Herbert Krause fordert seit 17 Jahren einen weiteren Haltepunkt an der Bahnstrecke
Im Osten nichts Neues

Gronau -

Manche Dinge dauern lange, manche länger: Seit 17 Jahren wird Herbert Krause nicht müde, sich für eine weitere Haltestelle an der Bahnlinie Gronau-Münster im Gronauer Stadtwesten zu engagieren. Jetzt hat er neue Hoffnung. . .

Donnerstag, 23.05.2019, 20:35 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 21:00 Uhr
Noch rauscht der Zug auf dem Weg von und nach Münster an einem möglichen Haltepunkt Gronau-Ost (in Höhe des Heerweges) vorbei. Seit 17 Jahren engagiert sich Herbert Krause für die Einrichtung eines solches Haltepunktes.
Noch rauscht der Zug auf dem Weg von und nach Münster an einem möglichen Haltepunkt Gronau-Ost (in Höhe des Heerweges) vorbei. Seit 17 Jahren engagiert sich Herbert Krause für die Einrichtung eines solches Haltepunktes. Foto: Klaus Wiedau

Das muss man Herbert Krause lassen: Wenn er sich mal in ein Thema verbissen hat, ist er beharrlich wie ein Terrier auf Rattenjagd. Beispiel gefällig? Seit 17 Jahren (!) verfolgt er mit einer Mischung aus Sturheit und Willensstärke seine Forderung, im Gronauer Stadtosten einen weiteren Haltepunkt an der Bahnlinie nach Münster einzurichten.

Hoffnungsschimmer Machbarkeitsstudie

Aktuell schöpft Krause neue Hoffnung, dass es damit etwas werden könnte. Denn: Im Haushalt 2019 der Stadt sind 20 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie ausgewiesen. Vergeben ist der Auftrag dafür allerdings noch nicht, wie André Homölle , Leiter des Fachdienstes Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, auf Anfrage der WN-Redaktion mitteilte. Grund dafür seien aktuelle Überlegungen, die mit Blick auf eine möglichen Ausbau der Strecke, die Elektrifizierung und eine Weiterführung bis nach Zwolle zusammenhängen, so Homölle.

Anträge, Sitzungsunterlagen und Pressebericht zum Thema „Haltepunkt Ost“ füllen inzwischen einen Aktenordner in Krauses Archiv. Durch Trennblätter nach Jahren sortiert, ist hier die Beharrlichkeit nachzublättern. Der älteste Eintrag stammt aus dem Jahr 2002: In einem Sitzungsprotokoll ist da die Rede von Verbesserungen im Schienennahverkehr und von der möglichen Einrichtung einer Haltestelle Gronau-Ost. Die Prüfung des Bedarfs dafür hatte Krause seinerzeit angeregt.

Seitdem ist der Kommunalpolitiker der Wählergemeinschaft „Pro Bürgerschaft“ am Thema dran. Inzwischen gibt es Beschlüsse des Gronauer Bauausschusses und des Kreistages für das Projekt – aber immer noch keine Haltestelle. Das hängt auch damit zusammen, dass die Deutsche Bahn die für einen solchen Haltepunkt notwendige Infrastruktur schaffen muss. Und auch die Kosten spielen sicher eine Rolle: Rund eine Millionen Euro wurden 2009 für einen solchen Haltepunkt veranschlagt. Nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz waren diese Kosten damals mit einer 90-prozentigen Förderquote versehen.

Vor Jahren zwei Varianten skizziert

Aktuell setzt Krause auf den Hoffnungsschimmer, dass eine Machbarkeitsstudie das Ziel näher rücken lassen könnte. Favorisiert wurde die neue Haltestelle bisher im Bereich des Heerweges. Dort waren in einer Grobplanung zwei Varianten – eine westlich und eine östlich des Heerweges – vorgesehen. Ob die damals angedachte östliche Variante angesichts der an diesem Standort zwischenzeitlich erfolgten Bebauung noch machbar ist, muss sich zeigen. Denkbar wäre aber auch die Verlegung des Haltepunktes in den Bereich der Vereinsstraße.

Egal, wo die Haltestelle am Ende entstehen sollte: Für Krause steht seit 17 Jahren fest, dass ein solcher Haltepunkt für die Menschen im Gronauer Stadtosten vorteilhaft wäre. Er denkt da etwa an Pendler, die täglich mit dem Zug nach Gronau kommen, ihren Arbeitsplatz aber im Stadtosten haben. Sie könnten durch einen Haltepunkt im Osten Zeit sparen. Zugleich wäre nach seiner festen Überzeugung damit eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs und der Parkprobleme verbunden. Krauses Hoffnung: „Dass es nicht noch einmal 17 Jahre dauert, bis aus einer guten Idee Wirklichkeit wird.“

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