Kampagne der Verbraucherzentrale
(Keine) Zeit für (falsche) Entscheidungen

Gronau -

Angesichts des Klimawandels fragen sich viele, welchen Beitrag sie selbst zum Klimaschutz leisten können. Immerhin verbraucht jeder Mensch Strom und Wärmeenergie. Die Verbraucherzentrale NRW weist im Rahmen ihrer Herbstkampagne „(Keine) Zeit für (falsche) Entscheidungen!“ auf Chancen hin – und macht auch auf Knackpunkte und mögliche falsche Entscheidungen aufmerksam. „Nur wer gut informiert handelt, holt das Beste für das Klima – und nebenher auch für das eigene Konto – raus“.

Mittwoch, 02.10.2019, 08:00 Uhr
Hans-Jürgen Janning und Elke Liening informieren zum Energiesparen und Energieerzeugung.
Hans-Jürgen Janning und Elke Liening informieren zum Energiesparen und Energieerzeugung. Foto: Martin Borck

Die Leiterin der Beratungsstelle Gronau, Elke Liening , und Energieberater Hans-Jürgen Janning gaben am Dienstag in einem Pressegespräch Entscheidungshilfen. Wann zum Beispiel lohnt die Anschaffung eines neuen Kühlschranks? Einige Faktoren sollten bei der Auswahl bedacht werden. „Wissen sollte man, dass ein Kühlschrank mit dem Effizienzlable A+++ im Vergleich zum A++ rund 20 Prozent weniger Strom verbraucht. Der Unterschied zu Kühlschränken mit dem A-Lable ist noch größer: 55 Prozent. „Das bringt schon richtig was“, sagt Janning.

Doch die Herstellung eines Kühlschranks kostet ebenfalls Energie. Diese Tatsache muss bei der gesamtökologische Betrachtung berücksichtigt werden. Janning gibt Entscheidungshilfe: „Bei der durchschnittlichen Lebensdauer eines Kühlschranks entfallen 78 Prozent des COVerbrauchs auf den Betrieb, 22 Prozent auf Herstellung, Transport und Entsorgung.“ Was ebenso wenig vernachlässigt werden darf: Die Dämmung lässt im Laufe der Zeit nach. Auch das lässt den Stromverbrauch steigen. „Nach 18 Jahren um 30 Prozent.“

Bei Auswahl des Geräts sollte man auf die Größe achten. „Für einen Zwei-Personen-Haushalt reichen meistens 100 Liter Volumen.“ Pro Person mehr im Haushalt können 50 Liter dazukommen.

Wer wissen möchte, wie viel Strom sein Kühlgerät frisst, kann sich in der Beratungsstelle ein Messgerät ausleihen. Mit dessen Hilfe und ein bisschen Einmaleins lassen sich die jährlichen Stromkosten ermitteln – und damit das Einsparpotenzial.

Zweites Thema von Liening und Janning: Photovoltaik (PV). Lohnt sich die Installation noch? „Ja“, sagt Janning. Allerdings rät er Interessenten, sich schnell zu entscheiden. Die Einspeisevergütung geht zurück. Die Tendenz geht zu größeren Anlagen – weil deren Installation pro Kilowatt günstiger ist als eine kleine Anlage. Der Unterschied zwischen mono- oder polykristallinen Modulen ist ihm zufolge inzwischen vernachlässigbar. Dünnschichtmodule haben einen schlechteren Wirkungsgrad. Relativ neu am Markt sind Leistungsoptimierer, die die Verluste durch Schattenwurf auf einzelne PV-Module verringern.

Als „Balkon-Solarmodul“ werden bis zu 600 Watt starke Photovoltaiksysteme bezeichnet, die im einfachsten Fall an normale Steckdosen im Haushalt angeschlossen werden. Sie dürfen unter bestimmten Bedingungen Strom direkt ins Stromnetz der Wohnung einspeisen. Sie erzeugen genug Energie, um Dauerverbraucher wie Kühlschrank und Stand-By-Funktionen zu versorgen, so die Verbraucherzentrale .

Auch beim Thema PV-Anlagen spielen viele Faktoren eine Rolle, wie die Höhe des Eigenverbrauchs und die Größe der vorhandenen Dachfläche, um nur einige zu nennen. Daher ist es sinnvoll, sich zu informieren und individuell beraten zu lassen. Die Verbraucherberatung hält entsprechende Broschüren bereit.

Zum Thema

Die Verbraucherzentrale bietet regelmäßig kostenlos Energieberatungen und Basis-Checks an. In Kooperation mit der Euregio-VHS lädt die Gronauer Beratungsstelle zu drei Vorträgen ein: „Moderne Heiztechnik im Vergleich“ heißt es am 10. Oktober (Donnerstag) um 19.30 Uhr in der Beratungsstelle Gronau, Konrad-Adenauer-Straße 47-49. Am 7. November (Donnerstag) gibt es an derselben Stelle um 19 Uhr Informationen zum Thema „Fördermittel für Hauseigentümer für energieeffizientes Bauen und Sanieren“. Am 23. Januar geht es um 10 Uhr um das Thema Energiesparen. Anmeldungen nimmt die VHS unter '  02562 12666 entgegen. Am 29. November findet von 9 bis 13 Uhr im Kreishaus Borken ein Beratungstag „Stromsparen leicht gemacht“ in Kooperation mit dem Klimamanager des Kreises statt.

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