Das sanierte Wirtschaftszentrum präsentiert sich am Tag des offenen Denkmals in neuem Glanz
Seit 127 Jahren identitätsbildend

Gronau -

Als Ort der Arbeit wurde die Spinnerei A errichtet – und für die jetzt in den altehrwürdigen Mauern Tätigen ist sie das noch immer. Allerdings haben sich die Dimensionen deutlich geändert: Heute sind es kleinere Unternehmen, Büros, Labors und eine Kita, die sich die Räume im Wirtschaftszentrum teilen. Als das 1892 errichtete Gebäude noch die Spinnerei beherbergte, arbeiteten dort bis zu 400 Menschen – allein auf einer einzigen Ebene. Das war eines der zahlreichen Fakten, die die Besucher des WZG am gestrigen Denkmaltag erfuhren. Hans­peter Dickel präsentierte Wissenswertes, ordnete ein und erläuterte Hintergründe.

Montag, 09.09.2019, 08:29 Uhr aktualisiert: 09.09.2019, 14:20 Uhr
Berthold Deitermann (v.l.), Norbert Liedmeyer (Stadt Gronau), WTG-Geschäftsführerin Katharina Vater und Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Buß, der frühere WTG-Chef Ulrich Helmich, Bürgermeister Rainer Doetkotte, Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick sowie der frühere kommissarische Leiter der WTG, Peter Thegelkamp, vor dem Wirtschaftszentrum, das jetzt auch eine Denkmalplakette ziert.
Berthold Deitermann (v.l.), Norbert Liedmeyer (Stadt Gronau), WTG-Geschäftsführerin Katharina Vater und Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Buß, der frühere WTG-Chef Ulrich Helmich, Bürgermeister Rainer Doetkotte, Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick sowie der frühere kommissarische Leiter der WTG, Peter Thegelkamp, vor dem Wirtschaftszentrum, das jetzt auch eine Denkmalplakette ziert. Foto: Martin Borck

Zum Beispiel: Warum wurden die Fabrikantenvillen an der Enscheder und Hohen Straße errichtet? Nun: Da der Wind vorwiegend aus dem Westen weht, mussten die Villenbewohner nicht unter den Abgasen aus den Fabrikschloten leiden.

Dickel informierte über das „Schlafgängerwesen“ (aus Wohnraummangel nahmen viele Arbeiterfamilien fremde Leute auf). Er berichtete, dass in den Türmen der Textilfabriken früher große Wasserbehälter für die Sprenkleranlagen vorhanden gewesen seien. Er erzählte von der Entwicklung des Bahnhofs und einige Anekdoten. Etwa die vom konzerninternen Fußballspiel zwischen den Büromenschen von „ Atletico Bleistift“ und „Schwarz-Weiß Kratzenstaub“ mit Mitarbeitern aus der Kratzerei. . .

Tag des offenen Denkmals im Wirtschaftszentrum

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Der Anlass, den Denkmaltag in diesem Jahr im WZG zu feiern, war die abgeschlossene Fassadensanierung. Einen siebenstelligen Betrag hatten die Gremien dafür zur Verfügung gestellt. Katharina Vater, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, dankte allen Beteiligten dafür, dass das Gebäude im neuen Glanz strahle – nicht zuletzt wegen der neuen Außenbeleuchtung. Ihr Vorgänger Ulrich Helmich habe die Verwirklichung dieser Vision in die Wege geleitet. Seine Anwesenheit zeige, dass er dem Gebäude weiterhin emotional verbunden sei.

„Das Wirtschaftszentrum ist zweifellos zu einem echten Hingucker geworden“, sagte Bürgermeister Rainer Doetkotte. Es sei „Wahrzeichen einer epochalen Entwicklung“, es stehe für einen „Karrieresprung unserer Stadt“. Parallel zur Textilindustrie habe sich auch die Stadt Gronau entwickelt. „Seit 127 Jahren wirkt dieses Haus identitätsbildend. Seit 127 Jahren ist es Symbol für Fortschritt und Entwicklung. Seit 127 Jahren prägt dieses Haus Gronau“, sagte er.

Stadtarchivar Gerhard Lippert hatte sehenswerte, großformatige Fotos mit Motiven aus der Textilgeschichte zusammengestellt, die im Forum des WZG ausgestellt waren. Einige Unternehmen nutzen die Gelegenheit, ihre Räume zu präsentieren. Außerdem bestand die Möglichkeit, dem Gebäude aufs Dach zu steigen. Von dort aus hat man einen großartigen Blick über die Innenstadt, das Bahnhofsgelände und das Umland.

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