Ausstellung im Rock‘n‘Popmuseum
Die Kultur des Selbermachens

Gronau -

Eine neue Ausstellung ist am Samstag im Rock‘n‘Popmuseum eröffnet worden. Im Mittelpunkt steht die Hot-Rod-Szene und damit die Kultur des „Selbermachens“.

Montag, 20.05.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 18:38 Uhr
Draußen gab es neben Oldtimern auch diese zwei Hot Rods zu sehen. Im Rock‘n‘Popmuseum wurde derweil die Ausstellung mit Bildern des Fotografen David Biene eröffnet.
Draußen gab es neben Oldtimern auch diese zwei Hot Rods zu sehen. Im Rock‘n‘Popmuseum wurde derweil die Ausstellung mit Bildern des Fotografen David Biene eröffnet. Foto: Norbert Diekmann

Im gut besuchtem Foyer des Rock‘n‘Popmuseums stellte Museumskurator Dr. Thomas Mania am Samstag den Fotografen David Biene vor. Der Berliner mit münsterländischen Wurzeln hat vor zehn Jahren einen Bildband „Hopped-Up“ mit seinen Fotos aus der Hot-Rod-Szene veröffentlicht. Bilder aus diesem Buch, mit der klassischen Kleinbildkamera in schwarz-weiß aufgenommen, werden – um einige neuere Motive ergänzt – seit Samstag im Großformat in einer Sonderausstellung bis um 25. August im Rock‘n‘Popmuseum präsentiert ( WN berichteten).

Im Gespräch bei der Ausstellungseröffnung betonte der Fotograf Biene, dass sein Buch kein Autobuch im herkömmlichen Sinne sei. Die Fotos des Bildbandes – und damit auch der Ausstellung – konzentrieren sich auf die Menschen. Er wolle eine Kultur zeigen, die durch das „Selbermachen“ gekennzeichnet sei. In der Hot-Rod-Szene treffen sich Menschen, die als „Schrauber“ billige, alte Autos nach ihren eigenen Vorstellungen renntauglich machen. Zu dieser Kultur gehöre die entsprechende Musik der 50er-, 60er- Jahre, ebenfalls selbst gemacht.

Bevor die Gäste der Eröffnungsausstellung, unter ihnen auch Bürgermeister Reiner Doetkotte, sich auf den Weg zur Fotoausstellung im Obergeschoss des Museums machten, gaben Keith Dunn and the Lars Vegas Band eine Kostprobe ihres Könnens. Mania nutzte die Gelegenheit, um noch einmal werbend auf das abendliche Konzert im Musikclub Turbine hinzuweisen.

In den Stunden vor der Ausstellungseröffnung hatten Besucher bereits die Möglichkeit, an der Allee vor dem Rock‘n‘Popmuseum Oldtimer und andere alte Autos zu besichtigen. Während die Oldtimer-Freunde viel Zeit und Geld dafür aufwenden, ihre „Schätzchen“ im Originalzustand präsentieren zu können, war die Hot-Rod-Szene in den USA der Nachkriegszeit eher aus Geldmangel entstanden. Man wollte mit den Autos Rennen fahren. Dafür besorgte man sich möglichst günstig alte Wagen, vorzugsweise von Ford – etwa das weit verbreitete Modell T oder noch besser: einen Ford A – baute einen neuen, möglichst starken Motor ein und optimierte diese Gefährte durch rennsportgerechte Umbauten dann für die beliebten Beschleunigungsrennen. Und das alles in Eigenarbeit der Schrauber.

Vom Ford A aus den Zwanzigern bis zum Volvo aus den 60er-Jahren, daneben einige historische Motorräder: Für die Präsentation an der Allee war eine ansehnliche Auswahl an Fahrzeugen zusammengekommen, die Museumsbesucher und Passanten in ihren Bann zog. Im Hintergrund sorgten Würstchen, Bier und Musik von DJ Mr. Q. für die passende Stimmung.

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