Verwaltung stellt Machbarkeitsstudie im Bauausschuss vor
Neuer Wohnraum im Stadtwesten

Gronau -

Die Pläne sind nicht neu, wohl aber die Dimension und die inhaltliche Tiefe, mit der sie jetzt angegangen werden sollen. Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick stellte den Mitgliedern des Bauausschusses am Dienstag eine Machbarkeitsstudie für das „Wohnquartier am Eisenbahnweg“ vor.

Donnerstag, 16.05.2019, 19:02 Uhr
Der Bereich, um den es geht: Links das Quartier südlich des Eisenbahweges. Die helle Fläche halbrechts ist das Areal der ehemaligen Andersen-Schule.
Der Bereich, um den es geht: Links das Quartier südlich des Eisenbahweges. Die helle Fläche halbrechts ist das Areal der ehemaligen Andersen-Schule. Foto: Stadt Gronau

Konkret geht es dabei um eine Verdichtung der Bebauung im Bereich zwischen Eichenhofstraße, Eisenbahnweg, Klosterstiege und Enscheder Straße (Wohnstraße) einerseits und der ehemaligen Fläche der Hans-Christian-Andersen-Schule östlich der Eichenhofstraße.

„Man muss vielleicht mal grundsätzlich drüber nachdenken, wie wir mit den Arealen umgehen“, schickte Stadtbaurat Ralf Holtick seiner Präsentation voraus. Er erinnerte daran, dass es bereits 2013 Überlegungen für eine Bebauung (zwei Varianten) auf dem Areal der ehemaligen Hans-Christian-Andersen-Schule gegeben habe. „Das Ganze ist dann zum Stillstand gekommen“, so Groß-Holtick. Die Stadt habe sich jetzt das Quartier erneut intensiv angeschaut, „weil die Stadt Wohnbauflächen im Bestand an den Markt bringen“ müsse. Dabei gehe es nicht darum, nur das Wohnbauland zu betrachten, sondern auch die in dem Zusammenhang notwendigen Stellflächen für Autos, Mülltonnen und andere Infrastruktur zu sehen.

Stadt stellt zwei Varianten vor

Die beiden Varianten im Vergleich: Für das Quartier südlich des Eisenbahnweges (westlich der Eichenhofstraße) sieht Variante A sieben zusätzliche Reihenhäuser mit 32 Wohneinheiten (plus 210 Stellplätze) vor. Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick: „Die Wegeführung würde offen, die Parklandschaft teilweise erhalten bleiben.“ Das Quartier wäre „nach wie vor ein – im Vergleich zu vielen anderen Wohnbereichen – sehr sehr großzügig durchgrünter Bereich“. Auf dem Areal der Andersen-Schule sieht diese Variante drei Mehrfamilienhäuser mit 21 Wohneinheiten (WE), zwei Reihenhäuser mit sieben Wohneinheiten und vier Einfamilienhäuser vor. In dieser Variante würden der östlich gelegene kleine Bolzplatz (nahe Ludgerus-Kita) und der westliche größere Bolzplatz erhalten bleiben. Variante B geht für die Fläche südlich des Eisenbahnweges (westlich Eichenhofstraße) von neun Mehrfamilienhäusern mit 59 Wohneinheiten aus. Auf dem Areal der Andersen-Schule würden bei dieser Variante vier Mehrfamilienhäuser (28 WE) und zwei Reihenhäuser (7 WE) sowie ein Seniorenwohnheim (22 bis 28 Wohneinheiten, barrierefrei) entstehen.

...

Die Stadt nehme, so Groß-Holtick, für das Projekt zwar „das große Wort Nachverdichtung in den Mund, wir werden aber, wenn wir die größtmögliche Umsetzung vornehmen, immer noch unter einem Versiegelungsgrad liegen, der heute bei einem neuen Bebauungsplan absoluter Standard ist“.

Als ersten städtebaulichen Vorschlag für dieses Quartier präsentierte der Stadtbaurat zwei Varianten (siehe Infokasten), die nach seinen Ausführungen aber auch zu mischen oder in eine ganz andere Richtung zu verändern seien.

