Atommüll aus Gronau
Atomkraftgegner demonstrieren gegen Uran-Züge nach Russland

Gronau -

Die Transporte abgereicherten Urans von Gronau nach Russland rufen deutsche und russische Atomkraftgegner auf den Plan. Sie halten am Montag unter anderem in Gronau Mahnwachen ab. 

Sonntag, 17.11.2019, 15:50 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 07:42 Uhr
Neben deutsch- und niederländisch-sprachigen Plakaten gab es auch russische.
Neben deutsch- und niederländisch-sprachigen Plakaten gab es auch russische. Foto: Rupert Joemann

Die Einfuhr des abgereicherten Uranhexafluriod (UF6) sei problemlos möglich, hieß es in der Show. Schließlich sei Uran kein Käse. Denn es sei verboten, Käse und andere Lebensmittel aus der EU nach Russland zu importieren, nicht aber das umstrittene UF6. Diese Geschichte erzählte am Sonntag Rashid Alimov , Energieexperte von Greenpeace Russland, während der Kundgebung vor dem Urenco-Betriebsgelände. Daran beteiligten sich knapp 100 Personen.

Die Aktivisten stellten ein großes Banner mit russischer Aufschrift auf: Russland ist keine Lagerstätte für abgereichertes Uran aus Deutschland.

Nach Aussage der russischen Atomkraftgegner wachse der Widerstand in ihrem Land. „Bis jetzt haben in Russland schon mehr als 33.000 Menschen eine Online-Petition gegen diese Urantransporte unterschrieben“, so Rashid Alimov.

Mahnwache

Am Montag (18.11.) wollen die Atomkraftgegner um 8 Uhr eine Mahnwache auf der Brücke vor der Urananreicherungsanlage, Max-Planck-Straße, halten.

...

In Russland lagere mittlerweile eine Million Tonnen abgereichertes Uran. „Niemand weiß, was man damit anfangen soll“, sagte Vladimir Slivyak, Ko-Vorsitzender der russischen Umweltorganisation Ecodefense.

Slivyak fragte, warum Urenco das Material exportiere, wenn es doch angeblich ein wertvoller Wertstoff sei? „Sie wollen es loswerden, weil sie es nicht mehr brauchen“, meinte Alimov.

Der Export sei sowohl nach deutschem als auch europäischem Recht illegal, erklärte ein Vertreter von Greenpeace Deutschland.

Laut Rashid Alimov seien 2009 die Verträge zwischen Urenco und dem russischen staatlichen Atomkonzert Rosatom eingestellt worden. Die damalige Aussage sei gewesen, dass „keine neuen Verträge abgeschlossen würden“, so Alimov. Seit 2016 gehen Transporte weiter.

Wie GAL-Ratsmitglied Udo Buchholz erklärt, habe die GAL die neuerlichen Transporte im Sommer aufgedeckt. Die GAL hatte in einem Schreiben NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart nach dem Ziel eines Transportzuges Ende Juli gefragt. Das Ministerium teilte mit, dass am 29. Juli mit einem Sonderzug circa 600 Tonnen abgereichertes Uranhexafluorid nach Russland abtransportiert wurden.

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