Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern
Ein neues Netz knüpfen

Gronau -

17 Vertreterinnen und Vertreter aus 14 verschiedenen Institutionen haben sich jüngst getroffen, um sich über das Thema Hilfen für Kinder psychisch oder suchtkranker Eltern auszutauschen. Eines wurde dabei schnell deutlich: Alle konnten von Berührungspunkten und Erfahrungen zu diesem Thema berichten.

Donnerstag, 25.04.2019, 06:57 Uhr aktualisiert: 25.04.2019, 07:01 Uhr
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Arbeitskreistreffens vor dem Rathaus.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Arbeitskreistreffens vor dem Rathaus. Foto: privat

Die multiprofessionelle Arbeitsgruppe war im November aus dem Fachtag des Netzwerks Frühe Hilfen entstanden. Das Spektrum der vertretenen Institutionen reicht vom Jugendamt bis zur Tagespflege und vom Sozialpsychiatrischen Dienst bis zur Polizei. Organisiert wurde das Treffen vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und dem Jugendamt der Stadt Gronau, vertreten durch Claudia Mersmann und Rainer Hülskötter, die auch bei den Fachtagen des Netzwerks Frühe Hilfen „den Hut aufhaben“.

Beim ersten Treffen, so die Organisatoren, sei es vor allem darum gegangen, dass die Teilnehmer sich und ihre Zugänge und Berührungspunkte zu dem Thema vorstellen. Dabei wurde deutlich, dass der zunächst anhand von statistischen Angaben vermutete Bedarf – beim Fachtag im November war von bis zu 400 Kindern im Bereich Frühe Hilfen die Rede – tatsächlich gegeben ist. Gleichzeitig kristallisierte sich heraus, dass es bei den Betroffenen – Helfern und Hilfebedürftigen – viele offene Fragen zum Umgang mit dem Thema gibt. Nicht zuletzt zum Umgang mit der Frage, wie man das Problem einerseits klar benennen kann, ohne damit andererseits bereits eine Stigmatisierung der Betroffenen vorzunehmen. Denn noch immer sind in unserer Gesellschaft psychische Erkrankungen oft mit Vorurteilen und Tabus behaftet.

Mit dem ausgiebigen Austausch haben die Teilnehmer zum Teil schon das gemacht, was auch auf Wunschzetteln steht, die sie anschließend schreiben durften: Vernetzung, (gemeinsame) Fortbildung, sich austauschen, voneinander profitieren wurde da unter anderem gewünscht.

„Wir werden die Wunschzettel noch genau auswerten und dann überlegen, wie wir auf die Wünsche eingehen können“, beschreiben die Organisatoren ihre „Hausaufgaben“ bis zum nächsten Treffen im September. Außerdem wollen sie überlegen, ob sie eigene, gronauspezifische Angebote zu dem Thema entwickeln können. „Patenschaften für Zeiten, in denen zum Beispiel die Mutter in die Psychiatrie muss oder einfach nicht gut drauf ist“, nennt Claudia Mersmann ein praktisches Beispiel.

Ein wichtiges Ziel der Akteure ist es, dass die Wege für die betroffenen Menschen kürzer werden. Und dass den Kindern geholfen wird – möglichst unkompliziert und ohne Stigmatisierung.

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