Erbrechtstage: Der Übergabevertrag und die Zehn-Jahresfrist
Chancen, Risiken und Nebenwirkungen

Gronau -

Die wirtschaftliche Lebensleistung einer Familie verkörpert sich regelmäßig in einer Immobilie, insbesondere im selbst genutzten Eigenheim. Die Entscheidung, eine solche Immobilie bereits zu Lebzeiten zu übertragen, sollte daher wohlüberlegt getroffen sein. Und genau darum geht es bei den diesjährigen Erbrechtstagen.

Samstag, 19.10.2019, 11:00 Uhr
Felizita Söbbeke
Felizita Söbbeke Foto: privat

Den Themen Übergabevertrag und Zehn-Jahresfrist sind die Gronauer Erbrechtstage in diesem Jahr gewidmet. Die Anwaltskanzlei Söbbeke und die Volksbank Gronau-Ahaus laden zu diesem Thema am 5. November (Dienstag) und 6. November (Mittwoch) jeweils um 19 Uhr in die Hauptstelle der Volksbank in Gronau an der Neustraße 42-46, ein. Eintrittskarten sind im Vorverkauf in den Hauptstellen der Volksbank in Gronau und Epe zu einem Preis von vier Euro je Abend erhältlich. Die Eintrittsgelder werden in diesem Jahr der Bürgerstiftung Gronau zugeführt.

Die wirtschaftliche Lebensleistung einer Familie verkörpert sich regelmäßig in einer Immobilie, insbesondere im selbst genutzten Eigenheim. Die Entscheidung, eine solche Immobilie bereits zu Lebzeiten zu übertragen, sollte daher wohlüberlegt getroffen sein.

Die Interessenlage und die Motivation für eine Übertragung zu Lebzeiten basieren nach Erfahrung der Referentin, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Erbrecht und Notarin Felizita Söbbeke, im Wesentlichen auf vier verschiedenen Motivationen und Lebensgrundlagen. Die Kinder ziehen mit in die von den Eltern bewohnte Immobilie, größerer Finanzierungsbedarf für Umbau- und Renovierung ist notwendig; einem Sozialhilferegress des Sozialversicherungsträgers bei Unterbringung in einem Pflegeheim soll vorgebeugt werden; die Pflichtteilsansprüche unliebsamer Erben sollen reduziert werden; die Übertragung soll bereits zu Lebzeiten erfolgen, um Steuerfreibeträge im Zehnjahresrhythmus neu ausschöpfen zu können.

Einerseits besteht daher der Wunsch, bereits zu Lebzeiten Vermögen zu übertragen und andererseits das Bedürfnis des Schenkers, entweder noch Einfluss auf das Weggeschenkte zu nehmen oder es weiterhin zu nutzen.

Der Beschenkte hat ein Interesse daran, durch die Übertragung keine Nachteile zu haben. Außerdem ist die Sichtweise der Kinder, die keine Schenkung erhalten, zu berücksichtigen.

Anhand konkreter Beispiele zu diesen vier Ausgangssituationen wird die Referentin die Chancen und Risiken einer Übertragung zu Lebzeiten darstellen und gleichzeitig Möglichkeiten aufzeigen, wie Risiken zu vermeiden sind.

Der Vortrag wird die Sicherungsmöglichkeiten zugunsten des Schenkers beleuchten, darauf eingehen, welche Risiken ein Rückforderungsrecht auffangen kann und wie dieses zu gestalten ist. Die Referentin wird zudem erklären, ob und wie vermieden werden kann, dass im Fall der Pflegeheimunterbringung das selbst genutzte Eigenheim zur Finanzierung der Pflegekosten herangezogen wird. Ebenfalls wird sie die Grundzüge des Erbschaftssteuerrechtes darstellen und Tipps geben, wann schon zu Lebzeiten eine Schenkung sinnvoll ist sowie Tipps und Hinweise zu anderen verschenkbaren Dingen (Lebensversicherungen, Bausparverträge und Geld) geben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7009065?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Mehr Glanz für die Promenade
Münsters grünes Glanzstück, die Promenade, soll nach einer umfassenden Bestandsaufnahme komplett saniert werden. Dafür will die Stadtverwaltung im kommenden Jahr ein Gesamtkonzept vorstellen.
Nachrichten-Ticker