Gronau soll sich der Aktion „Bürgermeister für den Frieden“ anschließen
Auf Achse für Frieden und Abrüstung

Gronau -

Die rund 30 Radfahrer, die am Donnerstag das Gronauer Radhaus anfahren, sind „Auf Achse für Frieden und Abrüstung“. So lautet das Motto der Friedensfahrradtour, die sie seit Samstag durch das Land führt. Von Düsseldorf bis Bielefeld sind die Aktiven der „Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner“ (DFG-VK) unterwegs. Im Gepäck haben sie eine Bitte: Ob sich die Stadt Gronau nicht der Initiative „Bürgermeister für den Frieden“ anschließen wolle, wirbt der Landesgeschäftsführer der DFG-VK, Johannes Schramm, für einen Beitritt der Stadt. „Die Initiative wurde vom Bürgermeister von Hiroshima gegründet“, sagt er. Mit seinem Amtskollegen der ebenfalls im August 1945 durch eine Atombombe zerstörten Stadt Nagasaki und gemeinsam mit den Städten der Welt setzt Kazumi Matsui sich für die Abschaffung der Kernwaffen bis zum Jahr 2020 ein. Dieser Initiative haben sich laut Schramm mittlerweile 8000 Bürgermeister weltweit angeschlossen. Schramm übergab eine Abschrift des Aufrufs an Gronaus zweiten stellvertretenden Bürgermeister Werner Bajorath.

Donnerstag, 08.08.2019, 18:00 Uhr
Die Teilnehmer der Friedens-Fahrradtour kamen am Donnerstagvormittag am Gronauer Rathaus an.
Die Teilnehmer der Friedens-Fahrradtour kamen am Donnerstagvormittag am Gronauer Rathaus an. Foto: Martin Borck

Dr. Michael Stiels-Glenn von den Friedensfreunden Dülmen warb ebenfalls für eine Teilnahme. 2017 sei die Stadt Dülmen der Aktion beigetreten. Die Kommunen und der Kreis Recklinghausen und zahlreiche Gemeinden im Kreis Coesfeld seien ebenfalls Mitglied. In vielen Fällen hätten die Räte ein einstimmiges Votum abgegeben. „Gronau hätte die historische Chance, als erste Stadt im Kreis Borken beizutreten“, sagte er. Bajorath und Ratsmitglied Udo Buchholz ( GAL ) sagten zu, in Abstimmung mit den anderen Fraktionen den entsprechenden Antrag auf den Weg zu bringen.

Bajorath hatte die Teilnehmer der Radtour im Rathaus empfangen. Er begrüßte deren Engagement für den Frieden persönlich. Das Bedürfnis, frei leben und sich entfalten zu können und die Sehnsucht, in Frieden zusammenleben zu können, eine die Menschen.

Schramm nannte die eskalierende Konfrontationspolitik als reale Gefahr für den Frieden. Ihr müsse eine neue Entspannungspolitik entgegengesetzt werden. Die Waffenexporte aus Deutschland müssten reduziert, am besten ganz gestoppt werden. Sorge bereite auch das Auslaufen des INF-Vertrags, das ein neues atomares Wettrüsten wahrscheinlicher mache. Auch in der EU könnten wieder mehr Mittelstreckenraketen stationiert werden.

Udo Buchholz, Ratsmitglied der GAL, nannte die Gefahren, die von den militärisch genutzten Anlagen in der Region ausgehen. Auch die Urananreicherung könne für militärische Zwecke genutzt werden, indem der Anreicherungsgrad erhöht und das Uran damit atomwaffentauglich gemacht werde. In einer Urenco-Anlage in den USA soll bereits bis zu 20 Prozent angereichert werden. „Das ist ein Graubereich. Bis zur Anreicherung von 80 Prozent, die für Atomwaffen erforderlich sind, sind es nur ein paar Schritte.“

Schramm erläuterte im Gespräch mit den WN, dass die Friedensbewegung auch einen Brückenschlag zu Klima- und Umweltschutzaktivisten suche. „Die Folgen der Klimawandels sind Grundlage für neue Konflikte“, zeigte er die Zusammenhänge auf. Jährlich würden 1800 Milliarden Dollar für Rüstung ausgegeben. Mittel, die anderswo sinnvoller eingesetzt werden könnten.

Die Radtour führt an verschiedenen für die Friedensbewegung relevanten Orten entlang: Düsseldorf (Rüstungsindustrie), Kalkar (Bundeswehr-Kommandozentrale), Gronau (Urenco), Saerbeck (als Beispiel, wie aus einem ehemaligen Munitionsdepot ein Energiepark wurde) und Bielefeld (Hauptquartier der Britischen Armee).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6835946?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Smileys und ein Herzchen für Billerbecks Bürgermeisterin
Eine Stunde lang nahm sich Marion Dirks Zeit, alle WhatsApp-Anfragen zu beantworten.
Nachrichten-Ticker