Evangelischer Posaunenchor von 1886 auf Zeitreise in Berlin
„Auch im Osten trägt man Westen“

Gronau/Berlin -

Die Musiker des evangelischen Posaunenchores von 1886 unternahmen jetzt mit ihren Angehörigen eine mehrtägige Fahrt nach Berlin. Die Fahrt wurde dank des interessanten Programms, das vom Organisationsteam vorbereitet worden war, zu einer Reise durch die Vergangenheit.

Mittwoch, 03.07.2019, 08:00 Uhr
Auf der Straße gaben die Musiker des Posaunenchores von 1886 für einen langjährigen Freund in Berlin ein Konzert.
Auf der Straße gaben die Musiker des Posaunenchores von 1886 für einen langjährigen Freund in Berlin ein Konzert. Foto: Posaunenchor von 1886

Die „Zeitreise“ begann im Schloss Sanssouci in Potsdam, wo die im Rokoko-Stil des Großen Fritz ausgestatteten Räume bewundert wurden. Im Paradiesgarten von Park Sanssouci befindet sich sogar eine Rekonstruktion eines römischen Stibadiums. Aus der gleichen Zeit, die die Antike wieder aufleben ließ, stammt auch der Berliner Dom. Hier gab es ein Wiedersehen mit dem ehemals in Gronau tätigen Pastor Thomas C. Müller , der dort eine Andacht hielt, die der Posaunenchor musikalisch mitgestaltete. Anschließend führte Pastor Müller den Chor durch den Dom bis hinauf in die Kuppel, von der man einen wunderbaren Blick über die Mitte Berlins hat. Dabei ließ er die Geschichte des Doms und der Dom-Gemeinde aufleben.

In Hohenschönhausen folgten die Teilnehmer der Fahrt einem Zeitzeugenbericht. Der ehemalige Häftling Gilbert Furian, bei der Staatssicherheit unter dem Decknamen „Schreiber“ geführt, erzählte Geschichten, die einem die Eiseskälte den Rücken herunter laufen ließ, wie es im Bericht des Posaunenchores über die Fahrt heißt. Aus einem seiner Bücher stammt die Überschrift dieses Textes.

In der Gethsemane-Kirche berichtete eine Zeitzeugin über die Zeit des Umsturzes, die friedliche Kerzenrevolution von 1989, die zur Wiedervereinigung führte. In ihren Ausführungen wurde sehr deutlich, dass die Menschen in ihrem Land in Wahrheit und Ehrlichkeit und ohne Angst leben wollten. Dafür kämpften sie. Sie schafften eine Vernetzung der Widerstandsgruppen in verschiedenen Städten mit Hilfe der Kirche. Abends wurde im Kabarett „Die Distel“ gelacht. Im Friedrichstadtpalast ging es in die Zukunft bei einer Show mit Tanz und Akrobatik.

Gleichzeitig fand in Berlin und Potsdam die Fete de la Musique statt. Auf Straßen und Plätzen erklang Musik. Auch der Posaunenchor beteiligte sich: Er überraschte einen langjährigen Freund bei seinem Lieblingsitaliener mit einem Ständchen auf der Straße. Anschließend wurde italienisch getafelt.

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