Zeitzeuge Bert Woudstra bei der Säuberungsaktion / Dienstag Vortrag in Epe über Besatzungszeit
Die Stolpersteine glänzen wieder

Gronau -

Bert Woudstra fand lobende Worte für die Aktion der Schülerinnen und Schüler: „Toll, dass sie das machen.“

Donnerstag, 31.10.2019, 08:00 Uhr
Der Enscheder Bert Woudstra (Mitte) erlebte die Judenverfolgung. Er überlebte, weil er und seine Familie untertauchen konnten. In Gronau und Epe erinnern Stolpersteine an die Opfer des Holocausts. Schülerinnen und Schüler, in Gronau begleitet von ihren Lehrern Steffen Smit und Dr. Dieter Schwarze, befreiten sie am Mittwoch von Schmutz.
Der Enscheder Bert Woudstra (Mitte) erlebte die Judenverfolgung. Er überlebte, weil er und seine Familie untertauchen konnten. In Gronau und Epe erinnern Stolpersteine an die Opfer des Holocausts. Schülerinnen und Schüler, in Gronau begleitet von ihren Lehrern Steffen Smit und Dr. Dieter Schwarze, befreiten sie am Mittwoch von Schmutz. Foto: Martin Borck

Mit „das“ meinte er die Reinigung der Stolpersteine durch Jugendliche der Realschule Gronau und der Eper Gesamtschule. Die ins Pflaster eingelassenen Steine erinnern an die jüdischen Mitbürger aus Gronau und Epe , die während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft umgebracht wurden.

Der in Enschede lebende Woudstra war Zeitzeuge. Er wurde 1932 geboren. Mit acht Jahren erlebte der Sohn einer jüdischen Familie den Einmarsch der deutschen Truppen in die Niederlande. Stetig stärker wurden Juden drangsaliert und gedemütigt, festgenommen und deportiert. Der heute 87-Jährige überlebte den Krieg nur, weil mehr als ein Dutzend Familien ihn, seine Mutter und seinen Bruder aufnahmen und versteckten. Den Vater sah er 1941 zum letzten Mal. Er wurde deportiert und ermordet.

Unter welchen Umständen er selbst überlebte, darüber wird Bert Woudstra am Dienstag (5. November) um 19 Uhr im Rahmen der „Woche der Erinnerung“ im Pfarrhof St. Agatha in Epe erzählen.

Finn Schreiber gehört zu der Realschülern, die sich an der Reinigungsaktion beteiligten. „Wir haben das Thema gerade im Unterricht“, sagt er. Aber von der Judenverfolgung und dem Holocaust hatte er schon vorher gehört. „Schlimm, dass das passiert ist.“ Genau wie die antisemitischen Vorfälle der vergangenen Monate. Seine neben ihm stehenden Klassenkameraden stimmen ihm zu.

Derweil werden die Stolpersteine für die Familie Kaufmann/Zilversmid an der Neustraße gewienert. Die zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten erhalten eine gründliche Politur. Die Namen und Geburtsjahre der Ermordeten, das Lager, in das sie deportiert wurden und das Todesdatum sind eingraviert und nun wieder besser lesbar.

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