Bei der Betrachtung der Variante B geht Groß-Holtick davon aus, den östlichen kleinen Bolzplatz aufzugeben, gleichzeitig aber für den westlichen Spiel- und Bolzplatz (5000 Quadratmeter) gemeinsam mit dem Arbeitskreis Spielleitplanung ein modernes neues Gesamtkonzept zu entwickeln, „statt einen Bonsai-Spielplatz dahin zubringen“. „Sie können schon mal Kopfkino machen, was man auf der Fläche alles anstellen kann“, so der Stadtbaurat während der Präsentation mit Blick auf die Flächengröße.

Überhaupt soll nach seinem Willen das Thema Spielflächen am Standort sehr offen angegangen werden. Groß-Holtick stellt sich als Bestandteil eines neuen großen Spielplatzes neben Spielflächen für größere Kinder auch einen neuen „U-3-Spielplatz“ vor. An Kitas erfolge diese Trennung heute schon systematisch. Flächendeckend sei das nicht anzubieten, aber vielleicht in einem Wohngebiet mal exemplarisch zu entwickeln.

Der zu einer solchen großen Spielplatzlösung gehörende Bolzplatz sollte als Kunststoff-Feld ausgelegt werden, was eine intensivere Bespielung ermögliche. Eine Verschiebung der Fläche in Richtung Garagen und eine Ausstattung mit lärmmindernden Elementen würde zudem Störungen der benachbarten Wohnbebauung verhindern. Denkbar sei auch, getrennte Spielfelder für größere und kleinere Kinder anzulegen. Gedacht ist nach Groß-Holticks Worten an „jede Menge moderner Spielgeräte“. Auch ein Pavillon als Treffpunkt auf der Spielfläche sei vorstellbar. Groß-Holtick: „Mit allen Risiken und Nebenwirkungen, die wir kennen.“

Anlieger-Wünsche

Während die Politik sich jetzt zur Beratung zurückzieht, werden im Bögehold bereits Unterschriften unter einer Petition zur Bebauung des Areals der Andersen-Schule gesammelt. Die Forderungen: Wenn schon kein Erhalt der Fläche als Grünfläche möglich ist, sollte unbedingt ein breiter Grünstreifen mit Bäumen erhalten bleiben. Als Bauweise werden „Reihenhäuser“ vorgeschlagen, zudem die Schaffung ausreichender Stellplätze für die (bisherigen) Anwohner und die Erneuerung/der Erhalt des Spiel- und Bolzplatzes.

...

Ein Quartierstreffpunkt für die Bewohner könnte in einer Wohnung entstehen und Anlaufstelle für Mitarbeiter des Jugendamtes und/oder den Streetworker sein.

Für das weitere Verfahren sieht der Stadtbaurat jetzt nach der Beratung im Bauausschuss ein Beteiligungsverfahren mit Bürgerversammlung („Alles andere wäre töricht“) vor. Zudem müsse eine Abstimmung mit der LEG (Eigentümerin der angrenzenden Bebauung) erfolgen. Zu entscheiden sei auch, ob Flächen für die Bebauung verkauft oder im Wege des Erbbaurechts zur Verfügung gestellt werden sollen. Bei der Vergabe könne über die Festlegung von vertraglichen Details (etwa eine Mietpreisbindung über 30 Jahre, Form der Überlassung – Verkauf und/oder Vermietung) nachgedacht werden.

Die Politik will jetzt die Machbarkeitsstudie zunächst auf sich wirken lassen, zeigte sich in ersten Reaktionen aber von den vorgestellten Ideen angetan. Einig war sich der Ausschuss – bei einer Enthaltung – am Ende darüber, dass die Entwicklung des Quartiers ganzheitlich betrachtet werden soll, die Umsetzung aber in zwei Bebauungsplänen (einerseits Flächen westlich der Eichenhofstraße; andererseits Areal der Andersen-Schule) erfolgen soll. Der Grund: Planungen für den Bereich Andersen-Schule sind nach Meinung der Politik schneller umsetzbar als für die andere Teilfläche.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6617805?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Giulia Wahn beim ESC: „Platz 20 war Hauptgewinn“
Beim ESC landete der für San Marino startende Sänger Serhat (l.) auf Platz 20. Dennoch gab es für ihn und seine münsterische Background-Sängerin Giulia Wahn (hinten rechts) Grund zum Jubeln.
Nachrichten-Ticker