Senioren-Union zu Gast im „Lukas“
Geriatrie – junge Medizin für Alte

Gronau -

„Geriatrie im Spannungsfeld von Politik und Ökonomie“ – mit diesem Thema setzte sich jetzt die Senioren-Union Gronau auseinander.

Mittwoch, 24.07.2019, 08:55 Uhr aktualisiert: 24.07.2019, 09:00 Uhr
Stefan Rittmeyer, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Geriatrie im Evangelischen Lukas-Krankenhauses Gronau, diskutierte mit den Mitgliedern der Senioren-Union,
Stefan Rittmeyer, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Geriatrie im Evangelischen Lukas-Krankenhauses Gronau, diskutierte mit den Mitgliedern der Senioren-Union, Foto: Erwin Aust

„Geriatrie im Spannungsfeld von Politik und Ökonomie“ – mit diesem Thema setzte sich jetzt die Senioren-Union Gronau auseinander. Dazu besuchten Mitglieder das Evangelische Lukas-Krankenhaus Gronau, um sich bei Stefan Rittmeyer , Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Geriatrie des Hauses, über das Thema zu informieren.

„Wahrscheinlich wird jeder Bürger in Gronau die Tätigkeiten eines Chirurgen, Kinderarztes oder Anästhesisten mühelos erklären können“, stieg Rittmeyer in das Thema ein. „Die Aufgaben eines Geriaters zu beschreiben, fällt dagegen deutlich schwerer.“ Ein Grund dafür: Die Geriatrie ist ein vergleichsweise junges Fach der Medizin. Angesichts der demografischen Entwicklung und der wissenschaftlich nachgewiesenen günstigen Auswirkungen auf Heilungschancen, Lebensqualität und Selbstständigkeit älterer Patienten wird der Fachbereich von der Politik zunehmend gefördert.

„Beispielsweise die bundesweite Erweiterung geriatrischer Bettenkapazitäten im aktuellen Krankenhausplan, von der auch das Lukas-Krankenhaus profitiert, ist Beleg dafür“, erklärte Rittmeyer. Gleichzeitig werde die für Patienten positive Entwicklung der Geriatrie vonseiten der Kostenträger aufgrund der steigenden Kosten aber auch kritisch beobachtet. „Immer mehr ältere Menschen benötigen und suchen eine spezielle altersmedizinische Behandlung und die vorhandenen geriatrischen Bettenkapazitäten sind mehr als ausgelastet“, bestätigt Michael Wermker, Geschäftsführer des Lukas-Krankenhauses und Vorstandsmitglied der Valeo-Kliniken GmbH. „Das Lukas-Krankenhaus stellt sich in diesem Spannungsfeld zwischen Politik und Ökonomie der Verantwortung und gestaltet die Entwicklung geriatrischer Medizin zum Wohle älterer Patienten aktiv mit.“

Dies zeige sich im Engagement des Hauses in regionalen und überregionalen Netzwerken und Kooperationen, heißt es weiter in einem Pressebericht der Senioren-Union. Beispielsweise war das Lukas-Krankenhaus am Aufbau sogenannter geriatrischer Versorgungsverbünde beteiligt, wie sie von der damaligen rot-grünen Landesregierung initiiert wurden, um auch Akut-Kliniken ohne eigene Fachabteilung von geriatrischer Kompetenz profitieren zu lassen. Ebenfalls ist 2018 aus der ohnehin langjährigen Kooperation des Lukas-Krankenhauses und des St.-Antonius-Hospitals das Alterstraumazentrum Lukas-St.-Antonius Gronau entstanden. Dort arbeiten Unfallchirurgie und Geriatrie zusammen, um ihre betagten Patienten interdisziplinär zu deren Wohl gemeinsam zu behandeln – ohne finanziellen Ausgleich durch Kostenträger.

Über das Regionalnetzwerk „Gemeinsam für ein besseres Leben im Alter“ tritt die Geriatrie des Lukas-Krankenhauses gemeinsam mit den ambulanten Pflegediensten und Seniorenheimen der Stadt, den Hausärztinnen und Hausärzten, dem St.-Antonius-Hospital, den Senioren- und Gleichstellungsbeauftragten und anderen Gremien der Stadt aktiv für die Belange älterer Patienten in Gronau und Epe ein.

Um darüber hinaus auch auf Landes- und Bundesebene aktiv das Fach Geriatrie weiterentwickeln zu können, ist das Lukas-Krankenhaus Mitglied im Qualitätsverbund Geriatrie Nord-West-Deutschland – ein überregionales, bis nach Bremen reichendes Netzwerk, das aufgrund der Anzahl und Bedeutung seiner Mitglieder auch in der Bundespolitik Gehör findet.

„Wir sind davon überzeugt, dass geriatrische Medizin nicht nur Kosten verursacht, sondern über eine Verbesserung der Selbsthilfefähigkeit älterer Patienten und über engagierte Netzwerkarbeit zu einer Senkung der Gesamtkosten im Gesundheits- und Pflegesystem sowie zu besseren Versorgungsstrukturen beiträgt“, fasst Rittmeyer seine Ausführungen zum Ende der Veranstaltung zusammen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6800772?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Nachrichten-Ticker