Entlassfeier am Driland-Kolleg
Aufrecht durchs Leben gehen

Gronau -

Sie sind berufstätig, haben ihren Vollzeitjob als Erzieherin oder Berufssoldat. Daneben haben sie sich in den vergangenen zwei bis vier Jahren auf den Mittleren Schulabschluss, auf die Fachhochschulreife oder das Abitur vorbereitet. Das war manchmal hart, wenn spätabends nach Feierabend um 21.15 Uhr noch der Biologie-Unterricht am Driland-Kolleg begann. 62 Studierende nahmen jetzt aus der Hand des Schulleiters Oliver Keesen ihre Zeugnisse in Empfang.

Montag, 08.07.2019, 10:00 Uhr
Neben den Zeugnissen erhielten die Absolventen des Driland-Kollegs auch eine Rose zum Abschied.
Neben den Zeugnissen erhielten die Absolventen des Driland-Kollegs auch eine Rose zum Abschied. Foto: Norbert Diekmann

Begrüßt wurden die Absolventen und Gäste durch die stellvertretende Schulleiterin Daniela Schwan, die an die alte lateinische Weisheit erinnerte: „Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir.“ Sie stellte heraus, dass Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen erworben wurden und ermunterte die Absolventen: „Machen Sie etwas daraus, gehen Sie einen aufrechten Gang für ein erfolgreiches Leben.“

Zwischen den Redebeiträgen gab es Auftritte von Charlotte Büscher mit Gitarre und Gesang.

Als Vertreter der Stadt ergriff der stellvertretende Bürgermeister Werner Bajorath das Wort. „Ihre Gesichter spiegeln das Glück wider“, da die Abgänger auf eine erfolgreiche zeit am Kolleg zurückblicken können. Bajorath verwies auf die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, die das Grundrecht auf das „Streben nach Glück“ festgeschrieben hat und wünschte den Studierenden: „Bleiben Sie weiter unterwegs zu Zielen und Visionen“, die Sie glücklich machen.“

Die Absolventen

Folgende Schülerinnen und Schüler aus dem WN-Verbreitungsgebiet haben in diesem Jahr den Abschluss am Driland-Kolleg gschafft:  Elsa Graciete Afonso, Louis Almhana, Ninva Dayan, Bianca Hamachers, Mursal Hannan, Philipp Härtig, Zainab Jawadi, Toni Korkis, Melanie Möllers, Dilama Mousa, Justin Tallig, Firas Yaghi (alle Gronau), Mohammad Saabih (Ochtrup),Andreas Barenbrock, Matheus Felipe da Silva, Zoe Deijs, Fathi Mustafa, Patricia Schulte (alle Ahaus), Tashana Charleen Mercan (Heek)  Sabrina Groschek (Schöppingen), Jingji Pei, Leon Vennemann, SerifenurYagli, Daniela Yar, Samir Youssef (alle Gronau), Tatjana Mitkos (Heek)  Christoph Buhl (Neede/NL; Jahrgangsbester mit Note 1.0); Dilber Akbulut, Robin Bryjak, Raina Dabbous, Pascal Dünwald, Phillip Grochowiak, Monique Hahn, Christina Lamczak, Julia Kerst, Anna-Lena Kerst, Laura Klemm, Rolande Ute Pambou, Sahera Yarbug(alle Gronau), DennisVath (Ahaus), Lena Stohldreier (Ochtrup)

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Sodann blickten die Klassenlehrer und Schülervertreter der drei Bildungsgänge in munterem Wechsel auf die Schuljahre zurück. Während Reinhard Gevers, der am Standort Ahaus für den Weg zum Mittleren Schulabschluss verantwortlich war, den guten Zusammenhalt in der Klasse trotz zahlreichen Wechsel in der Zusammensetzung der Gruppe hervorhob, dankte Bianca Hamachers für die Geduld der Lehrer, betonte aber auch, an die Adresse ihrer Mitschüler gewandt: „Ihr könnt stolz auf euch sein, Gut gewappnet werdet ihr künftige Herausforderungen meistern.“

Ein unterhaltsamer Höhepunkt war der Auftritt der „Zwei alten Damen“, die vor langer Zeit im Jahr 2019 Beratungslehrerinnen der Fachhochschulgruppe waren. Sie erinnerten sich gut an die Solidarität der Schüler, an den „privaten Nahverkehr“, ein Fahrdienst eines Mitschülers, weil es keinen direkten ÖPNV zwischen Schöppingen und Gronau gibt. Sie hoben die Aktivitäten der Studierendenvertretung hervor und erwähnten den Nachhilfe-Unterricht, den Studierende untereinander organisierten, sowie das Engagement in den Arbeitsgemeinschaften.

Die Sprecherin der Abiturienten, Aileen Große, bezeichnete das Lehrerkollegium als „tolles Team“, ohne das die Studierenden nicht ans Ziel angekommen wären.

„Wenn ich hier stehe, wird es langsam ernst“, meinte Schulleiter Oliver Keesen zu Beginn seiner Rede. Mit Benjamin Britten verglich er das Lernen mit dem Rudern gegen den Strom. Wer aufhört, treibt zurück. Das Lernen werde weitergehen, auch wenn am Driland-Kolleg wichtige Grundlagen für die Zukunft erworben worden seien. Kurz streifte er die Bedeutung der einzelnen Unterrichtsfächer, ohne Sprachkompetenz sei man „fremd im eigenen Haus“. Wer die Sprache der Mathematik verstehe, verstehe es, klar und präzise zu denken. Im Geschichtsunterricht werde klar: Zukunft braucht Herkunft. Bildung bedeute mehr als Information, Daten, Fakten. Selbstständiges Denken, Verstehen und Bewerten helfe gegen Hetze. Wichtig dabei die Erfahrung: „Lernen kann Spaß machen.“

Bevor Keesen den Studierenden die Zeugnisse aushändigte, betonte er, dass eine Zeugnisnote ein Urteil über eine schulische Leistung sei, kein Urteil über die Person. Und wünschte den Absolventen, dass sie bei ihren künftigen Zielen ebenso gut ankommen.

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