Diakonie und Dinkelwerkstatt laden ein, unterstützt von der Bernhard-Bosch-Stiftung
Das etwas andere Weihnachten

Gronau -

Dass längst nicht jeder voller Vorfreude dem Weihnachtsfest entgegenfiebert, ist nicht neu. Nun soll es aber in Gronau neben der „Offenen Weihnacht“ auch für die Zeit vor und nach dem Jubelfest ein Angebot für die Menschen geben, die Weihnachten aufgrund ihrer Lebenssituation als eher schwierige Zeit erleben.

Mittwoch, 20.11.2019, 07:07 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 16:04 Uhr
Freuen sich auf „ein anderes Weihnachten“ (v.l.): Matthias Hövelmann, Alexandra Bosch, Leonie Dues, Kirsten Radau, Laura Klingel, Annette Braune, Beate Kuipers
Freuen sich auf „ein anderes Weihnachten“ (v.l.): Matthias Hövelmann, Alexandra Bosch, Leonie Dues, Kirsten Radau, Laura Klingel, Annette Braune, Beate Kuipers Foto: Christiane Nitsche

Dass längst nicht jeder voller Vorfreude dem Weihnachtsfest entgegenfiebert, ist nicht neu. Nun soll es aber in Gronau neben der „Offenen Weihnacht“, die schon seit Jahren an Heiligabend all jene einlädt, die sich allein fühlen, auch für die Zeit vor und nach dem Jubelfest ein Angebot für die Menschen geben, die Weihnachten aufgrund ihrer Lebenssituation als eher schwierige Zeit erleben. Diakonie, Dinkelwerkstatt und die Bernhard-Bosch-Stiftung laden dazu an vier Terminen gezielt diese Klientel ein.

„Weihnachten ist für viele Menschen ganz schlimm“, weiß Annette Braune von der Psychologischen Familienberatung der Diakonie. „Gerade für die, die sich im Umbruch befinden, etwa durch Trennung oder Scheidung.“ Für diese Klientel laden sie und ihre Kollegin Nicole Schmitz am 2. Dezember (Montag) zu einem Erzählcafé in den Gruppenraum des Diakonischen Werks an der Hörster Straße ein. Titel: „Hilfe, es weihnachtet sehr!“ Besonders Familien mit Kindern sind hier angesprochen, wenn sie den bisherigen Rahmen für Weihnachtsrituale verloren haben und sich neu finden und neu orientieren müssen.

Bei Kaffee und Kuchen soll es, moderiert von den Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle, eine Möglichkeit zum Austausch geben. „Wir nutzen den Expertenkreis der Betroffenen“, so Annette Braune. Die Menschen selbst sprechen lassen, ohne sie mit guten Ratschlägen „zuzulabern“, so die Idee. Kalkulierter Nebeneffekt: „So wird vielen Menschen vielleicht überhaupt bekannt, dass es so eine Beratung gibt“, sagt Braune.

Einen Kreativnachmittag gibt es am 12. Dezember (Donnerstag) in der Dinkelwerkstatt. Dort sollen Klienten der Werkstatt, aber auch der Diakonie-Suchthilfe gemeinsam die Möglichkeit zum Basteln mit Holz, Glas und Papier bekommen. „Wir nutzen die Ressourcen, die wir in der Werkstatt haben“, so Leonie Dues, Leiterin der Dinkelwerkstatt. Die Idee hier: „Ob das etwas Weihnachtliches ist, was die Leute basteln, bleibt ihnen überlassen.“

Bei einem gemeinsamen Kaffeeklatsch im Walter-Thiemann-Haus am 19. Dezember (Donnerstag) wird neben Kaffee und Kuchen auch Unterhaltsames geboten. „Für unsere Klientel ist sie oft schwierig, diese Zeit“, erklärt Beate Kuipers von der Sucht- und Drogenberatung der Diakonie. „Es soll darum auch etwas Lustiges geben.“ Dazu proben die Mitarbeiter gemeinsam ein Theaterstück mit Humorgehalt. Kuipers: „Es ist einfach wichtig, dass da auch gelacht wird.“

„Schön, es weihnachtet nicht mehr“, heißt es dann am 27. Dezember (Freitag) im Psychosozialen Zentrum am Eschweg. Bei einem Bingo-Nachmittag dürfen sich dann alle Teilnehmer freuen, dass das Fest der Feste überstanden ist. Außerdem gibt es attraktive Preise zu gewinnen. „Wir haben überlegt, wie die Zeit zwischen den Jahren gefüllt werden kann“, erklärt Kirsten Radau. Für viele sei gerade diese Zeit sehr schwer, weil nicht viel stattfindet. Wer dann allein ist, hat Schwierigkeiten, seine Zeit als sinnvoll zu empfinden.

„Ich bin sehr dankbar, dass das klappt“, freut sich Matthias Hövelmann. Der theologische Vorstand des Diakonischen Werks dankte beim Pressetermin nachdrücklich für die finanzielle Unterstützung des Angebotes durch die Bernhard-Bosch-Stiftung. Alexandra Bosch wiederum zeigte sich beeindruckt von den Planungen. „Es ist von allem etwas dabei“, stellte sie fest. Es sei eine schöne Sache für die Teilnehmer, mal etwas anderes zu sehen und zu machen, fand sie. Und auch der Bingo-Nachmittag machte sie neugierig. „Wenn viele mitmachen, ist es bestimmt auch lustig.“

► Die Angebote richten sich an die jeweils betroffenen Personengruppen, die Teilnehmerzahl ist dabei begrenzt.

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