Vier neue Anlagen entstehen
Windkraft ernten in Lasterfeld

Epe -

Wusch: Die Flügel der Windkraftanlage zerschneiden hörbar und rhythmisch die Luft. Ein kalter Luftstrom lässt am Fuß der Anlage die Körpertemperatur sinken – der Generator oben erzeugt derweil Elektrizität. Noch: Denn die 1996 errichtete Anlage wird bald abgebaut und durch eine leistungsstärkere Anlage ersetzt werden. Repowering, wie es neudeutsch heißt. Es ist nicht die einzige, die derzeit in der Eper Bauerschaft Lasterfeld entsteht. In dem dortigen ausgewiesenen Windvorranggebiet werden derzeit die Fundamente für vier 2,3 Megawatt-Anlagen errichtet.

Mittwoch, 13.11.2019, 09:21 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 09:30 Uhr
Peter Ruczinski (v.l.), Dr. Wilhelm Drepper, Hubert Niehues, Ludwig Tillmann und Herbert Daldrup auf der Baustelle eines der vier Windräder, die in Lasterfeld neu gebaut werden.
Peter Ruczinski (v.l.), Dr. Wilhelm Drepper, Ludwig Niehues, Hubert Tillmann und Herbert Daldrup auf der Baustelle eines der vier Windräder, die in Lasterfeld neu gebaut werden. Foto: Martin Borck

Drei Landwirte haben Flächen dafür zur Verfügung gestellt. Hubert Tillmann und Ludwig Niehues stehen am Montag gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke Gronau, Dr. Wilhelm Drepper, Herbert Daldrup, Leiter Centerleiter Technik der Stadtwerke, und dem Projektleiter Peter Ruczinski auf einer der Baustellen, auf der das Unternehmen Enercon eine der Anlagen errichtet. Ein riesiges Fundament ist gegossen. Gut 20 Meter im Durchmesser. Angesichts der Nabenhöhe der Anlage – 138 Meter – plus 46 Meter langer Flügel braucht es schon eine gute Basis, um die Anlage stabil zu halten. „Die Bodenbeschaffenheit ist natürlich wichtig“, sagt Drepper. Zusätzlich wurden Pfeiler in die Erde gerammt, um die Tragfähigkeit zu erhöhen.

„Die Landwirtschaft hat‘s möglich gemacht“, scherzen Niehues und Tillmann. Sie und ihr nicht anwesender Kollege Spechtel haben die Fläche zur Verfügung gestellt. „Dafür erhalten wir Pachtzahlungen.“ Erfahren sie denn keine Beeinträchtigungen durch die Anlagen? „Die Grundfläche um das Windrad und die Zuwegung können wir nicht bewirtschaften.“ Und der Lärm? „Wir hören die Anlage schon“, sagt Niehues, der etwa 500 Meter entfernt wohnt. Der Lärm ist allerdings relativ: „Die Flugzeuge vom Modellbauclub sind oft lauter. Da kriegen die Kühe schon eher ‘nen Schrecken“, sagt er. Außerdem: „Atomkraft wird abgeschafft – wo soll der ganze Strom denn herkommen?“

Die Zusammenarbeit mit den Landwirten sei gut gewesen, loben Ruczinski und Daldrup. Die Stadtwerke Gronau sind Projektentwickler in Kooperation mit der Enertrag AG in Brandenburg für zwei der vier Räder. Diese beiden sollen auf Dauer der Grogeno, der Genossenschaft Bürgerenergie Gronau, übertragen werden. Damit wird den Gronauern und Eperanern die Möglichkeit gegeben, sich an Anlagen für regenerative Energien vor Ort zu beteiligen.

Der von den vier neuen Anlagen in Lasterfeld erzeugte Strom wird über ein gemeinsames Kabel zum Umspannwerk Wichum geleitet. An dem Werk sind die Stadtwerke Gronau gemeinsam mit zwei Bürgerenergiegenossenschaften beteiligt. Sie SWG sind für die Geschäftsführung verantwortlich. Die Energie der übrigen in Lasterfeld angesiedelten Windkraftanlagen wird ins Netz der Stadtwerke Gronau geleitet, so Ruczinski.

Insgesamt 10 bis 12 Millionen Euro kostet der Bau der Anlagen einschließlich Erschließungskosten, sagt der Projektleiter. Voraussichtlich im Mai werden die Anlagen in Betrieb gehen. „Dann ist das Gebiet aber auch voll“, sagt er. Für weitere Anlagen ist kein Platz, Repowering allerdings möglich. Wie bei der Anlage Nummer eins in Lasterfeld. Sobald die neue Anlage in Betrieb geht, wird ihr Vorgänger abgeschaltet, später abgebaut und verkauft. Um an einem neuen Standort in einem anderen Land – vielleicht – erneut die Keimzelle für ein großes, neues Windkraftgebiet zu werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7062027?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Kampf gegen Plastikfolie und Einwegbecher
Einwegverpackungen sollen reduziert werden.
Nachrichten-Ticker