Mahnwache und Polizeieinsatz
Urantransport unterwegs nach Russland

Gronau -

Ein Zug mit abgereichertem Uranhat am Montag die Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) in Richtung Russland verlassen.

Montag, 28.10.2019, 11:45 Uhr aktualisiert: 28.10.2019, 19:10 Uhr
Am Montagvormittag startete ein Zug mit abgereichertem Uran von der Urananreicherungsanlage Gronau.
Am Montagvormittag startete ein Zug mit abgereichertem Uran von der Urananreicherungsanlage Gronau. Foto: Guido Kratzke

Ein Zug mit 48 Containern, in denen sich abgereichertes Uran befindet, hat am Montag die Gronauer Urananreicherungsanlage (UAA) in Richtung Russland verlassen. Polizeikräfte sicherten das Gleis in Richtung Münster, über der Strecke war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

In den kommenden Tagen werden nach Angaben von Urenco-Sprecher Dr. Chris Breuer noch 24 weitere Container auf dem Straßenweg nach Amsterdam transportiert. Von dort werden sie dann nach St. Petersburg verschifft.

Urantransport von Gronau nach Russland

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Auf der Eisenbahnbrücke unweit des Urenco-Zugangstores hielt eine Handvoll Atomkraftgegner eine Mahnwache ab und protestierte gegen den ihrer Meinung nach „unverantwortlichen Uranmülltransport“. Bereits seit langem fordern Kernkraftgegner die sofortige Stilllegung der Gronauer Anlage, „damit der Atommüllberg nicht immer größer wird und mit Uran aus Gronau nicht weiterhin Atomkraftwerke in zahlreichen Staaten betrieben werden können“, wie es in einer Mitteilung heißt.

Die Gefahrgutaufkleber entsprachen nach Ansicht von Demonstranten nicht den gesetzlichen Vorgaben.

Die Gefahrgutaufkleber entsprachen nach Ansicht von Demonstranten nicht den gesetzlichen Vorgaben. Foto: Guido Kratzke

Kritik an den Transporten äußerte am Montag einmal mehr auch der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Die Linke): Es sei „skandalös, dass die Bundesregierung und die Landesregierung in NRW einfach nur tatenlos zusehen. Wir brauchen endlich ein umfassendes Uran-Export-Verbot und die Uranfabriken in Gronau und in Lingen müssen endlich in den Atomausstieg einbezogen und stillgelegt werden“.

Udo Buchholz (Arbeitskreis Umwelt Gronau) kritisierte vor Ort, dass die Gefahrgutschilder an den Zugwaggons nach seiner Meinung aus Kunststoff seien, der im Falle eines Brandes schmelzen könne. Einsatzkräfte wären dann, so Buchholz gegenüber unserer Zeitung, nicht mehr in der Lage, Rückschlüsse auf den Inhalt der Transportbehälter zu ziehen. Buchholz forderte die Polizei vor Ort auf, die Frage der Zulässigkeit derartiger Schilder zu prüfen. Der Zug konnte dennoch das Firmenareal verlassen. Die Demonstranten mutmaßten, dass die Aufkleber erst kurzfristig an den zwölf Transportanhängern angebracht worden seien.

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