„Tag der Patientensicherheit“ morgen am Lukas-Krankenhaus
Gute Pillen, schlechte Pillen

Gronau -

Patienten und deren Angehörige vertrauen den Ärzten und dem Pflegepersonal des Krankenhauses, für das sie sich entschieden haben. Sie verlassen sich darauf, dass sie sich dort sicher fühlen können, hoffen auf ein Zuhause auf Zeit. Dieses Vertrauen in Sicherheit hat für Krankenhäuser oberste Priorität. Doch Menschen machen Fehler. Diese aber möglichst rechtzeitig zu erkennen oder durch wirksame Methoden gar ganz zu vermeiden, erfordert ausgeklügelte Strategien im Klinikalltag.

Dienstag, 05.11.2019, 10:31 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 10:50 Uhr
Das Orga-Team des Lukas-Krankenhauses, das den „Tag der Patientensicherheit“ seit Monaten plant, freut sich auf viele interessierte Gäste.
Das Orga-Team des Lukas-Krankenhauses, das den „Tag der Patientensicherheit“ seit Monaten plant, freut sich auf viele interessierte Gäste.

Das Evangelische Lukas-Krankenhaus Gronau nimmt dieses Thema sehr ernst und widmet der Patientensicherheit im November einen ganzen Tag. Dieser steht unter dem Stichwort „Sicherheitskultur auf allen Ebenen“. Dem Haus ist es gelungen, zu diesem sensiblen und wichtigen Thema zwei hochkarätige Experten zu gewinnen: Dr. med. Christian Thomeczek und Dr. Sebastian Baum . Beide gestalten am morgigen Mittwoch ab 17 Uhr einen Vortragsabend am Lukas-Krankenhaus.

Der informative Abend beginnt mit einem Vortrag zum Thema Arzneimittel. Apotheker Dr. Sebastian Baum, der im Lukas seit über drei Jahren im Rahmen gemeinsamer Visiten mit den Ärzten die Medikation der geriatrischen Patienten überprüft, wird von 17 bis 18.30 Uhr sprechen. Sein Vortrag „Gute Pillen, schlechte Pillen – wenn Arzneimittel die Gesundheit gefährden“ fokussiert sich auf die verschiedenen Risiken, die eine Medikamenteneinnahme mit sich bringt. Dazu zählen die Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, die mit der Einnahme mehrerer verschiedener Präparate einhergehen können. Dr. Baum stellt dar, welche Strategien das Lukas-Krankenhaus dagegen einsetzt und was der einzelne Patient zu Hause tun kann, damit das Risiko für Neben- und Wechselwirkungen geringer wird.

Der zweite Vortrag des Abends ist mit „Risikomanagement und Patientensicherheit in der Medizin – Übertragung aus der Luftfahrt möglich?“ übertitelt und beginnt um 19 Uhr. Dr. Thomeczek ist aktiver Pilot und war wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln und Houston (USA) und hatte die Leitung der medizinischen Astronautenausbildung und der Referenzexperimente für die D2-Mission inne. Dr. Thomeczek leitet aktuell das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) in Berlin und beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit den Themen Patientensicherheit sowie „CIRS medical“ (Critical Incident Reporting System: Berichtssystem über kritische Vorkommnisse). Er ist Gründungsmitglied des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und war von 2012 bis 2019 Vorstandsmitglied.

Rund um die beiden informativen Vorträge hat sich das Team des Lukas-Krankenhauses zudem viele weitere Angebote zum Thema Patientensicherheit einfallen lassen. So können sich die Besucher von 15 bis 18 Uhr beim „Markt der Möglichkeiten“ informieren. Pflegekräfte, Therapieabteilung, Sozialdienst, Ärzte und weitere Experten beantworten von 15 bis 18 Uhr Fragen zu Schluckstörungen, Sturzprophylaxe, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, Delir, Medikamentensicherheit, CIRS, Hygiene, Brand- und Datenschutz. Auch das „Alterstraumazentrum St. Antonius und Lukas Gronau“ stellt sich vor.

Wer etwas Praktisches unternehmen möchte, ist am Hygiene-Stand richtig: Dort warten Mitmach-Aktionen auf Experimentierfreudige. Vor dem Gebäude wird ein Rettungswagen stehen, dessen Inneres sich die Besucher ansehen dürfen. Die Gäste können an einem Quiz teilnehmen und dabei Gronau-Gutscheine und Hydrojet-Anwendungen in der Therapieabteilung des Hauses gewinnen.

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