48-Jähriger wurde deutschen Behörden überstellt
Aus Gronauer Polizeizelle Geflohener in Polen festgenommen

Gronau/Münster -

Die Flucht eines 48-Jährigen aus dem Gronauer Polizeigewahrsam war Ende Januar Stadtgespräch. Jetzt ist der Mann wieder da: Er ist in Polen festgenommen worden. Am 11. Juli wurde er den deutschen Behörden an der polnisch-deutschen Grenze überstellt.

Dienstag, 16.07.2019, 08:05 Uhr aktualisiert: 16.07.2019, 08:26 Uhr
Zwischen Stau und Leitplanke fuhr sich der Mann bei seiner Flucht im Januar fest.
Zwischen Stau und Leitplanke fuhr sich der Mann bei seiner Flucht im Januar fest. Foto: Polizei

Die Flucht eines 48-Jährigen aus dem Gronauer Polizeigewahrsam war Ende Januar Stadtgespräch. Jetzt ist der Mann wieder da: Er war in Polen festgenommen worden. Am 11. Juli wurde er den deutschen Behörden an der polnisch-deutschen Grenze überstellt. Mittlerweile sitzt er in der Justizvollzugsanstalt in Münster ein. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Stefan Lechtape am Montag auf Anfrage.

Verfolgungsfahrt endet auf der B54

Der polnische Staatsbürger war am 22. Januar nach einer halsbrecherischen Flucht festgenommen worden. Aufgefallen war er, als der Zoll ihn auf der B54 anhalten und kon­trollieren wollte. Der Fahrer beschleunigte jedoch den Fiat 500 und floh in Richtung A 31. Um das ihn verfolgende Zollfahrzeug am Überholen zu hindern, fuhr er laut Polizei auf die Gegenfahrbahn.

Später versuchte er, die Zollbeamten durch eine plötzliche Lenkbewegung nach links abzudrängen. Die Fahrerin des Zollfahrzeugs habe bremsen müssen, um nicht in den Gegenverkehr zu geraten. An der Ausfahrt Gronau-Ost war der Mann entgegengesetzt zur Fahrtrichtung abgefahren und hatte sich auf den Rückweg Richtung Gronau gemacht. In einem Stau schlängelte er sich zwischen Autoschlange und Schutzplanke entlang. Dort blieb er schließlich zwischen einem Kleintransporter und der Leitplanke stecken und wurde festgenommen. Verletzt wurde bei der Aktion glücklicherweise niemand.

Der Grund für die Flucht: Gegen den Mann lagen zwei Haftbefehle vor, unter anderem wegen Hehlerei, Betrugs, Urkundenfälschung und Raubes. Außerdem war der Fiat in den Niederlanden gestohlen.

Schlüssel steckte im Türschloss

Der Mann kam in Polizeigewahrsam auf der Gronauer Wache. Am nächsten Morgen nutzte er die Chance abzuhauen. Wie die späteren Ermittlungen ergaben, war die Beobachtungsklappe der Zellentür nicht richtig verschlossen, und der Schlüssel steckte im Türschloss. Der Mann konnte die Zellentür öffnen und den nicht verschlossenen Schleusen- und Sicherheitsbereich in Richtung Haupteingang der Wache verlassen. Die Tür des Zellentrakts in den Sicherheitsbereich stand vorschriftswidrig ebenso offen wie die Tür vom Sicherheitsbereich in den Hausflur zum Haupteingang. Dann verschwand er in der Dunkelheit. Die Suche – auch per Helikopter – blieb erfolglos.

Erst in Polen – unbestätigten Berichten zufolge in Danzig – war der Mann festgenommen worden. Über die genaueren Umstände der Festnahme konnte Lechtape am Montag nichts mitteilen. Nur so viel, dass den Mann nun wegen der gegen ihn vorliegenden Anschuldigungen Verfahren vor der deutschen Justiz erwarten.

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