Landgericht bestätigt Urteil des Amtsgerichtes Ahaus
Richter glauben dem Opfer

Epe/Münster -

Ein 46-jähriger Eperaner ist vor dem Landgericht Münster mit seiner Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Ahaus gescheitert. Dort war er wegen Vergewaltigung einer heute 41-jährigen Bekannten zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Das Schöffengericht in Münster bestätigte nun das Urteil der Kollegen, die Berufung wurde verworfen. Gegen das Urteil kann noch Revision eingelegt werden.

Dienstag, 14.05.2019, 18:00 Uhr

Am dritten und letzten Verhandlungstag wurden am Dienstag zwei weitere Zeugen und eine Sachverständige gehört. Ein Zeuge untermauerte eine strittige Aussage zugunsten der Geschädigten, die auch als Nebenklägerin vertreten war. Auch die zweite Zeugin, eine Therapeutin des Opfers, stützte die Aussage der 41-Jährigen. Die Vorstellung, die Frau habe sich die Vergewaltigung nur ausgedacht, halte sie für absurd. Genau das hatte aber der Angeklagte behauptet.

Die Sachverständige hatte – im Wesentlichen auf der Grundlage der Gerichtsakte – die Aussagen des Opfers analysiert. Aufgrund von Unstimmigkeiten kam sie zu dem Schluss, es gebe keinen Beleg dafür, dass die 41-jährige Frau wirklich vergewaltigt worden sei. Es könne auch sein, dass gar nichts vorgefallen sei oder dass es zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen zwischen ihr und dem Angeklagten gekommen sei.

In seinem Plädoyer ging der Verteidiger auf das Gutachten ein. Seiner Überzeugung nach sei damit nachgewiesen, dass mehrere Aussagen der Geschädigten falsch seien. Und weil ansonsten Aussage gegen Aussage stehe, könne das Urteil nur auf Freispruch lauten. In dieser Beurteilung fühle er sich auch durch die Tatsache bestärkt, dass beim Prozess vor dem Amtsgericht Ahaus auch die Staatsanwältin auf Freispruch plädiert habe. Dementsprechend beantragte er, das Gericht möge seinen Mandanten freisprechen.

Der Staatsanwalt beurteilte die Sachlage ganz anders. Er sei überzeugt, dass sich die Tat so ereignet habe, wie die Nebenklägerin sie als sogenannte Opferzeugin geschildert habe. Unstimmigkeiten in deren Aussagen, wie die Sachverständige sie aufgezeigt hatte, könne er nicht erkennen. Im Gegenteil halte er die Erklärungen der 41-Jährigen für sehr plausibel. Er gab außerdem zu bedenken, dass es keinen nachvollziehbaren Grund dafür gebe, dass die Frau die Geschichte ihrer Vergewaltigung erfunden haben sollte. Denn allein durch die Aufarbeitung des Geschehens habe sie erhebliche Nachteile erlitten. Die Frau wurde unter anderem in ihrer Clique als Ehebrecherin und Ehezerstörerin stigmatisiert. Sie verlor ihren Freundeskreis und zog schließlich sogar um, weil sie aus der Umgebung weg wollte, in welcher der Täter weiterhin verkehrte. Der Staatsanwalt beantragte, die Berufung zu verwerfen.

„Ich hätte letzte Nacht besser geschlafen, wenn ich gewusst hätte, was der Staatsanwalt heute sagen würde“, leitete die Nebenklagevertreterin ihr Plädoyer ein. Sie stufte das Gutachten der Sachverständigen als falsch und teilweise tendenziös ein und beantragte ebenfalls, die Berufung zu verwerfen.

In seiner Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende Richter, dass Gericht gehe davon aus, dass sich die Dinge so ereignet hätten, wie von der Nebenklägerin geschildert. Dagegen seien die Aussagen des Angeklagten teilweise widerlegt beziehungsweise unglaubwürdig.

Der Richter betonte auch, er halte das Urteil des Amtsgerichtes für ausgesprochen maßvoll. Da aber nur der Angeklagte in Berufung gegangen war, sei es für die Kammer nicht möglich, die Strafe zu erhöhen.

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