Bauausschuss stellt sich hinter Wünsche der Bürger
Der Westpark wird nicht bebaut

Gronau -

Aufatmen im Bögehold: Mit großer Mehrheit hat sich der Bauausschuss am Mittwochabend gegen eine Verdichtung der Bebauung auf den Flächen westlich der Eichenhofstraße ausgesprochen. Grundlage für die Entscheidung war ein gemeinsamer Antrag von CDU, FDP, UWG und „Pro Bürgerschaft“. „Die Bauleitplanung im Westpark mit dem Ziel, Wohnbebauung zu realisieren, wird nicht weiter verfolgt“, heißt es im Papier der Parteien. Auch die SPD begrüßte den Antrag der politischen Mitbewerber.

Freitag, 13.09.2019, 08:00 Uhr
Wenige Wochen erst ist es her, dass die Anlieger des Bögeholds die Politik zum Ortstermin einluden. Jetzt hat der Bauausschuss den Wünschen der Bürger entsprochen. Im Westpark wird es keine zusätzliche Bebauung geben.
Wenige Wochen erst ist es her, dass die Anlieger des Bögeholds die Politik zum Ortstermin einluden. Jetzt hat der Bauausschuss den Wünschen der Bürger entsprochen. Im Westpark wird es keine zusätzliche Bebauung geben. Foto: Klaus Wiedau

Daneben wurde die Verwaltung beauftragt, mit den Anliegern ein Konzept zur Stärkung der bestehenden Allee und zur Möblierung (Bänke u.a.) im Bezirk zu entwickeln. Außerdem soll der vorhandene Spielplatz zum Mehrgenerationen-Spielplatz ausgebaut werden. Die sogenannte Freiraumplanungen für Pkw-Stellplätze und Abfall-Stationen u.a. soll die Verwaltung weiter fortführen.

Sowohl die Anlieger des Quartiers Bögehold als auch die Fraktion „Pro Bürgerschaft/Piraten“ hatten sich zuvor in getrennten Anträgen gegen eine weitere Bebauung des sogenannten Westparks ausgesprochen. Dabei wurde auf die Bedeutung des Areals als grüne Lunge der Stadt, als Feinstaubfilter, ökologische Nische und Sozialraum für die dort lebenden Bewohner verwiesen ( WN berichteten). Die Anlieger hatten gegen die städtische Planung Unterschriften gesammelt und im Rahmen eines Viertel-Festes auf die Bedeutung des Quartiers hingewiesen.

Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick betonte, dass er mit dem Beschluss der Politik zwar „meinen tiefen Frieden habe“. „Ich finde die Entscheidung aber nicht konsequent“, so Groß-Holtick angesichts der Tatsache, dass die Stadt Wohnraum schaffen müsse, im Bögehold städtische Flächen verfügbar und die Schaffung von Baurecht dort möglich sei. Im Übrigen vermisse er, dass im Ausschuss jemand die Lanze für die Menschen in der Stadt breche, die händeringend Wohnraum suchen. „Und das sind mehr, als die, die da wohnen.“

Der Baurat warb im Ausschuss erneut für eine „maßvolle Verdichtung der Bebauung“ im Quartier, holte sich für den Vorschlag aber eine Abfuhr. Auch Markus Busen ( FDP ) scheiterte mit einem zaghaften Versuch, den von den Liberalen mitgetragenen Antrag aufzuweichen und in den Randbereichen zur Enscheder Straße doch über eine Verdichtung nachzudenken.

Für den Bereich östlich der Eichenhofstraße beschloss der Ausschuss in einem weiteren Tagesordnungspunkt, dass das Areal der ehemaligen Hans-Christian-Andersen-Schule mit Reihen- und Doppelhäusern bebaut werden soll. Bis zur nächsten Ausschuss-Sitzung soll die Verwaltung einen Entwurf für einen entsprechenden Bebauungsplan vorlegen. Außerdem soll in diesem Bereich die Möglichkeit für Senioren-Wohnen vorgesehen werden.

Sollte sich für ein entsprechendes Modell bis Ende 2020 kein Investor/Betreiber finden, werden auch diese Flächen für den Bau von Reihenhäusern genutzt. Bei der Umsetzung der Planung im gesamten östlichen Bereich soll schonend mit dem Baumbestand umgegangen werden - die Politik will auf einem Plan sehen, welche Bäume erhalten bleiben bzw. gefällt werden und wo Neupflanzungen geplant sind.

Die Anlieger des Bögehold zeigten sich am Ende mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir sind froh, dass der Westpark in Gänze erhalten bleibt, das war unser oberstes Ziel“, so Sprecherin Christiane Nitsche. Auch dass es im östlichen Bereich jetzt eine baumschonende und harmonische Bebauung geben soll, werde begrüßt. „Wir sind froh und dankbar, dass die Politik unseren Wünschen gefolgt ist.“ Der Fall Westpark sei für die Anrainer und für sie persönlich ein „Lehrstück für lokale Politik“. Es habe gezeigt, dass Politik einerseits bereit sei, auf den Bürger zuzugehen, andererseits durch Bürgerengagement aber auch etwas zu erreichen sei. Christiane Nitsche: „Darauf sind wir auch ein bisschen stolz.“

Die Anwohner wollen jetzt aber nach diesem Happy End nicht die Hände in den Schoß legen: „Wir werden weiter aktiv bleiben“, sagte Nitsche unter Hinweis auf geplante Aktionen.

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