Meister im Legen und Schießen
Gronauer holen zweiten Platz beim traditionellen Boule-Turnier in Südfrankreich

Gronau/Lit-et-Mixe -

Das gibt es auch nicht oft: Bei einem der größten Boule-Turniere Frankreichs haben es zwei Gronauer aufs Siegertreppchen geschafft. Christoph Holsträter und Herbert Schulze holten in der B-Runde im „Doublette“ den zweiten Preis.

Dienstag, 20.08.2019, 07:57 Uhr aktualisiert: 20.08.2019, 08:00 Uhr
Herbert Schulze (l.) und Christoph Holsträter präsentieren ihren Pokal. Zusätzlich erhielten sie jeder zwei Flaschen Wein als Preis.
Herbert Schulze (l.) und Christoph Holsträter präsentieren ihren Pokal. Zusätzlich erhielten sie jeder zwei Flaschen Wein als Preis. Foto: privat

Manchmal braucht es zur Völkerverständigung nur ein Schweinchen und drei Stahlkugeln: Zwischen Bordeaux und Biarritz ist Boule für den Kontakt zwischen Touristen und Einheimischen das Mittel der Wahl. „Ich bin da immer hingegangen, wenn die Franzosen gespielt haben“, erinnert sich Herbert Schulze . Der 78-Jährige war schon in den 80er-Jahren regelmäßig als Feriengast in Lit-et-Mixe, einem Ferienort an der Atlantikküste.

Aus dem Zuschauer wurde ein Mitspieler. „Irgendwann sagten die: Mach mit!“ Damals bildete er mit Christoph Holsträters Vater Heiko ein Team – die beiden Familien machten traditionell gemeinsam Urlaub. Lange Zeit waren sie die einzigen Deutschen, die unter Korkeichen ihre Kugeln aufs „Schweinchen“ warfen.

Ich lege an und Herbert schießt weg, wenn‘s notwendig ist.

Christoph Holsträter

„Le petit cochon“, das kleine Schweinchen ist eine kleine Holzkugel, die von einem Startpunkt aus ins Boulefeld geworfen wird. Danach gilt es, mit den Stahlkugeln der Teams, möglichst nahe ans Schweinchen heranzukommen. Dazu ist (fast) jedes Mittel recht, bis hin zum Wegschießen des Schweinchens durch eine der Stahlkugeln. Strategien und Wurftechniken dazu sind eine Philosophie für sich, die die Franzosen bis ins Kleinste debattieren, ausarbeiten und pflegen.

„Wir haben eine klassische Rollenverteilung“, erklärt Christoph Holsträter, der vor einigen Jahren den Part seines Vaters im Team übernahm. „Ich lege an und Herbert schießt weg, wenn‘s notwendig ist.“

Vor zwei Jahren dann hätten sie sich entschlossen, am Turnier teilzunehmen. Beim ersten Mal mussten sie sich schließlich einem Opa-Enkel-Team geschlagen geben. „Er war über 70, der Enkel acht“, sagt Herbert Schulze.

Doch die Revanche folgte in diesem Jahr – wohl in der so genannten „Trostrunde“, aber immerhin bis ins Endspiel schafften sie es. „Die A-Runde ist schon sehr leistungsstark“, bekennt Christoph Holsträter. „Da kommen Franzosen aus dem ganzen Land.“ Aber auch die B-Runde hatte es in sich: Bis nachts um halb eins wurde gespielt, bevor die Siegerplätze feststanden.

Wir haben schon gebucht für nächstes Jahr.

Herbert Schulze

Trainiert wird inzwischen beim heimischen Tennisverein Grün-Gold, wo Boule den Status einer „inoffiziellen Unterabteilung“ genießt, wie Herbert Schulze lachend erklärt. Von der Begeisterung einmal angesteckt, hatte er sich nämlich schon vor Jahren für eine vereinseigene Boulebahn stark gemacht. „Auch in Lit-et-Mixe sind wir jetzt so viele, dass wir da unsere eigene Gruppe haben“, erzählt er.

Bei den Gastgebern stößt das bislang weder auf Argwohn noch auf Gegenwehr. „Die freuen sich, wenn wir Deutschen da mitspielen“, sagt Christoph Holsträter. „Sie verlieren nicht unbedingt gern“, lacht Herbert Schulze. „Aber ich habe keine negativen Schwingungen verspürt.“ So ist das Ziel für nächstes Jahr auch schon gesetzt: Dann wollen die beiden den Sieg davontragen. Herbert Schulze: „Wir haben schon gebucht für nächstes Jahr."

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6860780?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Auf dem Hansaring ist alles erlaubt außer Autofahren
Einfach einmal ein Sofa auf die Straße stellen, das war beim Parking-Day auf dem Hansaring am Freitagnachmittag möglich. Der Andrang war auch nach dem Abzug des Demonstrationszuges ganz beträchtlich.
Nachrichten-Ticker