Neue Debatte um Sponsor-Namen für Sportanlagen
Umbenennung soll leichter werden

Gronau -

Das Thema ist alt, der Auftrag der Politik aber durch die Verwaltung bisher nicht abgearbeitet – daher muss sich der Sportausschuss jetzt erneut mit der Namensgebung für Sportanlagen befassen.

Montag, 21.10.2019, 09:26 Uhr aktualisiert: 21.10.2019, 10:00 Uhr
Die Anlage am Wolbertshof sollte schon 2014 in „Urenco Fußballpark“ umbenannt werden. Dieser Beschluss führte im Rat zur Anregung, einen Kriterienkatalog für die Vergaben vom Sportstätten-Bezeichnungen zu erstellen. Am 29. Oktober wird der Fachausschuss über das Thema beraten.
Die Anlage am Wolbertshof sollte schon 2014 in „Urenco Fußballpark“ umbenannt werden. Dieser Beschluss führte im Rat zur Anregung, einen Kriterienkatalog für die Vergaben vom Sportstätten-Bezeichnungen zu erstellen. Am 29. Oktober wird der Fachausschuss über das Thema beraten. Foto: Klaus Wiedau

Das Thema „Umbenennung von städtischen Freisportanlagen“ beschäftigte die politischen Entscheidungsträger bereits im Jahr 2003. Damals beschloss der Rat, dass eine Umbenennung städtischer Sportanlagen durch Vereine erfolgen könne. Voraussetzung: Die Vereine untereinander sind sich einig und die Zustimmung von Fachausschuss und Rat liegt vor. Zudem sollten die gewünschten neuen Bezeichnungen der Stadt rechtzeitig mit ausreichender Begründungen bekanntgegeben werden.

Grundlage war damals der Gedanke, durch eine Umbenennung von Sportanlagen Sponsoringleistungen akquirieren zu können, um die wirtschaftliche Situation der Sportvereine zu verbessern. Thematisiert wurde seinerzeit auch, dass eine Umbenennung, „das ethische und moralische Empfinden der Bürgerinnen und Bürger und eine mögliche Suchtproblematik ausreichend berücksichtigen sollte. Danach sollte eine Namensänderung ausgeschlossen werden, die mit Zigaretten-, Alkohol-und Drogenkonsum in Verbindung gebracht werden kann“.

Elf Jahre später beantragte der Verein Vorwärts Epe die Umbenennung des Wolbertshofs in „ Urenco Fußballpark“. Diskutiert wurde dieser Vorschlag im Sportausschuss Anfang 2015, der dem Vorschlag mit sieben Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen folgte. Diesen Beschluss kassierte der Rat in seiner Sitzung Ende Februar 2015 aber. Teils wurden in der Debatte grundsätzliche Bedenken gegen das Unternehmen Urenco als Sponsor genannt, teils wurde gefordert, einen grundsätzlichen Kriterienkatalog für die Vergabe von Sportstätten-Bezeichnungen im Zusammenhang mit Sponsoren zu erstellen. Stichworte für den Kriterienkatalog sollten die vertragliche gesicherte und außergewöhnliche Förderung über fünf Jahre sein; zudem sollte sie nur für Sportanlagen gelten, an deren Unterhalt sich Vereine beteiligen. Außerdem sollten Sponsoren, die den ethischen Normen der Stadt nicht entsprechen, nicht berücksichtigt werden.

Der Auftrag, diesen Kriterienkatalog im Detail auszuarbeiten, sei bisher nicht erledigt worden, stellt jetzt der Stadtsportverband in einem Schreiben an die Stadt fest. Dadurch werde eine Umbenennung/Namensgebung von Sportstätten in Gronau verhindert. Angesichts der Tatsache, dass „Sponsoring im gemeinnützigen Sektor mehr und mehr zu einem festen Bestandteil der Mittelakquise“ werde, so der Stadtverbandsvorsitzende Werner Hölscher, dürfe den Vereinen nicht die Möglichkeit verwehrt werden, „eine Sportstätte durch eine Namensgebung zur wirtschaftlichen Stabilität eines Sportvereins zu nutzen“.

Der Stadtsportverband beantragt daher, die Regelung aus dem Jahr 2003 – siehe Anfang des Textes – wieder in Kraft zu setzen. Das Thema geht am 29. Oktober im Sportausschuss in die nächste Beratungsrunde. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Rathaus.

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