Ratsentscheidung zur Innenstadtentwicklung
Mehrheit hält am modifizierten Drio-Konzept fest

Gronau -

Festhalten am modifizierten Drio-Konzept oder das Projekt zu den Akten legen und nach Alternativen für die Innenstadtentwicklung suchen? Diese Frage wurde am Mittwochabend im Stadtrat kontrovers diskutiert.

Mittwoch, 26.06.2019, 23:28 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 18:44 Uhr
Ansicht des veränderten Drio-Konzeptes von der Konrad-Adenauer-Straße aus.
Ansicht des veränderten Drio-Konzeptes von der Konrad-Adenauer-Straße aus. Foto: Hoff und Partner

Festhalten am modifizierten Drio-Konzept oder das Projekt zu den Akten legen und nach Alternativen für die Innenstadtentwicklung suchen? Diese Frage wurde am Mittwochabend im Stadtrat kontrovers diskutiert. Die Entscheidung fiel am Ende – kurz vor 22 Uhr – in einer Kampfabstimmung. Die „Gestaltungsmehrheit“ aus CDU , UWG und FDP setzte sich dabei mit Unterstützung durch die fraktionslose Gabi Drees mit 23:15 Stimmen durch: Die Bauleitplanung soll auf der Grundlage des modifizierten Drio-Konzeptes weitergeführt werden. Zudem wurde die Verwaltung beauftragt, die Verträge (Grundstückskaufvertrag und städtebaulicher Vertrag) mit den Drio-Investoren weiter auszuverhandeln. Die finale Entscheidung will der Rat dann im September treffen.

Vertreter der „Gestaltungsmehrheit“ betonten, dass das Drio-Projekt auch in der modifizierten Variante – die eine Ausweitung der Dienstleistungsflächen und eine Reduzierung der offenbar nicht zu vermarktenden Einzelhandelsflächen vorsieht – geeignet sei, um die dringend notwendige Initialzündung für die Belebung der Gronauer Innenstadt auszulösen. Im Übrigen gebe es keine konkreten anderen Lösungen, das Drio-Projekt sei insofern alternativlos. Einzelne Mitglieder machten indes auch deutlich, dass sie ihre Zustimmung nur unter „Bauchschmerzen“ erteilen.

Die Gegner – Sprecher von SPD, Linke, Pro Bürgerschaft/Piraten und GAL – hielten dagegen: Sie haben, so der Tenor der Aussagen, den Glauben an das Projekt verloren, von dem immer noch viel zu wenig Details bekannt seien. Außerdem habe nach ihrer Ansicht das modifizierte Konzept nichts mehr mit den ursprünglichen Planungen für die Innenstadt zu tun. Von daher sei es richtig, die Zusammenarbeit mit den Drio-Investoren jetzt zu beenden.

Die Drio-Verantwortlichen äußerten sich in einer am späten Abend veröffentlichen Pressemitteilung zur Entscheidung des Rates. Darin heißt es: „Der Rat hat dem modifizierten Konzept und den Vertrags-Eckpunkten für das Drio zugestimmt – bis auf wenige Punkte. Diese hat der Rat nun als Bedingung für die weitere Verfolgung des Projektes gestellt.“ Für die Projektentwickler bedeute diese Entscheidung, dass eine Neubewertung nötig sei: „Jetzt müssen wir beurteilen, ob das Projekt mit den geänderten Bedingungen des Rates so für uns realisierbar ist“, erklärten Ingo Hoff, Geschäftsführer von Hoff und Partner, und Michael Garstka, Geschäftsführer von List Develop Commercial.

Sie machten aber auch deutlich: „Für uns bleibt das Drio ein Herzensprojekt. Daher werden wir der Stadt schnellstmöglich unsere Rückmeldung geben.“

Rückblick: In der Ratssitzung Mitte Mai dieses Jahres hatten die Investoren das angepasste Konzept für das Drio vorgestellt. Dieses beinhaltet eine Teilung des ursprünglichen Drio 1 in zwei Gebäudeteile sowie das Eigentum des Drio 3 auf dem Kurt-Schumacher-Platz in kommunaler Hand zu belassen. Damit wurde auch die Überarbeitung der Eckpunkte für den Grundstückskaufvertrag notwendig.

 

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