Cara begeistert die Zuschauer in der Turbine
Mehr als nur Irish Folk

Gronau -

Es war anders als sonst. Da man sich bei den Clubkonzerten in der Turbine des Rock‘n‘Popmuseums auch mit Freunden und Bekannten trifft, dauert es oft schon mal einige Minuten, bis das Gemurmel im Publikum verstummt. Am Donnerstag aber zogen gleich die ersten getragenen Töne aus den Uilleann Pipes, dem „Ellenbogen-Dudelsack“, von Hendrik Morgenbrodt die Zuschauer in ihren Bann. Wenige Minuten später klatschen und wippte das Publikum mit, als bei den ersten Jigs und Reels so richtig die Post abging.

Samstag, 09.11.2019, 06:56 Uhr aktualisiert: 11.11.2019, 18:32 Uhr
Die Irish-Folk-Gruppe Cara spielte in der Turbine ihr temporeiches Repertoire.
Die Irish-Folk-Gruppe Cara spielte in der Turbine ihr temporeiches Repertoire. Foto: Hartmut Springer

Zu Gast war in der Turbine die Gruppe Cara. Seit 16 Jahren hat sie sich dem Irish Folk verschrieben und tourt damit nicht nur durch ganz Deutschland, sondern war bereits auch in Irland, den USA und Australien unterwegs und wurde gerade in Irland mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Cara – das sind die Gründungsmitglieder Gudrun Walther (irisches Knopfakkordeon und Gesang) aus der Pfalz und der Schwabe Jürgen Treyz (Gitarre). Dazu gesellen sich der Youngster Hendrik Morgenbrodt (Uilleann Pipes und Flutes) aus Tübingen und die Schottin Kim Edgar (Piano und Gesang) aus Edinburgh.

Zwei Stunden lang wechselten sich stimmungsvolle Balladen aus Irland und Schottland, die fast immer tragisch enden, und auch jene aus der Feder Kim Edgars, mit mitreißenden Tunes ab.

So hätte man bei den letzten Tönen der traurigen Geschichte von „Little Mus­grave“ eine Stecknadel fallen hören können, während im nächsten Moment bei den im rasanten Tempo, dennoch aber mit äußerster Präzision gespielten Jigs und Reels niemand ruhig stehen bleiben konnte.

Dabei spielen Cara die irischen Tanzmelodien nicht so, wie man sie hinlänglich kennt. Sie entwickeln ganz neue Melodieführungen und anspruchsvolle Arrangements, die ihre Musik zu etwas ganz Eigenem machen. Und so trauten sich Gudrun Walther und Jürgen Treyz auch, den bluesigen Protestsong „Isn‘t it time to get worried“ im Stil der amerikanischen Songwriter wie Woodie Guthrie und Bob Dylan in das Programm einzubauen. Gudrun Walther schrieb den Text nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten, dessen Vorfahren ganz in der Nähe ihres Geburtsortes in der Pfalz zu Hause waren; Jürgen Treyz schuf die Musik dazu.

Am Ende äußerte Gudrun Walther den Wunsch, dass die Menschen in Zeiten der Streaming-Portale auch in Zukunft bei Konzerten zusammenkommen, um Musik hautnah zu erleben. Und so sangen Cara und die Zuschauer zum Abschluss gemeinsam den Titelsong der neuesten CD „Yet we sing“, ein Lied über die heilende Kraft der Musik.

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