Informationen aus Anlass der Fairen Woche
Aufgewacht! Warum fairer Kaffee besser ist

Gronau -

Zur derzeit laufenden Fairen Woche gibt es gute Nachrichten aus dem Fairen Handel: In den letzten fünf Jahren hat sich der Umsatz mit fair gehandelten Produkten mehr als verdoppelt. Im Durchschnitt geben deutsche Verbraucher etwas mehr als 20 Euro für Fairtrade-Produkte aus. Der stärkste Umsatzbringer ist Kaffee. Gemessen am gesamten Kaffeekonsum in Deutschland, ist der faire Anteil aber noch immer gering: „Erst jede zwanzigste Tasse Kaffee, die in Deutschland getrunken wird, stammt aus Fairem Handel“, sagt Elke Liening , Leiterin der Verbraucherzentrale in Gronau. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt zur Fairen Woche, warum fairer Kaffee besser ist:

Donnerstag, 19.09.2019, 07:31 Uhr aktualisiert: 19.09.2019, 08:15 Uhr
Der Anteil an Fairtrade-Kaffee in Deutschland wächst – dennoch stammt erst jede 20. Tasse aus fairem Handel.
Der Anteil an Fairtrade-Kaffee in Deutschland wächst – dennoch stammt erst jede 20. Tasse aus fairem Handel. Foto: nn

► Schonender Umgang mit Mensch und Umwelt: Kaffee aus fairem Handel steht für Anbaubedingungen, bei denen Mensch und Umwelt nicht ausgebeutet werden. Kaffeebauer erhalten für ihre Ernte einen garantierten Mindestpreis. Das ist für die Bäuerinnen und Bauern existenzsichernd, denn angesichts der Niedrigpreise für Rohkaffee auf dem Weltmarkt können über die Hälfte von ihnen im konventionellen Handel nicht einmal ihre Produktionskosten decken und leben in bitterer Armut. Ein weiterer Vorteil im Fairen Handel: Die Menschen in den Anbauländern erhalten Geld für Projekte, über die sie selbst entscheiden und die sie eigenständig umsetzen. So verbessern sich die Lebensumstände in den Ländern des Südens nachhaltig. Übrigens: 77 Prozent des fair gehandelten Kaffees ist in Bio-Qualität erhältlich. Dies bedeutet, dass der Einsatz von Pestiziden auf den Plantagen verboten ist. Die Organisation „Fairtrade“ fördert den Bio-Anbau mit einer zusätzlichen Prämie.

►  Klimawandel und Kaffeeanbau: Der Klimawandel führt zu mehr Unsicherheiten für die Kaffeebauern. Nicht nur, dass extremes Wetter die Ernte vernichtet, auch der Befall der Kaffeepflanzen mit Krankheiten nimmt zu – zum Beispiel durch den Pilz Kaffeerost, der die Blätter wie verrostet aussehen lässt. Ein solcher Befall kann für die Produzenten den Ruin bedeuten. Denn mit den geringen Preisen, die sie für ihr Produkt erzielen, können sie keine Rücklagen bilden, um neue Kaffeebäume zu pflanzen. Der faire Handel hilft durch eine bessere Bezahlung und Beratung der Bäuerinnen und Bauern, diese Risiken abzumildern und deren Existenzen zu sichern.

► Fair kaufen – gewusst wo: Fast alle Discounter und Supermärkte bieten inzwischen fairen Kaffee an. Zu erkennen ist er am blau-grünen Fairtrade-Siegel. In Weltläden ist ausschließlich fair gehandelter Kaffee im Sortiment, auch in Cafés und Restaurants wird er inzwischen immer häufiger angeboten. Bei vielen Ketten und Coffee-Shops lohnt es sich nachzufragen, ob es für die nächste Füllung des Kaffeebechers auch eine fair gehandelte Alternative gibt.

Welche Siegel beim nachhaltigen Einkauf helfen und was sie genau bedeuten, erklärt die Verbraucherzentrale Gronau an ihrem diesjährigen Infostand gemeinsam mit der Freiwilligenzentrale auf dem Wochenmarkt in Gronau zur Fairen Woche am Samstag (21. September) von 10 bis 12 Uhr.

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