Integrationskonferenz im „Haus der Begegnung“
Vieles ist gut, vieles zu verbessern

Gronau -

Es wurde und wird bisher von allen Beteiligten schon viel gute Arbeit geleistet. Aber vieles ist sicher noch verbesserungsfähig – und es bleibt noch viel zu tun. Auf diese kurze Formel lassen sich die Erkenntnisse und Ergebnisse der Integrationskonferenz bringen, zu der Ahmet Sezer, Integrationsbeauftragter der Stadt Gronau, jetzt ins „Haus der Begegnung“ eingeladen hatte.

Dienstag, 24.09.2019, 09:15 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 15:50 Uhr
In Gruppen analysierten die Teilnehmer der Integrationskonferenz besondere Problemfelder und sich daraus ergebende mögliche Verbesserungen.
In Gruppen analysierten die Teilnehmer der Integrationskonferenz besondere Problemfelder und sich daraus ergebende mögliche Verbesserungen. Foto: Norbert Diekmann

In seinem Einleitungsreferat zog Sezer – ausgehend vom Integrationskonzept der Stadt – eine durchweg positive Bilanz. Auf dieser Basis hatten dann die ehrenamtlich tätigen Sprecher der verschiedenen Migrantengruppen und Mitarbeiter von Beratungseinrichtungen sowie die Mitglieder des Integrationsrates Gelegenheit, miteinander ins Gespräch kommen.

Dass diese Integrationskonferenz eine „starke Idee“ sei, um alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, hob zuvor der stellvertretende Bürgermeister Christian Post in seinem Grußwort hervor. Er plädierte für regelmäßige Wiederholungen der Konferenz. Vor allem in der Integrationsarbeit sei es wichtig, dass auch die hochverdiente Wertschätzung für die geleistete Arbeit zum Ausdruck gebracht werde. Auch künftig sei es wichtig und notwendig, dass Erfahrungsaustausch und die Entwicklung von Perspektiven nicht zu kurz kommen.

In drei Gruppen analysierten die Konferenzteilnehmer dann besondere Problemfelder und erarbeiteten Vorschläge für die weitere Integrationsarbeit. Sarah Kattenbeck von der Antidiskriminierungsstelle des DRK und Torsten Henseler vom Kreis Borken übernahmen die Moderation der Gruppenarbeit.

Nach der ersten Diskussionsrunde berichteten Matthias Wübbeling vom Fachdienst Integration der Caritas und Sarah Kattenbeck (DRK), dass Defizite bei der Teilnahme von Minderheiten am politischen und öffentlichen Leben beklagt werden. Es fehle an Begegnungsmöglichkeiten, nicht nur innerhalb und zwischen den Migrantengruppen, sondern auch für Begegnungen zwischen Alt-Gronauern und Gronauern mit Migrationshintergrund. Auch andere konkrete Probleme – wie der Zugang zur Berufswelt oder die Anerkennung von Bildungsabschlüssen – wurden angesprochen.

Jan Meller ergänzte den ersten Gruppenbericht um einige konkrete Anregungen hinsichtlich der Erreichbarkeit von Begegnungsstätten, zur Integrationsarbeit in den Sportvereinen sowie zur Frage der Übersetzerkosten bei Arzt- und Anwaltskontakten. Konkret angeregt wurde, Schwimmzeiten für Frauen in den städtischen Bädern zu schaffen und eine Öffnung der Stadtbüchereien am Wochenende.

Aus der dritten Gruppe stellten Julia Friedmann (Caritas) und Wolfgang Puke (Jugendmigrationsdienst) eine ausführliche Bilanz vor. Nach positiven Aspekten folgte eine Liste von Verbesserungsvorschlägen. Es sei gut, dass die Stadt bunter werde, das „ Haus der Begegnung “ sei ein hilfreicher Anlaufpunkt, die Arbeit der zahlreichen Ehrenamtler und die des Integrationsbeauftragten Sezer fanden großen Beifall. Auch der Integrationsrat leiste gute Arbeit, so das Fazit.

Negativ und damit verbesserungswürdig seien andererseits Dinge wie etwa die Qualität von Sprachkursen, wenn diese nicht von Muttersprachlern geleitet werden, der in Gronau mangelhafte Internetempfang oder die Kommunikation der Einrichtungen untereinander.

Für die künftige Arbeit wurden unterschiedliche Aspekte der Diskriminierung benannt. Dabei geht es besonders um Benachteiligung bei der Stellensuche und bei der Entlohnung, vor allem durch Subunternehmen, aber auch um Benachteiligung von Migranten bei der Wohnungssuche. Interessanterweise erfahren auch Migranten gemeinsam mit allen Gronauern immer noch Vorurteile gegen Gronau: „Ach ja, Du kommst aus Gronau . . .“

Zunehmend werden Migranten auch in Gronau mit rechten Parolen konfrontiert, wurde berichtet. Als Problem benannt wurde auch, dass in den Medien Nationalität und Religionszugehörigkeit genannt werden, auch wenn sie für das jeweilige Ereignis nicht relevant seien. Insgesamt müsse für die Ausbildung von Empathie und Toleranz mehr getan werden, die Wissensvermittlung über Kultur und die Regeln des Zusammenlebens seien zu verbessern.

Aus den Berichten der Gruppenarbeit ergibt sich ein umfassendes Programm für die weitere Erarbeitung von Handlungsansätzen, die Integrationsrat, Beratungsstellen und Migrantengruppen für die künftige Arbeit inspirieren werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6954194?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Legenden, Freaks und coole Socken
Kinder der Kita St. Peter und Paul in Nienborg singen im Karaoke-Studio „Däpp Däpp Däpp, Johnny Däpp Däpp“ . . .
Nachrichten-Ticker