Fachausschuss stimmt mehrheitlich zu
Sportanlagen: Umbenennung künftig möglich

Gronau -

Sportvereine, die städtische Freisportanlagen nutzen, sollen diese künftig wieder umbenennen – also mit dem Namen eines Sponsors oder Mäzens versehen – können. Diese Vorgehensweise hat am Dienstagabend der Sportausschuss dem Rat empfohlen. Voraussetzung für eine Umbenennung soll aber die Einigung der Sportvereine über eine Namensgebung und die Zustimmung des Rates im jeweiligen Einzelfall sein.

Donnerstag, 31.10.2019, 07:24 Uhr aktualisiert: 31.10.2019, 07:50 Uhr
Sportanlagen sollen künftig den Namen von Persönlichkeiten oder auch Sponsorfirmen erhalten können. Dafür sprach sich der Fachausschuss mehrheitlich aus. Das letzte Wort hat der Rat.
Sportanlagen sollen künftig den Namen von Persönlichkeiten oder auch Sponsorfirmen erhalten können. Dafür sprach sich der Fachausschuss mehrheitlich aus. Das letzte Wort hat der Rat. Foto: Lukas Wiedau

Der jetzt im Ausschuss gefasste Beschluss ist dabei nicht neu, sondern bereits 16 Jahre alt. Im März 2003 beschloss der Rat – damals einstimmig – dieses Verfahren. Elf Jahre später beantragte der Sportverein Vorwärts Epe dann die Umbenennung der Sportanlage „Wolbertshof“ in „Urenco-Fußballpark“. Der Sportausschuss folgte diesem Antrag 2014 mit sieben Ja- und drei Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen. Im Stadtrat gab es daraufhin eine neue Debatte über Namensumwandlungen, an deren Ende der Rat seinen eigenen Beschluss aus dem März 2003 aussetzte. Zur Begründung hieß es damals, es solle zunächst ein Kriterienkatalog für die Umbenennungen erstellt werden – den gibt es bis heute nicht.

In der aktuellen Debatte des Themas im Sportausschuss am Dienstagabend machte Werner Hölscher, Vorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV), deutlich, dass der Dachverband des Gronauer Sports das Thema jetzt erneut in die Diskussion bringe, um eine Grundsatzentscheidung zu erwirken. Ein konkreter Antrag auf eine Umbenennung liege nicht vor, es gehe vielmehr darum, den Gronauer „Vereinen die Möglichkeiten zu geben, das zu tun, was andere Vereine im Kreis tun können“. Auch den Gronauer Sportvereinen müsse die Möglichkeit gegeben werden, sich durch eine Umbenennung der Sportanlage zugunsten eines Sponsors finanziell zu stärken. Der Ausschuss diskutierte die Frage im Anschluss kontrovers: Manfred Lenz (CDU) warb dafür, den ursprüngliche Beschluss aus dem Jahr 2003 wieder in Kraft zu setzen (der eine Umbenennung unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht). Die öffentlichen Gelder, die in die Sportvereine fließen, so sein Argument, machten nur einen Bruchteil dessen aus, was Vereine für ihre Arbeit aufzuwenden hätten. Insofern sei es gut, ihnen die grundsätzliche Möglichkeit zu bieten, weitere Gelder über Mäzenatentum oder Sponsoring zu akquirieren. Sprecher der SPD hielten dagegen: „Öffentliche Einrichtungen, die mit Steuergeldern unterhalten werden, sollten nicht wirtschaftlichen Interessen unterzogen werden“, so Werner Bajorath. Jedes andere Sponsoring sei den Vereinen unbenommen, die im Übrigen von der Stadt finanziell durchaus gut ausgestattet würden. Auch Olaf Jürgens lehnte seine Zustimmung ab, „die öffentliche Hand sollte Neutralität wahren“, so die Begründung. Heiko Göhlfennen (sachkundiger Bürger) votierte für einen Grundsatzbeschluss pro Umbenennung, beantragte aber, dass es in der Stadt nur jeweils eine Sportanlage mit dem Namen eines Sponsors geben sollte.

Mehrheitlich sprach sich der Ausschuss am Ende dafür aus, dass der Beschluss aus dem Jahr 2003 wieder in Kraft gesetzt werden soll. Das letzte Wort hat jetzt der Rat.

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