Nach Schüssen auf niederländischen Anwalt in Gronau
Polizei befragt Passanten am Grenzübergang

Gronau/Losser -

Niederländische Polizeibeamte haben am Mittwochmorgen im Zusammenhang mit den Schüssen auf den niederländischen Rechtsanwalt Philippe S. am Grenzübergang Glane Passanten befragt. Die zentrale Frage: „Wo befindet sich der silbergraue VW-Polo?“. Aus diesem Fahrzeug heraus sollen – wie berichtet – am 6. November gegen 8.11 Uhr auf der Losserstraße in Gronau die Schüsse auf den 43-jährigen Juristen abgefeuert worden sein. Das Opfer wurde dabei von mindestens einem Schuss getroffen und schwer verletzt.

Mittwoch, 20.11.2019, 09:29 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 16:53 Uhr
Polizeibeamte haben am Mittwochmorgen am Grenzübergang Glane Passanten im Zusammenhang mit den Schüssen auf einen niederländischen Anwalt Passanten befragt.
Polizeibeamte haben am Mittwochmorgen am Grenzübergang Glane Autofahrer im Zusammenhang mit den Schüssen auf einen niederländischen Anwalt befragt. Foto: Klaus Wiedau

„Wir hoffen durch diese Befragung auf neue Informationen“, so Chantal Westerhoff , Pressesprecherin der Polizei Twente am Mittwochmorgen um kurz nach acht Uhr vor Ort gegenüber den WN . Bewusst sei daher auch die Zeit rund um die Tat am 6. November für die Befragung gewählt worden. Westerhoff: „Wir sind seit 6.30 Uhr hier und werden die Aktion gegen neun Uhr beenden.“

Die Beamten verteilten auch Flyer an die Passanten.

Die Beamten verteilten auch Flyer an die Passanten. Foto: Klaus Wiedau

Jedes Fahrzeug, das die Grenze passiert, wird in dieser Zeit gestoppt, die Insassen befragt. Zudem übergeben die acht an der Aktion beteiligten Polizeibeamten einen zweisprachigen Flyer mit ihren Fragen zu dem silbergrauen VW-Polo mit niederländischem Kennzeichen. Der Wagen hatte auffällige Sportfelgen und soll zur Tatzeit mit mehreren Personen besetzt gewesen sein. Die Fragen der Polizei in diesem Zusammenhang:

Auf einer Hinweistafel wurde der Grund der Befragung angegeben.

Auf einer Hinweistafel wurde der Grund der Befragung angegeben. Foto: Klaus Wiedau

► Wer hat den fraglichen VW-Polo am Morgen des 6. November oder einige Tage zuvor gesehen?

► Wer erkennt auf einem Foto das Auto oder weiß, wer in dem Auto saß?

► Wer weiß, wo sich dieses Auto jetzt befindet?

► Wissen will die Polizei auch, ob jemand Fotos von dem Wagen oder weitere Informationen zur Tat hat.

Chantal Westerhoff zur Kontroll-Aktion an der Grenze

Und die Befragung scheint in der Tat neue Erkenntnisse zu bringen. Chantal Westerhoff während der noch laufenden Aktion: „Wir haben Hinweise erhalten, dass der Wagen hier gesehen worden ist.“ Weitere Details will sie mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht nennen.

Wie die Polizeisprecherin betont, hat inzwischen die niederländische Staatsanwaltschaft die Leitung der Ermittlungen in diesem grenzüberschreitenden Fall übernommen. Die eigentliche Tat sei zwar in Deutschland passiert, viele Hintergründe des Falles seien aber auf niederländischer Seite der Grenze zu suchen und zu finden.

Ausdrücklich lobt Chantal Westerhoff die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen. Diese Zusammenarbeit habe sich insbesondere auch nach der Amokfahrt in Münster (April 2018) durch den Austausch von Informationen und die damalige Kooperation von Polizeibeamten verbessert. Westerhoff: „Diese Kontakte sind sehr wertvoll.“

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