Trinkwasser-Qualität durch neue Prozesse
Twente will Vorreiter sein bei der Abwasserreinigung

Enschede -

Abwasserbetriebe der Region Twente wollen an der Kläranlage in Enschede einen neuen Klärprozess einsetzen, durch den Abwasser restlos gereinigt werden können. Das Abwasser soll nach der Behandlung in Landwirtschaft und Industrie und – schlussendlich – sogar als Trinkwasser nutzbar sein.

Dienstag, 23.07.2019, 09:36 Uhr aktualisiert: 23.07.2019, 09:40 Uhr

Die Idee für das Projekt stammt von dem im Jahr 2015 ins Leben gerufenen Wasser-Experiment-Center Twente (WECT), in dem Unternehmen, der Wasserverband Vechtstromen und die Saxion-Hochschule zusammenarbeiten. Gemeinsam führen die Beteiligten an der Kläranlage in Glanerbrug Untersuchungen durch.

Die geplante Pilot-Anlage am Enscheder Klärwerk – dem größten im Bereich des Wasserverbandes Vechtstromen – soll sicherstellen, dass Nano-Filter selbst allerkleinste Partikel aus dem Wasser holen können. Ziel ist es, dass das Abwasser nach diesem Klärprozess keine Spuren mehr von Medikamenten, Pestiziden, Hormonen, Farbstoffen, Viren, Bakterien oder Mikroplastik aufweist.

Mit der heute angewandten Technik erfüllt das Abwasser in den Niederlanden alle aktuell geltenden gesetzlichen Vorgaben. Aber es wird erwartet, dass die Vorschriften künftig strenger werden. Auch die zunehmende Wasserknappheit habe zur Folge, dass steigende Anforderungen an die Abwasserreinigung gestellt werden – bis hin zur Wiederverwendung des geklärten und gereinigten Abwassers als Trinkwasser.

In den eigenen Laboren im Untersuchungszentrum Glanerbrug haben die Beteiligen bereits Techniken entwickelt, mit denen sie diese neuen Qualitätsstandards erreichen. In der Kläranlage in Enschede soll jetzt gezeigt werden, dass diese Prozesse auch im großen Maßstab funktionieren. Ein Sprecher der Kooperationspartner betont die Hoffnung, dass die in der Twente entwickelten Innovationsprozesse dazu führen, mit der neuen Abwasserqualität die künftig hohen Standards in den Niederlanden und im Rest der Welt zu erfüllen.

Die Beteiligten sind außerdem davon überzeugt, dass von der Einrichtung und dem Betrieb einer Versuchsanlage für die neue Form der Abwasserklärung auch die Unternehmen in der Twente wirtschaftlich profitieren. So hätten bereits in den vergangenen Jahren viele Unternehmen ihre Kunden auf die WECT-Versuchsanlage in Glanerbrug eingeladen und sie von den dort entwickelten Produkten überzeugt.

Auch das Abwasserwerk der Stadt Gronau plant derzeit in Abstimmung mit der Bezirksregierung Münster die Möglichkeiten einer vierten Reinigungsstufe zur Entfernung von Mikroschadstoffen aus dem Abwasser. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie soll überprüft werden, welches Verfahren für die Entfernung dieser Mikroschadstoffe sinnvoll ist. Neben der in Enschede geplanten Entfernung durch Nanofiltration ist auch die Entfernung durch Aktivkohle oder Ozonierung möglich.

„Der Fokus des Abwasserwerks in Gronau“, so Herbert Daldrup, Centerleiter Technik der Stadtwerke, „liegt im Rahmen der Machbarkeitsstudie auf der Entfernung durch Aktivkohle. In Zusammenarbeit mit dem Gronauer Professor Dr. Gregor Luthe soll auf der Kläranlage Gronau ein neues Verfahren einschließlich der Aufbereitung von Aktivkohle auf seine Wirksamkeit hin geprüft werden“.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6798611?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
So war die 49. Montgolfiade am Aasee in Münster
Höhepunkt der Montgolfiade war am Samstagabend das Ballonglühen. Insgesamt 14 fauchende Riesen waren zum „Night Glow“ aufgerüstet worden.
Nachrichten-Ticker