Stadt plant öffentliche Informationsveranstaltung zu Schadstoffen
Kampf gegen Naphtaline & Co.

Gronau -

Schadstoffe in Schulgebäuden beunruhigen Schüler, Eltern und Lehrer. Im Torso der ehemaligen Sophie-Scholl-Schule sind Polychlorierte Biphenyle (PCB), in Räumen der Overberg- und Buterlandschule Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) festgestellt worden. PAK gasen Nephtaline aus. Und die gefährden die Gesundheit. Die Belastung war zwar nicht so hoch, dass die Räume sofort geschlossen werden müssten. Doch müssen die Werte gesenkt werden.

Dienstag, 05.11.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 16:34 Uhr
Auch an der Overbergschule in Epe sind Räume durch Schadstoffe belastet. Hier wurde mit zwei Verfahren getestet, wei die Konzentration verringert werden kann.
Auch an der Overbergschule in Epe sind Räume durch Schadstoffe belastet. Hier wurde mit zwei Verfahren getestet, wei die Konzentration verringert werden kann. Foto: Martin Borck

Dazu waren in der Overbergschule zwei Verfahren getestet worden, wie Hans-Dieter Bossemeyer vom Fachbüro Wesseling dem Rat erläuterte. In einem Raum wurde ein Kunststoffbodenbelag eingebaut. Der deckte den Holzboden ab. Außerdem wurden die Wandanschlüsse versiegelt. Das Ergebnis: Die Konzentration sank von 13 auf sieben Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft – und damit unter den zulässigen Grenzwert.

Die zweite Methode war zeitaufwendiger und teurer: Der Raum wurde gereinigt, sämtliche Risse mit aktivkohlehaltigem Material verfüllt und der Boden anschließend versiegelt. Außerdem wurden die alten Möbel ersetzt: durch Einbauschränke, Pinnwände und Regalböden aus Kork-Aktivkohle-Material. Hier sank die Nephtalin-Konzentration von sieben auf drei Mikrogramm pro Kubikmeter. Beide Verfahren hatten also Erfolg. Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick brachte den Gedanken ins Spiel, die Vorteile beider Methoden miteinander zu verbinden: Aktivkohle könnte direkt auf das Parkett gebracht und darüber eine Versiegelung angebracht werden. Nur: „Für das zweite Verfahren liegt uns bis heute noch keine Baustoffprüfung der verwendeten Stoffe vor.“ Und die braucht die Stadt, will sie die bei einer Sanierung verwenden. Groß-Holtick bat um etwas Geduld: „Wir wollen ein Gesamtpaket vorbereiten, das wir im nächsten Fachausschuss vorstellen.“

Für die Verwendung von Aktivkohle sprach sich Birgit Tegetmeyer (CDU) aus: „Schietegal was es kostet. Aktivkohle kann viel. Das Verfahren scheint mir logisch“, sagte die Medizinerin.

► Die Stadtverwaltung wird in naher Zukunft eine Informationsveranstaltung zum Thema „Schadstoffe in Gebäuden“ organisieren. Dazu sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die Interesse an den fachlichen Zusammenhängen haben. Dabei wird es um Themen wie Ursachen und Gefahren durch Schadstoffe, Grenzwerte und Sanierungsmethoden gehen. Die Veranstaltung wird von der Verwaltung organisiert. Dazu werden externe Referenten eingeladen. Die Veranstaltung wird auf der Grundlage der Empfehlungen des Kreisgesundheitsamtes stattfinden. Der genaue Termin steht noch nicht fest

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