Bauausschuss-Debatte
Erhalt von Oststraße 23 denkbar?

Epe -

Die Verwaltung will hart bleiben, Teile der Politik suchen hingegen offenbar nach einer „diplomatischen“ Lösung: Während der Sitzung des Bauausschusses wurden in dieser Woche in Sachen Denkmalschutz für die Häuser Oststraße 23 und 25 neue Vorschläge in die Debatte eingeführt.

Samstag, 18.05.2019, 15:17 Uhr aktualisiert: 19.05.2019, 15:04 Uhr
Das Haus Oststraße 21 (vorn die Reste) ist Geschichte. Über die Zukunft des Gebäudes dahinter (Oststraße 23) diskutierte jetzt einmal mehr der Bauausschuss.
Das Haus Oststraße 21 (vorn die Reste) ist Geschichte. Über die Zukunft des Gebäudes dahinter (Oststraße 23) diskutierte jetzt einmal mehr der Bauausschuss. Foto: Klaus Wiedau

Die Verwaltung will hart bleiben, Teile der Politik suchen hingegen offenbar nach einer „diplomatischen“ Lösung: Während der Sitzung des Bauausschusses wurden in dieser Woche in Sachen Denkmalschutz für die Häuser Oststraße 23 und 25 neue Vorschläge in die Debatte eingeführt. Unter anderem, so die Anregung von Ratsmitglied Dr. Chris Breuer ( SPD ), soll die Verwaltung prüfen, ob auch der Kauf (und Erhalt) der beiden Immobilien durch die Stadt eine Option sein könnte.

Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick hatte zuvor die Haltung der Stadt bekräftigt. Danach will die Kommune das nach Meinung der Denkmalfachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) denkmalwerte Haus Oststraße 23 nicht erneut in die Denkmalliste eintragen. „Es gibt keine neue Sach- und Rechtslage“, so Groß-Holtick, der einmal mehr auf die komplizierte Vorgeschichte verwies (WN berichteten).

Die Gebäude Oststraße 21, 23 und 25 wurden am 7. Oktober 1992 in die Denkmalliste der Stadt Gronau eingetragen. Widersprüche der Eigentümer führten damals zu einer erneuten Prüfung des Denkmalwerts durch den Landschaftsverband. Da als Ergebnis der Prüfung der Denkmalwert verneint wurde, wurden die Gebäude im Dezember 1993 aus der Denkmalliste ausgetragen.

Genau auf diese Tatsache hebt die Stadt jetzt bei ihrer Entscheidung ab, das Gebäude Oststraße 23 nicht in die Denkmalliste einzutragen. „Wo ist der rechtliche Ansatz, zu sagen, das Gebäude muss wieder in die Denkmalliste rein“, fragte Groß-Holtick. Und: „Der Eigentümer hat einen Anspruch darauf, dass wir seine Interessen schützen“, machte er deutlich, dass ein Bürger auf Entscheidungen von Behörden vertrauen können müsse. Der Eigentümer genieße insofern Vertrauensschutz. Wenn der LWL die Auffassung vertrete, seine Sicht der Dinge durchsetzen zu wollen, dann solle der Landschaftsverband den nächsten Schritt gehen. Ob die LWL-Verantwortlichen indes den sogenannten Ministerentscheid herbeiführen lassen, hält Groß-Holtick für fraglich. Denn: Die sich daraus ergebenden möglichen Konsequenzen hätten Auswirkungen auf andere Kommunen, in denen es ähnlich gelagerte Vorgänge geben könnte.

Trotz der von der Verwaltung vorgetragenen Bewertung der Sach- und Rechtslage votierten einzelne Politiker im Bauausschuss für den Erhalt der Immobilie: „Retten wir doch in der Stadt das ganz wenige, was noch zu retten ist“, so der Appell von Herbert Krause (Pro Bürgerschaft/Piraten). „Ein Erhalt durch die Eigentümer wäre optimal“, so seine Bewertung. „Es kann dafür auch ganz pfiffige Lösungen geben“, pflichtete Werner Bajorath (SDP) ihm bei. Ins gleiche Horn stieß auch Rainer Reimer (SPD): „Ich fände es für die Eper Historie schön, wenn zumindest diese beiden Gebäude erhalten werden könnten.“

Dem hielt Jörg von Borczyskowski (UWG) entgegen, dass die singuläre Betrachtung des LWL der falsche Ansatz sei. Wenn das gesamte Ensemble und dessen auffällige Schrägstellung der Aspekt der Betrachtung gewesen wären, hätte sich daraus nach Meinung des UWG-Sprechers ein städtebaulicher Ansatz für den Erhalt ableiten lassen können. Jetzt aber sei Haus 21 abgerissen, 25 zum Abbruch freigegeben. Bei dieser singulären Betrachtung bleibe nur Haus 23 übrig. „Das ist der Knackpunkt“, so von Borczyskwoski.

Fragen aus dem Ausschuss, ob die Verwaltung etwas über weitere Pläne der Eigentümer am Standort des Hauses 23 kenne, verneinte Groß-Holtick. „Wir haben mit den Eigentümern keine Gespräche geführt.“ Auch seien „keine Pläne bekannt“.

Den Ankauf-Gedanken von Dr. Breuer und eine mögliche Verkauf-Bereitschaft der Eigentümer soll jetzt die Verwaltung ausloten. Über das weitere Prozedere hätte – sollte es dazu kommen – dann aber der Haupt- und Finanzausschuss zu entscheiden.

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