Sonderausstellung „Hopped-Up“ im Rock’n’Popmuseum wird morgen eröffnet
Die Welt der Renn- und Tanzwochenenden

Gronau -

Wer mit David Biene, Tony und Birgit Treder spricht, kann sich leicht vorstellen, eine Zeitreise in die USA der 1950er-Jahre hinter sich zu haben. Die drei sind in einer Szene zu Hause, in der sich Autoschrauber, Rockabillies und Rennfahrer tummeln – geeint im Lebensgefühl junger, meist armer US-Amerikaner der 1940er- und 50er-Jahre.

Freitag, 17.05.2019, 19:19 Uhr
Der Fotograf David Biene mit seinem Buch Hopped-Up, das auch der Ausstellung im Rock’n’Popmuseum ihren Namen gibt. Der Monteursoverall und die Tattoos sprechen für sich . . . Neben Bienes Fotos sind auch zwei Motorräder Teil der Ausstellung.
Der Fotograf David Biene mit seinem Buch Hopped-Up, das auch der Ausstellung im Rock’n’Popmuseum ihren Namen gibt. Der Monteursoverall und die Tattoos sprechen für sich . . . Neben Bienes Fotos sind auch zwei Motorräder Teil der Ausstellung. Foto: Frank Zimmermann

Kennengelernt haben die drei sich – natürlich – auf zahlreichen Treffen der Szene, bei denen Hotrod-Rennen gefahren werden, geschraubt, getanzt, gefeiert und musiziert wird. Hotrods, das sind getunte, aufgemotzte US-amerikanische Autos aus den 1920er- bis 60er-Jahren.

Das besondere an dieser kulturellen Nische: „Die Leute leben das, sie sind authentisch und müssen sich nicht verkleiden, wenn sie zu einem Treffen kommen, weil sie immer so rumlaufen“, erzählt David Biene .

15 Jahre lang war der gebürtige Warendorfer in der europäischen Hotrod-Kultur zwischen Spanien und Norwegen unterwegs und hat sie mit seiner analogen Kleinbildkamera dokumentiert. Selbst Teil der Szene, gelangen ihm ungestellte, authentische Fotos (überwiegend schwarz-weiß). „Ich wollte keine gestellten Bilder. Habe immer gewartet, bis die Menschen die Kamera akzeptiert oder gar nicht mehr wahrgenommen haben. Und weil ich immer wieder Bekannte getroffen habe, haben sie mich auch zu sich nach Hause oder in ihre Werkstatt eingeladen“, sagt der 39-Jährige, der seit über 20 Jahren als freier Fotograf in Berlin lebt.

Was Biene in seinen Bildern eingefangen hat, das können Tony und Birgit Treder aus eigener Anschauung bestätigen. Beide sind Hotrod-Rennen gefahren, sie sogar als eine der wenigen und erfolgreichsten Frauen in Deutschland. Anders als Oldtimer-Freunde, die ihre chromglänzenden Schätzchen mal für eine Schönwetter-Ausfahrt aus der Garage holen, haben die Hotrod-Fans einen anderen Ansatz: „Die Leute bauen und restaurieren die Karren nach ihrem Geschmack und fahren auch Rennen damit. Da kann auch mal was kaputt gehen“, sagt Tony Treder. Er und Birgit Treder haben ihren Fokus inzwischen von Autos auf Motorräder verschoben. Zwei ihrer Maschinen – eine rote Indian Scout, Baujahr 1940, und eine Silberne aus dem Jahr 1939 – haben sie zur Ausstellung im Rock’n’Popmuseum beigesteuert. Außerdem wird die Ausstellung akustisch angereichert mit Tonaufnahmen von einem Hotrod-Rennen sowie mit Rock’n’Roll und Rockabilly aus der Zeit.

Die Fotoausstellung „Hopped-Up“ wird am heutigen Samstag um 16 Uhr mit einer Hotrod- und Motorrad-Show eingeleitet. Dazu gibt’s Würstchen, Bier und Musik von DJ Mr. Q. Weiter geht’s mit der offiziellen Eröffnung um 18 Uhr im Café des Museums. Anschließend dürfen sich die Besucher gegen 20 Uhr auf ein Konzert mit Keith Dunn and the Lars Vegas Band im Musikclub Turbine freuen. Der Eintritt zum Konzert kostet zehn Euro, ist allerdings für jene Besucher frei, die mit ihren Hotrods (bis Baujahr 1965) vor dem Rock’n’Popmuseum vorfahren. „Die Ausstellung ist richtig geil geworden, ich freue mich schon drauf“, so David Biene am Donnerstag.

► Die Sonderausstellung ist bis zum 25. August im Rock’n’Popmuseum zu sehen. Aber das vielversprechende Eröffnungsprogramm eben nur heute . . .

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