Sommerkrimi, Folge 6
Ein Anwalt für patente Patente

Wenige Minuten später sitzen die beiden Redakteure Klaus Wiesel und Martin Burg vorm Schreibtisch von Dr. Volkmar Mönch. Der hat sein Büro wie viele seiner Klienten ebenfalls im Wirtschaftszentrum. Als die Redakteur ihm von dem Mord an Laute berichten, zeigt sich der Patentanwalt entsetzt: „Georg tot? Wer hat das getan? Wissen Sie schon etwas Näheres?“ – „Leider nein, Dr. Mönch“, antwortet Wiesel. „Aber genau deshalb sind wir hier. Sie haben Georg Laute doch als Patentanwalt juristisch zur Seite gestanden, nicht wahr?“ – „Oh ja, nicht nur einmal. Georg war ein Quell von Ideen. Vor allem in der Nanotechnologie. Und in letzter Zeit hat er auch Apps entwickelt. Kennen Sie schon die Epe-App?“ – „Nein“, versucht Wiesel eine Erläuterung abzuwimmeln, während sich Burg interessiert zeigt: „Was ist das denn? Was kann man damit?“ – „Es ist eine App, mit deren Hilfe man den Einfluss Epes und der Eperaner auf Entwicklungen in Gronau positiv beeinflussen kann. Georg war trotz seiner Weltläufigkeit seinem Heimatort sehr verbunden und . . .“ – „Das wollen wir jetzt aber gar nicht wissen“, unterbricht ihn Wiesel unwirsch. Burg stimmt ihm überraschenderweise zu: „So etwas brauchen wir in der Redaktion sowieso nicht, oder, Klaus? Da hab ich sowieso schon das Sagen, nicht wahr? Ich sag ja immer: Mir ist es egal, wer unter mir Redaktionsleiter ist . . .“ – Wiesel schaut ihn unwirsch an: „Burg, du erzählst mal wieder Unsinn. Jetzt aber mal wieder zur Sache: Wir haben gehört, dass Georg einen Streit mit einem ehemaligen Studenten hat wegen des – wie hieß das Teil noch mal, Martin? – „Nano-Nix.“ – „Genau. Wissen Sie, wer dieser Konkurrent ist und worum es bei dem Streit ging?“ – „Ja, das war Ansgar Kwakkelbaum. Die beiden hatten sich in Enschede kennengelernt, als Georg da noch an der Hochschule tätig war. Kwakkelbaum war einer der begabtesten Studenten überhaupt, sagte Georg immer wieder. Und er konzentrierte sich auf die Geruchsforschung. Wie man mithilfe von Nanotechnologie den Olf-Faktor jedweder Geruchsquelle bis zur Wahrnehmungsschwelle verringern kann. Und er hatte Erfolg damit.“ „Olf-Faktor?“, fragt Wiesel? – „Ja, das ist die Einheit für Geruch. Georg war bei den Forschungen Kwakkelbaums Doktorvater und hat ihm Tipps gegeben. Und schließlich hat Georg auf Basis dieser Forschungen weitergearbeitet und den Nano-Nix entwickelt, den er auf den Markt bringen will. Kwakkelbaum meint, dass sein Beitrag dazu zu wenig berücksichtigt wird und will einen höheren finanziellen Anteil am Verkaufserlös des Nano-Nix.“ – „Gibt es denn keine Verträge zwischen den beiden?“ – „Doch – aber die sind wie immer auch Auslegungssache. Kwakkelbaum meint, dass er einen größeren Anteil verdient hätte als Georg ihm zugestehen will – ich meine, zugestehen wollte“, sagt Mönch. „Kwakkelbaum also“, meint Burg nachdenklich. „Wissen Sie wo wir ihn finden?“ – „Na klar. Hier im Haus. Im Labor von Georgs Firma. Die beiden haben trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten weiter zusammengearbeitet. Niemand konnte ernsthaft lange mit Georg zerstritten sein. Dazu war er viel zu umgänglich. Deshalb kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, wer ihn umgebracht haben soll.“ – „Auch Kwakkelbaum nicht?“ – „Nein. Das glaube ich nicht. Aber Sie können ihn ja selbst fragen.“ – „Das werden wir tun. Danke, Dr. Mönch.“ Die beiden Redakteure verlassen das Büro. Da fällt dem Anwalt noch etwas ein: „Warten Sie!“, ruft er den beiden nach. „Da gibt es noch etwas, das Sie interessieren könnte!“ 
Donnerstag, 15.08.2019, 21:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 15.08.2019, 21:00 Uhr
Patentanwalt Dr. Mönch ist erschüttert, als er vom Tod des Professors erfährt.
Patentanwalt Dr. Mönch ist erschüttert, als er vom Tod des Professors erfährt. Foto: Heinrich Schwarze-Blanke
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