Photovoltaik
Strom-Revolution auf dem Balkon

Gronau -

Die Idee hinter dem Produkt ist so simpel, dass die meisten zunächst einmal nicht glauben, dass sie wirklich funktioniert. Ein handelsübliches Photovoltaik-Panel, ein Wechselrichter und dann ein Stecker daran, der ganz einfach in die vorhandene Steckdose gesteckt wird – und schon speist man Strom in das heimische Netz ein. So genannte Guerilla-Kraftwerke machen jeden zum Stromproduzenten.

Montag, 12.08.2019, 07:21 Uhr aktualisiert: 12.08.2019, 07:30 Uhr
Am 5. und 6. Oktober wird in Münster eine vom Gronauer Veranstalter Autarkia organisierte Umweltmesse in Münster stattfinden. Dort werden dann auch die von Solar-Fachberater Lars Siepmann vorgestellten Balkonkraftwerke zu sehen sein.
Am 5. und 6. Oktober wird in Münster eine vom Gronauer Veranstalter Autarkia organisierte Umweltmesse in Münster stattfinden. Dort werden dann auch die von Solar-Fachberater Lars Siepmann vorgestellten Balkonkraftwerke zu sehen sein. Foto: Guido Kratzke

Die Idee hinter dem Produkt ist so simpel, dass die meisten zunächst einmal nicht glauben, dass sie wirklich funktioniert. Ein handelsübliches Photovoltaik-Panel, ein Wechselrichter und dann ein Stecker daran, der ganz einfach in die vorhandene Steckdose gesteckt wird – und schon speist man Strom in das heimische Netz ein. Das ist nicht nur einfache Physik, das ist auch rechtlich zulässig und könnte einen interessanten Beitrag zur Energiewende leisten.

Rechtlich zulässig ist der Betrieb solcher Anlagen erst seit diesem Frühjahr. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in Gronau nach Angaben der Stadtwerke als Netzbetreiber auch noch keine offiziell gemeldet wurde. Das ist nämlich eine Voraussetzung, die der Gesetzgeber vorsieht. Es handelt sich dabei um ein simples Formular, das nur ein paar Informationen verlangt. Und dann kann die heimische Stromproduktion beginnen – bei Kosten von deutlich unter 1000 Euro.

Eine solche Anlage gezeigt hat Solar-Fachberater Lars Siepmann beim Sommerfest auf der Oase. Dort ist er ehrenamtlich engagiert und hat sich ohnehin dem Themenkomplex nachhaltigen Lebens verschrieben. Im Rahmen von „Die Energiewende in Bürgerhände“ möchte er für eine weite Verbreitung dieser Möglichkeit sorgen, um nicht nur etwas gegen den Klimawandel, sondern auch was fürs eigene Portemonnaie zu tun.

Siepmann ist beschäftigt bei der Firma Autarkia, einem Organisator von Umweltmessen – und dort sollen, wie beispielsweise im Oktober in Münster, die kleinen Stromerzeugungsanlagen bekannt gemacht werden. „Die Stand-by-Last in den meisten Haushalten liegt zwischen 200 und 600 Watt“, erklärt Siepmann. Und genau diesen Bereich können die Anlagen für den Heimgebrauch, je nach Sonnenstrahlung, auch erzeugen. „Eine höhere Leistung ist bei der Direkteinspeisung nicht zulässig.“ Und hängt natürlich auch von dem ab, was die Sonne von sich gibt. „Damit sind Einsparungen zwischen 80 und 120 Euro im Jahr möglich“, erklärt Siepmann.

Nach fünf bis sieben Jahren seien die überschaubaren Investitionskosten von rund 350 Euro bei einem Modul und 650 Euro bei zwei Modulen wieder hereingeholt, je nach Sonneneinstrahlung und Stromnutzungsverhalten des Besitzers. „Und die Umwelt profitiert sofort.“ Solarmodule für den Balkon sind sehr langlebig. Sie sind eine clevere Absicherung gegen steigende Strompreise in der Zukunft. „Ein solche Mini PV-Anlage oder Balkonkraftwerk hält 30-40 Jahre. Eventuell muss zwischendurch der Wechselrichter mal getauscht werden“, weiß Siepmann. Und wenn ein Mieter eine solche Anlage an den Balkon schrauben will, dann sollte er natürlich mit seinem Vermieter zuvor das Gespräch suchen.

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