Sozialpraktikum im Haus Morgenstern
Von Mensch zu Mensch

Gronau -

Vier Schüler aus Gronau haben kräftig angepackt und dabei das Haus Morgenstern für Menschen mit Demenz des Roten Kreuzes im Kreis Borken kennengelernt: Gabriel Demir (15), Johan Tunc (16), Malte Thomas (16) und Fynn Wiggenhorn (15) bauten im Garten des Hauses an der Vereinsstraße 79 in Gronau ein Hochbeet – und das mit roten Betonsteinen in Kreuzform.

Montag, 15.07.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 15.07.2019, 17:28 Uhr
Nach vielen Arbeitsstunden steht das Steinbeet mit roten Betonsteinen in Kreuzform. Von links: Martina Röttger-Hölscher, Hausbewohnerin Margret Holz, Gabriel Demir, Malte Thomas, Bewohnerin Hildegard Scholz sowie Johan Tunc und Therapiehund Gustav, der Silke Peters-Hüging gehört. Es fehlt Fynn Wiggenhorn.
Nach vielen Arbeitsstunden steht das Steinbeet mit roten Betonsteinen in Kreuzform. Von links: Martina Röttger-Hölscher, Hausbewohnerin Margret Holz, Gabriel Demir, Malte Thomas, Bewohnerin Hildegard Scholz sowie Johan Tunc und Therapiehund Gustav, der Silke Peters-Hüging gehört. Es fehlt Fynn Wiggenhorn. Foto: Horst Andresen

„Wir hatten uns vorgenommen, etwas Bleibendes zu schaffen“, erzählt Gabriel Demir beim Pressetermin auf der Hausterrasse von Haus Morgenstern, in dem elf Bewohner mit Demenz oder Pflegeschwerpunkt leben. „Da sind wir auf die Idee gekommen, solch ein Beet anzulegen“, sagt Malte Thomas ; seine Mutter ist Floristin, da färbt ein sogenannter „grüner Daumen“ schon eher ab. Johan Tunc erklärt: „Das Projekt gehört zu einem halbjährigen Sozialpraktikum an unserer Schule, die Vorbereitungen reichten bereits ins erste Schulhalbjahr hinein.“ Die Vier sind aus Gronau und gehen in die zehnte Klasse des Missionsgymnasiums St. Antonius in Bardel.

Die Bewohner und Mitarbeiter von Haus Morgenstern haben die Baumaßnahme mit Interesse verfolgt und freuen sich über die Umsetzung. Die vier Schüler stießen auf offene Ohren, als sie davon erzählten: So sponserte ein benachbartes Bauzentrum die Hälfte der Kosten für die Betonsteine; eine Gärtnerei zeigte sich ebenfalls großzügig und überließ Schülern und dem Roten Kreuz Pflanzen, Rindenmulch und Muttererde kostenfrei.

100 Zeitstunden betrug das Sozialpraktikum. Das Schüler-Quartett war jeweils freitags vier Stunden im und am Haus Morgenstern, um das Beet zu erstellen und die Bewohner kennenzulernen. Gepflanzt wurden Petersilie, Schnittlauch, Thymian, Rosmarin, Steingewächse, Stauden, Kräuter und in der Mitte des roten Steinkreuzes ein Rosenbäumchen.

Ayfer Aytekin und Martina Röttger-Hölscher betreuten für das Haus Morgenstern die „Baumaßnahme“, informierten die vier Gronauer über die pflegerische Arbeit im Haus mit elf Bewohnerinnen und Bewohnern und generell über die Arbeit des Roten Kreuzes im Kreis Borken. Malte Thomas: „Es war gut, Kontakt von Mensch zu Mensch zu bekommen. Das hat uns richtig was gebracht.“

Zum Sozialpraktikum gehörte beispielsweise auch, einen Simulationsanzug anzuziehen: Er zeigt, wie beschwerlich der Alltag für eingeschränkte ältere Menschen sein kann. Johan Tunc: „Ich musste richtig Kraft aufwenden, um mit der Hand eine Münze aus einem Portemonnaie entnehmen zu können. Schnell gehen konnte man auch nicht.“ Eine besondere Brille simulierte Sehschwächen wie den Grauen Star. Auch Fahren mit dem Rollstuhl und Essenbringen gehörten zum Projekt.

Die Schüler haben in den vergangenen Monaten viel gelernt, sagen sie im Gespräch: „Das war für uns eine gute und ganz neue Erfahrung gewesen.“ Und Mitarbeiterin Martina Röttger-Hölscher: „Unsere Bewohner haben die Vier ganz genau beobachtet und freuen sich über das neue Grün im Garten.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6778742?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Frau bei Verkehrsunfall gestorben
(Symbolfoto) 
Nachrichten-Ticker