Rythmikgeragogik hilft Senioren
Trommeln für die Lebensqualität

Epe -

Elf Bewohnerinnen und Bewohner des St. Agatha-Domizils sitzen im Kreis und halten unterschiedlich große Rahmentrommeln, sogenannte „Sound Shapes“, in ihren Händen. Sanft imitieren sie Regen mit ihren Fingern auf den Trommeln.

Freitag, 18.10.2019, 10:08 Uhr aktualisiert: 18.10.2019, 10:10 Uhr
Monika Mayr (rechts) von der LMA bei den trommelnden Senioren im St.-Agatha-Domizil. Das Angebot ist Teil einer Fortbildung der Landesmusikakademie.
Monika Mayr (rechts) von der LMA bei den trommelnden Senioren im St.-Agatha-Domizil. Das Angebot ist Teil einer Fortbildung der Landesmusikakademie. Foto: Ansgar Höing

Elf Bewohnerinnen und Bewohner des St. Agatha-Domizils sitzen im Kreis und halten unterschiedlich große Rahmentrommeln, sogenannte „Sound Shapes“, in ihren Händen. Sanft imitieren sie Regen mit ihren Fingern auf den Trommeln. Dann wird Donner durch kräftigeres Schlagen nachgeahmt. Beim Streicheln der Felle scheint die Sonne und alle strahlen mit. Kurz darauf wird die Rahmentrommel zum Tablett und jeder sagt, welches Getränk er gerne serviert bekommen möchte. So kommt Partystimmung auf und dann wird’s richtig turbulent. Monika Mayr , Musiktherapeutin der Landesmusikakademie in Nienborg, haut in die Tasten des Klaviers und spielt fröhliche Lieder, die von den Senioren spontan laut mitgesungen werden.

Die elf Senior-Musikanten lassen sich so intensiv darauf ein, dass sie wohl gar nicht mehr wahrnehmen, dass noch andere Personen im Raum sind. Diese sitzen hinter den Senioren und schreiben ihre Notizblöcke voll mit dem, was sie gerade erleben. Es sind Teilnehmer eines Kursangebotes der Landesmusikakademie (LMA) NRW, die einen mehrtägigen Kurs in Rythmikgeragogik belegt haben. Das sind zumeist junge Menschen, die selbst mit Seniorenbetreuung oder Freizeitpädagogik zu tun haben.

Hinter dem Begriff Rythmikgeragogik (zusammengesetzt aus Rythmik, Gerontologie und Pädagogik) verbirgt sich ein innovatives Konzept. Monika Mayr von der LMA: „Das ist eine ganzheitliche Arbeitsweise, die durch den Wechselbezug von Musik, Bewegung und Sprache, verbunden mit der strukturierenden Kraft von Rhythmen, für Menschen in der dritten und vierten Lebensphase die Erhaltung ihrer Lebensqualität unterstützt.“ Verfolgt werde dabei die Förderung des Kontakt- und Kommunikationsaufbaus, die Erweiterung verbaler und nonverbaler Ausdrucksmöglichkeiten, die Sensibilisierung der Wahrnehmungsfähigkeiten sowie die allgemeine Steigerung der Mobilität.

Ein weiteres Ziel der Rhythmikgeragogik sei die Schaffung bzw. Stärkung von Sicherheit und Vertrauen in die eigenen körperlichen wie geistigen Fähigkeiten, erklärt die Vollblut-Musikerin. Durch die Wechselbeziehung von Musik, Bewegung und Sprache entstünden wertschätzende und interaktive Begegnungen, die auch älteren Menschen eine Möglichkeit bieten, sich künstlerisch mit dem Altern auseinanderzusetzen.

Dass das gelingt, spürt jeder im Raum – die Kursteilnehmer ebenso wie die Trainerin und allen voran die Senioren. „Ein fantastisches Konzept“, schwärmt auch Anja Doetkotte, Einrichtungsleiterin des St.-Agatha-Domizils, „wir sind sehr froh über die Anfrage der Landesmusikakademie, den praktischen Teil des Kurses mit unseren Altenhilfeeinrichtungen durchführen zu können.“

Und das ist der eigentliche Grund für diesen lebendigen Vormittag. „Es handelt sich hier um die Auftaktveranstaltung zu einer fünfteiligen Gruppenphase des Fortbildungs-Angebotes der Landesmusikakademie“, berichtet Anja Doetkotte. „Nach jeder Großgruppenrunde, die Monika Mayr doziert, gehen die Kursteilnehmer an allen fünf Terminen in Kleingruppen und Einzelbegleitungen. Diese finden auf allen Hausgemeinschaften und auch in der Tagespflege des St.-Agatha-Domizils statt. Alle Beteiligten haben etwas davon und denen macht es sichtlich viel Freude“, so Anja Doet­kotte.

Wer sich für eine Teilnahme an einem der Kurse interessiert, kann sich weiter informieren unter:

 

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