebe. Ihrer Meinung nach könne das höher angereicherte Uran für den Antrieb von Atom-U-Booten Verwendung finden.

Für den deutschen Zweig der Organisation ICAN, die für ihr Engagement gegen die Atomrüstung 2017 den Nobelpreis erhalten hatte, setzte sich der Berliner Felix Werdermann damit auseinander, dass eine ICAN-Erklärung für einen Bundestagsausschuss durch eine gefälschte Erklärung, die aus dem Umfeld von Urenco komme, unglaubwürdig gemacht werden sollte.

Werdermann erinnerte daran, dass das Know-how der Urananreicherung nicht nur zivil genutzt werden könne. Es dürfe nicht hingenommen werden, dass im Verteidigungsministerium geplant werde, neue Kampfflugzeuge als Waffenträger für künftige Atomwaffen anzuschaffen.

Bevor die Demonstranten loszogen, stellte Marc Alexander die Gruppen vor, die sich in Belgien gegen den dortigen Pannenreaktor in Tihange engagieren. Der Liedermacher Gerd Schinkel umrahmte mit seinen Songs die Wortbeiträge und weiteren Grußworte.

Dann setzte sich der Zug, farbenfroh mit Bannern und Transparenten ausstaffiert, in Bewegung. Laut Polizei nahmen rund 250 Menschen an dem Marsch teil. Über die Neustraße, Gildehauserstraße und Kaiserstiege ging es zur Opelstraße, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

Als erster Redner gab Matthias Eickhoff aus Münster die Zielrichtung vor: „Urenco: Macht endlich dicht!“ Auch er kritisierte die geplante Anreicherung „für den amerikanischen Markt“ auf 20 Prozent. Für ihn sei unfassbar, dass das Wirtschaftsministerium in Berlin da keine Bedenken habe. Dabei habe Urenco seinen Worten zufolge doch schon lange seine Unzuverlässigkeit nachgewiesen. So habe der Pakistaner Khan aus der Almeloer Anlage die Baupläne mitnehmen können, die das pakistanische Atomprogramm erst ermöglicht habe und auch im Iran Verwendung fänden. Matthias Eickhoff erinnerte auch daran, dass ein Mitarbeiter unlängst problemlos Waffenteile in die Anlage habe schmuggeln können.

Gertrud Roth von der Katholischen Frauengemeinschaft aus Ahaus brachte ihre Sorge zum Ausdruck, dass „wir unseren Kindern und Enkeln ein fürchterliches Erbe hinterlassen“. Sie fürchte, dass die Castoren, die mit hoch radioaktivem Atommüll nach Ahaus kommen sollen, die Lebensgrundlage der kommenden Generationen zerstören.

Wie manche Redner befürwortete auch Gerd Schinkel in einem Urenco-Song, den er erstmals präsentierte, dass künftig die zivile und die militärische Nutzung der Kernenergie verwischt werde, „wenn die Kasse stimmt“. Zwei Aktivistinnen, „Irene“ und „Hanah“, berichteten von der „Beton-Aktion“ 2017, mit der sie die Bahnstrecke 17 Stunden in Richtung Urenco lang blockiert hatten. Sie boten Unterstützung an, wenn andere für ähnliche Aktionen trainieren wollen und baten um solidarische Unterstützung für den demnächst anstehenden Prozess vor dem Amtsgericht Steinfurt, bei dem es um erhebliche Schadensersatzforderungen gehe.

Für den erkrankten Michael Zobel berichtete die Aachenerin Eva Töller über die Auseinandersetzungen um den Hambacher Forst. Für die belgischen Gäste ergriff Leo Tubbax das Wort, der eine Verbindung sieht zwischen der Antiatomkraft-Bewegung, die sich für die Abschaltung der maroden Reaktoren eingesetzt, zum Beispiel in Tihange, und der Klimaschutzbewegung sieht: „Unseren Planeten ohne Gefahr für die nächste Generation weitergeben“.

Jan Schaake aus Enschede vertrat die Meinung: So wie Urenco grenzüberschreitend tätig sei, so müssten auch die Friedensbewegung und die Antiatombewegung über die Grenzen hinweg zusammenarbeiten.

Als letzter Redner überbrachte Hartmut Liebermann die Grüße der Ahauser Initiative „Kein Atommüll in Ahaus“ gegen das dortige Brennelemente-Zwischenlager. Er berichtete von den aktuellen Plänen, den Müll aus dem Reaktor in Garching in Ahaus einzulagern. Das sei besonders gefährlich, weil in Garching mit höchstangereichertem Uran hantiert worden sei. Und Ahaus sei für dieses militärisch nutzbare Uran nicht geeignet. Nach Angaben der Veranstalter und der Polizei verlief die Kundgebung problemlos.

Ostermarsch: Friedlicher Protest gegen Atomwaffen

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  • Demonstrieren für Frieden und gegen Atomkraft: Gronau machte am Karfreitag den Auftakt für die alljährlichen Ostermärsche in NRW. Die Aktivisten protestierten wieder vor der Urananreicherungsanlage. Foto: Norbert Dierkmann / mb
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