VHS-Frauenkino zeigt: Der Vorname
Wie soll das Kind denn heißen?

Gronau -

Darf man im Deutschland des 21. Jahrhunderts sein Kind Adolf nennen? Diese grundsätzliche Frage stellt Sönke Wortmanns amüsant-entlarvende Gesellschaftskomödie „Der Vorname“.

Montag, 01.07.2019, 18:52 Uhr aktualisiert: 01.07.2019, 19:14 Uhr
Regisseur Sönke Wortmann hat mit seiner Neuverfilmung der französischen Vorlage von Alexandre De La Patellière und Matthieu Delaporte (Originaltitel „Le Prénom“ von 2012) eine spannende Frage aufgegriffen.
Regisseur Sönke Wortmann hat mit seiner Neuverfilmung der französischen Vorlage von Alexandre De La Patellière und Matthieu Delaporte (Originaltitel „Le Prénom“ von 2012) eine spannende Frage aufgegriffen. Foto: Constantin

Denn an der provokanten Namenswahl für ein ungeborenes Kind entzündet sich die Diskussion bei einem Familienessen, bei dem die Situation sehr schnell eskaliert.

Doch zurück zum Anfang: Der Literaturprofessor Stephan, Vertreter des Bildungsbürgertums, der viel auf seine geistige Überlegenheit gibt, und seine Ehefrau Elisabeth haben zum Abendessen gebeten. Eingeladen sind Elisabeths Bruder Thomas und dessen schwangere Freundin Anna. Hinzu kommt René, der beste Freund der Familie, der wie ein Bruder mit Elisabeth und Thomas aufgewachsen ist. Als die Frage nach dem Namen des ungeborenen Kindes von Anna und Thomas aufkommt, erklärt der Vater, dass es „Adolf“ heißen solle.

Darüber bricht ein gewaltiger Streit aus, in dessen Verlauf pikante Wahrheiten ausgesprochen werden und verschiedenste Geheimnisse ans Licht kommen. Ein Feuerwerk an verbalen Spitzen, die von einem Reizthema zum nächsten führen, lässt am Ende des Abends nicht nur Worte durch die gutbürgerlichen Räume fliegen. . .

In dem Ensemblestück dominieren nicht Lösungsbemühungen den Dialog, sondern gegenseitige Schuldzuweisungen und zunehmende Radikalisierung – nur zu oft der Mechanismus vieler öffentlicher Debatten unserer aufgeregten Zeit.

Regisseur Wortmann bringt in seiner Neuverfilmung der Vorlage von Alexandre De La Patellière und Matthieu Delaporte (Originaltitel „Le Prénom“ von 2012) mit pointiertem Wortwitz und grandiosem Ensemble (u.a. Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz und Iris Berben) nicht nur die heile Fassade einer Familie zum Bröckeln, sondern führt auf amüsante Art die aufgeheizte gesellschaftliche Atmosphäre in Bezug zur neuen Rechten vor Augen.

Der Film läuft am morgigen Mittwoch um 19.30 Uhr im Cinetech an der Mühlenmathe. Der Eintritt beträgt 6,50 Euro, inklusive einem Glas Sekt oder Orangensaft im Anschluss.

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