Gymnasiale Oberstufe
Da bleiben kaum Wünsche offen

Gronau -

Mit dem kommenden Schuljahr beginnt in Gronau eine spannende Zeit: Erstmals gehen die beiden Gesamtschulen mit einer Oberstufe an den Start. Und das Gymnasium, der vermeintliche Konkurrent? Kooperiert! Profitieren können davon alle drei Schulen – und vor allem die künftigen Oberstufenschüler.

Freitag, 22.11.2019, 19:00 Uhr
So wie hier für den Fotografen stehen sie auch in Sachen Oberstufe Schulter an Schulter: (v.l.) Daniel Terbeck (Planungsteam Oberstufe der Euregio-Gesamtschule), Dagmar Dengler (Leiterin der Euregio-Gesamtschule), Thomas Herden (Leiter des Werner-von-Siemens-Gymnasiums), Klaus Overesch (Oberstufenkoordinator des Gymnasiums), Ursula Steuer (Leiterin der Gesamtschule Gronau) und Tuba Hemker (Planungsteam Oberstufe der Gesamtschule Gronau).
So wie hier für den Fotografen stehen sie auch in Sachen Oberstufe Schulter an Schulter: (v.l.) Daniel Terbeck (Planungsteam Oberstufe der Euregio-Gesamtschule), Dagmar Dengler (Leiterin der Euregio-Gesamtschule), Thomas Herden (Leiter des Werner-von-Siemens-Gymnasiums), Klaus Overesch (Oberstufenkoordinator des Gymnasiums), Ursula Steuer (Leiterin der Gesamtschule Gronau) und Tuba Hemker (Planungsteam Oberstufe der Gesamtschule Gronau). Foto: Frank Zimmermann

Die Zusammenarbeit der drei Schulen läuft bereits seit dem Sommer. Dabei profitieren die Gesamtschulen vom Erfahrungsvorsprung des Gymnasiums. „Die Kollegen waren sehr offen, haben uns immer auf kurzem Wege beraten, wenn wir angefragt haben“, lobt Tuba Hemker vom Planungsteam Oberstufe der Gesamtschule Gronau. Für das Gymnasium ist die Zusammenarbeit unter anderem lohnenswert, weil dadurch das Fächerangebot auch für die Gymnasiasten erweitert wird.

Die Gesamtschule Gronau geht mit Spanisch und Sport an den Start, die Euregio-Gesamtschule setzt auf Technik, das Gymnasium steuert Französisch bei. „Durch die Zusammenarbeit kommen wir in die Luxussituation, dass jeder Schüler sein Profil ohne Einschränkung wählen kann. Das ist eine große Chance für die Schüler“, sagt Klaus Overesch (Oberstufenkoordinator des Gymnasiums).

Eigenes Sprachprofil

Wie die Zusammenarbeit sich konkret auswirken soll, erklärt Thomas Herden , Leiter des Werner-von-Siemens-Gymnasiums, an einem Beispiel: „Jeder Schüler bekommt in der Oberstufe die Möglichkeit, sein Sprachenprofil weiter zu verfolgen.“ So könnten die Schüler etwa Spanisch in der Oberstufe als zweite oder dritte Sprache wählen. Und auch Kurse, die an einer Schule nicht zustand kommen würden, weil sich zu wenige Schüler dafür interessieren, könnten verwirklicht werden, wenn die interessieren Schüler aller drei Schulen daran teilnehmen. Dementsprechend werden auf den Anmeldebögen für die Oberstufenschüler auch die Fächer der Nachbarschulen aufgeführt, sagt Herden.

„Die Hauptfächer werden an allen Schulen angeboten und unterrichtet und die ‚Exoten‘ in Zusammenarbeit mit den anderen Schulen“, erklärt Dagmar Dengler, Leiterin der Euregio-Gesamtschule Epe . „Und Exoten sind heutzutage ja schon Fächer wie Physik, Chemie und Informatik“, ergänzt ihr Kollege Daniel Terbeck vom Planungsteam Oberstufe der Euregioschule. So weit soll die Zusammenarbeit gehen, dass es „inhaltlich keinen Unterschied macht, für welche Oberstufe man sich entscheidet“, sagt Thomas Herden.

iPad für alle Schüler

Auch der Schulträger, die Stadt Gronau, unterstützt die Zusammenarbeit der Schulen. Die Stadt wird zum Beispiel einen Shuttlebus einsetzen, der an drei Tagen die Woche Oberstufenschüler von Epe nach Gronau fährt – und umgekehrt. Außerdem werden die Schüler auf Kosten der Stadt mit einem iPad ausgestattet. „Das müssen in anderen Städten die Eltern bezahlen“, betont Thomas Herden.

Überhaupt sollen durch das neue Oberstufenangebot für Gronauer Schüler viele Gründe wegfallen, ihr Abitur außerhalb der Stadt zu machen. Denn am Gymnasium und an den Gesamtschulen können sie die gleichwertigen Abschlüsse Fachhochschulreife (nach zwei Jahren) und Allgemeine Hochschulreife/Abitur (nach drei Jahren) machen. Anders als zum Beispiel an einem Berufskolleg haben sie an den allgemeinbildenden Schulen aber die Chance, eigene Schwerpunkte zu setzen, ohne sich auf eine Fachrichtung festzulegen.

„Leuchtturm für das Münsterland“

„Diese Zusammenarbeit ist wirklich etwas Besonderes“, sagt Ursula Steuer, Leiterin der Gronauer Gesamtschule. Sie war gerade bei einem Treffen mit Gesamtschulleitern aus dem Regierungsbezirk Münster. Von etwas Vergleichbarem hätten die Kollegen nichts berichten können. Thomas Herden spricht gar von einem „Leuchtturm für das Münsterland“.

Schon am Mittwoch (27. November) präsentieren die Schulen ihr Oberstufenkonzept gemeinsam an der Fridtjof-Nansen-Realschule.

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