Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick und Planungschef Joachim Krafzik beim Heimatverein
Beeindruckende Aufgabenvielfalt

Epe -

Zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Denkmalschutz und Denkmalpflege hatte der Heimatverein Epe ins Heimathaus geladen. Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick und der Leiter des Planungsamtes, Joachim Krafzik, standen Rede und Antwort.

Montag, 27.05.2019, 10:00 Uhr
Volles Haus beim Infoabend des Heimatvereins.
Volles Haus beim Infoabend des Heimatvereins. Foto: privat

Der Vorsitzende des Heimatvereins, Wilhelm Kemper , wies darauf hin, dass für den Heimatverein Epe der Denkmalschutz eine wichtige Aufgabe sei. Diese Aufgabe sei auch in seiner Satzung verankert, und er erwarte, dass auch die Stadt diesem Anliegen angemessen Rechnung trage, heißt es in einem Bericht des Heimatvereins.

Krafzik erläuterte in einer fachlichen Präsentation die Funktionsweise des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege. Jede Gemeinde sei zuständig, müsse sich aber auch Rat bei den Fachbehörden einholen. Ausdrücklich sei der Denkmalschutz keine kommunale Selbstverwaltungsaufgabe. Es gelte, sich an die rechtlichen Bestimmungen zu halten. Ein Bauwerk müsse nicht besonders alt oder schön sein, könne aber trotzdem ein Denkmal sein. Die Erhaltung eines Denkmals müsse für den Eigentümer zumutbar sein; dazu gebe es Fördermittel, die nicht besonders üppig ausgestattet seien. „Hier gelte es aber auch zunehmend nach dem Prinzip Fördern und Fordern vorzugehen“, ergänzte Groß-Holtick. „Man könne vom Eigentümer nicht immer nur fordern, man müsse ihn dann auch fördern.“

Aus den Zuhörerreihen kam der Gedanke, dass auch das Recht geschichtlichen Entwicklungen unterworfen sei. In unterschiedlichen Zeiten sehe man dasselbe Gebäude unterschiedlich: Das Bewusstsein für Denkmäler habe sich schließlich über Jahre hinweg geändert. So wäre zum Beispiel das Gronauer Rathaus vor 20 Jahren sicher nicht unter Denkmalschutz gestellt worden. Und so müsse man eben auch Gebäude in geschichtlichen Dimensionen betrachten.

Ralf Groß-Holtick ging auf die Projekte ein, die vor allem in Epe aber auch in Gronau geplant seien und die in der Bauverwaltung und den städtischen Gremien zur Diskussion ständen. Dazu gehörten unter anderem die Umgehungsstraße Epe, die Erweiterung der Gewerbegebiete, das Gewässerentflechtungskonzept, das Wohnraumprojekt Germania, das Baugebiet Steenkuhle, das Sportgebiet Bülten, die mögliche Aussiedlung von Altex und die Synagoge, deren Konzeptentwicklung auf einem guten Weg sei.

Besonders bemerkenswert sei es, dass – anders als in vielen anderen Gebieten NRWs – Epe und Gronau laut der Pestelstudie (siehe Kasten) eine aufstrebende Stadt sei. Es gebe viele zusätzliche Einwohner. Dass weitere vier Kindertagesstätten errichtet werden müssten, sei ein offensichtlicher Beleg dafür, dass Gronau eine junge, aufstrebende Stadt sei. Auch müsse der Schulentwicklungsplan, der die Schülerzahlen und den Bedarf an Schulraum näher qualifiziere und benenne, fortgeschrieben werden.

Die Referenten informierten über das Drio und weitere Projekte, die im Stadtteil Gronau geplant seien. Sie seien tatsächlich mit Arbeit gut eingedeckt; es sei aber spannend und ermutigend, in einer so aufstrebenden Stadt zu arbeiten und Projekte umzusetzen, die der Rat ihnen in Auftrag gegeben habe.

Insgesamt beeindruckten die beiden Referenten durch ihre Fachkompetenz und durch ihre anpackende Art. Die Anwesenden machten durch ihre Beiträge zum Denkmalschutz und zur Denkmalpflege wertvolle Anmerkungen und lieferten Diskussionsbeiträge. Und so konnte der Vorsitzende Wilhelm Kemper sich am Ende der fast dreistündigen Veranstaltung im Namen der Anwesenden bedanken. Er gab den beiden Herren mit auf den Weg, dass der Heimatverein rechtzeitig über neue Projekte informiert werden möchte, damit er Ideen einbringen könne.

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