Letzter Jahrgang der Hauptschule wurde entlassen
Der letzte Vorhang für die Anne-Frank-Schule ist gefallen

Gronau -

Ein letzter Gong für die Anne-Frank-Schule. Nach 51 Jahren wurde die Hauptschule am Samstag mit der Verabschiedung der letzten Schüler geschlossen. Dabei ging es emotional zu.

Sonntag, 07.07.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 08.07.2019, 09:11 Uhr
Schlüsselübergabe: Bürgermeister Rainer Doetkotte (li.) nahm den symbolischen Schlüssel aus den Händen von Schulleiter Josef Ferling entgegen.Vom Lehrer zum Pennäler mutierte Hennes Flormann, der auf Platt Dönekes aus seinem eigenen Schülerleben zum Besten gab.
Schlüsselübergabe: Bürgermeister Rainer Doetkotte (li.) nahm den symbolischen Schlüssel aus den Händen von Schulleiter Josef Ferling entgegen.Vom Lehrer zum Pennäler mutierte Hennes Flormann, der auf Platt Dönekes aus seinem eigenen Schülerleben zum Besten gab. Foto: Christiane Nitsche

Der letzte Gong ertönte um 18.11 Uhr. „Das war‘s“, sagte Josef „Jupp“ Ferling. „Das war die Anne-Frank-Schule“, verkündete der mit diesem Moment zum Ex-Schulleiter gewordene Mathe- und Sportlehrer. 24 Jahre war Ferling Lehrer an der Anne-Frank-Schule, sieben Jahre hat er sie geleitet, davon zwei als Konrektor. Nun also Schulschluss.

Lehrer, Schüler, Ehemalige und zuletzt noch im Dienst gewesene waren am Samstag zum Schulgelände an der Konrad-Adenauer-Straße gekommen, um Abschied zu nehmen, von „ihrer“ Schule.

Rainer Doetkotte nimmt Schlüssel entgegen

Bevor Ferling den symbolhaften Schulschlüssel an Bürgermeister Rainer Doetkotte überreichte, erinnerte er an das Leitbild der Schule, das sie sich mit ihrem Namen gegeben hatte. „Er steht gegen Hass und Ausgrenzung, gegen Rassismus und Antisemitismus und vor allem Gewalt.“ Gerade hier sei immer der Versuch gemacht worden, alle zu inkludieren und zu integrieren.

Ferling erinnerte stellvertretend für viele Schülerschicksale an „Ali“ – einen, der nie still sitzen konnte, der Chaos verbreitete, den Kaspar machte, bis er dank der Zirkus-AG der Schule eine Aufgabe fand, die ihn fesselte. „Er hat den Abschluss geschafft und ist nach einigen Aufs und Abs Baustellenleiter bei Straßen NRW geworden.“

Alle mussten lernen, miteinander auszukommen.

Josef Ferling, Leiter der Anne-Frank-Schule

Oft sei es schwer gewesen, das wolle er offen zugeben. „Alle mussten lernen, miteinander auszukommen.“ Er hoffe, dass weiterhin „Menschen stark werden gegen Hass, Gewalt, Ausgrenzung, Rassismus.“ Und dass die Erinnerung an Anne Frank aufrecht erhalten bliebe.

Anne-Frank-Schule Gronau wird geschlossen

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  • Es ist der letzte Jahrgang der Anne-Frank-Schule Gronau, der am Samstag verabschiedet wurde. Die Schule wird geschlossen. Foto: Christiane Nitsche
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  • Es ist der letzte Jahrgang der Anne-Frank-Schule Gronau, der am Samstag verabschiedet wurde. Die Schule wird geschlossen. Foto: Christiane Nitsche
  • Es ist der letzte Jahrgang der Anne-Frank-Schule Gronau, der am Samstag verabschiedet wurde. Die Schule wird geschlossen. Foto: Christiane Nitsche

So bekam denn jeder Besucher eine Kastanie überreicht, sinnbildlich für den Baum, den Anne Frank in ihrem Amsterdamer Exil vor dem Fenster sah. Ein Ableger dieser Kastanie, die in Amsterdam 2010 einem Sturm zum Opfer fiel, überreichte Ferling an seinen Vorgänger Alois Diekmann, „mit der Bitte, dem Anne-Frank-Haus diesen Ableger zur Verfügung zu stellen. Ein weiterer Ableger soll einen Platz im Garten der Schule erhalten.

Er sei sicher, dass auch über die Schließung der Schule hinaus Anne Frank Wegweiserin bleiben werde, kommentierte Bürgermeister Rainer Doetkotte diese Geste. Er erklärte sich im Namen der Stadt dankbar für die Arbeit, die die Lehrer hier über 51 Jahre hinweg geleistet haben. Das „kleine Geschenk“ der Kastanie werte er als „große Geste“, so Doetkotte. „Denn so hat jeder die Chance, seinen eigenen Kastanienbaum zu pflanzen“, sagte er. „Und was gibt es Schöneres als ein so lebendiges Zeichen als Erinnerung an Anne Frank und an die Anne-Frank-Schule?“

Anne-Frank-Schule hatte eine Vorreiterrolle

Schulamtsdirektor Michael Ballmann wandte sich in persönlichen Worten des Dankes an Josef Ferling und die Lehrerschaft. Die Schule habe eine Vorreiterrolle in Sachen Integration und Inklusion im Kreis eingenommen. Ballmann: „Die Anne-Frank-Schule hat ihren pädagogischen Auftrag erfüllt.“

Wie zur Bestätigung gab es im Festprogramm neben Songs von Stefan Busch und Uwe Kronenfeld und einer kabarettistischen Einlage von Ex-Lehrer Hennes Flormann als platt-kürender Pennäler mit Tornister und kurzen Hosen Beiträge ehemaliger Schüler. So sang Sarah Kesenci bühnenreif „Shallow“. Das Duo Lena und Lea zeigte, was es im Workshop mit Rapper Dennis Buss gelernt hatte. Und Ramin, der zum Anlass passend das Jahrgangs-Shirt mit dem Slogan „Die Besten gehen zum Schluss“ trug, rappte gekonnt: „Sei stark, sei tolerant, wir arbeiten zusammen Hand in Hand.“

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