Vortrag am 6. November im St.-Antonius-Hospital
Inkontinenz ist behandelbar

Gronau -

Unter dem Titel „Wir reden drüber“ lädt das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am St.-Antonius-Hospital Gronau am 6. November (Mittwoch) zu einem Vortrag ein. Er beginnt um 19 Uhr im Vortragsraum der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege im Obergeschoss des Altbaus am Krankenhaus.

Mittwoch, 23.10.2019, 09:00 Uhr
Dr. Mustapha Addali (stehend) und weitere Experten des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums laden zu einem interessanten Patientenvortrag in das St. Antonius-Hospital ein.
Dr. Mustapha Addali (stehend) und weitere Experten des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums laden zu einem interessanten Patientenvortrag in das St. Antonius-Hospital ein. Foto: St.-Antonius-Hospital Gronau

Kontinenzprobleme sowie durch Gebärmutter-, Blasen- oder Darmsenkung hervorgerufene Beschwerden gehören zu den Volkskrankheiten. Reden möchten die Betroffenen darüber am liebsten gar nicht. Mehr als 60 Prozent der Betroffenen scheuen den Arztbesuch, über die Hälfte der betroffenen Deutschen, so aktuelle Schätzungen, findet sich mit der Inkontinenz ab.

Ihre Situation finden viele Menschen irgendwann „normal“ oder denken, dass dies eben ab einem gewissen Alter dazugehöre. Dabei können die Beschwerden in den meisten Fällen gelindert oder geheilt werden. Voraussetzung: Die Betroffenen müssen sich einem Arzt anvertrauen und offen über das Problem sprechen. Ein Vortrag mit verschiedenen Experten bietet Gelegenheit, sich zu Ursachen und Therapien zu informieren.

Gute Erfahrungen hat das Team unter Leitung von Dr. Mustapha Addali mit dem breiten Angebot spezieller Sprechstunden für Männer und Frauen. Das interdisziplinäre Team am Antonius-Hospital verfügt über eine hervorragende Infrastruktur und Expertise in verschiedenen Fachgebieten. Dazu gehören vor allem die Kliniken für Urologie, Gynäkologie, Allgemeinchirurgie und Gastroenterologie. Darüber hinaus gehören die Abteilungen für Physiotherapie, Schmerztherapie und Anästhesie sowie die spezielle Pflege zu den Leistungskomponenten des von der Deutschen Kontinenzgesellschaft zertifizierten Zentrums.

Dementsprechend breit gefächert sind die Themen der Vorträge. Prof. Dr. Dr. Matthias Oelke, Leitender Arzt des Wissenschaftszentrums und als Oberarzt in der Urologie tätig, spricht über „Moderne Therapie der Dranginkontinenz“. Als Dranginkontinenz bezeichnet man den starken, unwillkürlichen und nicht unterdrückbaren Harndrang mit Urinverlust. Die Dranginkontinenz kann mit einer Vielzahl von Möglichkeiten behandelt werden, die stufenweise eingesetzt werden.

Zum Thema Belastungsinkontinenz und mögliche Folgen spricht Dr. Mustapha Addali. Die Belastungsinkontinenz beschreibt den Urinverlust bei körperlicher Aktivität ohne spürbaren Harndrang. Frauen sind aufgrund ihrer Anatomie und meist schwangerschaftsbedingter Beckenbodensenkungen besonders häufig davon betroffen. Bei Druck auf den Bauchraum können die Betroffenen den Urin nicht mehr halten. Auch bei Männern kann es zur Belastungsinkontinenz kommen. Ursache ist oft ein geschwächter Blasenschließmuskel u.a. nach einer Prostataoperation, einer Bestrahlung oder Operationen im Becken.

Dr. Geertruida van Wonderen, Oberärztin in der Gynäkologie, berichtet über Beschwerden durch Gebärmuttersenkung und -vorfall, also die Lageveränderung der Gebärmutter. Durch das natürliche Absenken der Gebärmutter können die Harnblase und der Darm ebenfalls absinken und sich in die Scheide vorwölben. Am häufigsten machen sich die Beschwerden in oder nach den Wechseljahren bemerkbar. Die Beschwerden sind abhängig von der Art und dem Schweregrad der Senkung. Eine Gebärmuttersenkung ist heute gut zu behandeln. Welche Therapie gewählt wird, hängt nicht nur von den subjektiven Beschwerden ab, sondern auch vom Schweregrad der Senkung beziehungsweise den zusätzlichen Symptomen.

Auch Stuhlinkontinenz ist ein weit verbreitetes Problem. Zu dem sensiblen Thema referiert Stefan Ruf, Oberarzt der Allgemeinchirurgie am Antonius-Hospital. Während viele Betroffene das Thema Stuhlinkontinenz aus Schamgründen verdrängen und sich mit allen erdenklichen Mitteln arrangieren, wird verkannt, dass es sich um eine Störung handelt, die oft behandelbar ist. Therapien und geeignete Hilfsmittel sind weit entwickelt und tragen dazu bei, ein weitgehend ungetrübtes Sozialleben zu führen.

Die Vorträge beginnen um 19 Uhr und dauern insgesamt etwa 90 Minuten. Im Anschluss stehen die Experten für Fragen zur Verfügung. Der Eintritt ist frei. Es wird um Anmeldung bis zum 31. Oktober bei Pflegekoordinatorin Karina Notthoff gebeten. Diese kann auch anonym erfolgen unter ✆  02562 9157878, E-Mail: kbbz@st-antonius-gronau.de.

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