Verkehrsberuhigung Am Buddenbrook
Ausschuss vertagt Entscheidung

Gronau/Epe -

Die Anwohner vom Buddenbrook müssen vorerst mit den bisherigen Verkehrsverhältnissen weiterleben. Der Fachausschuss vertagte am Donnerstagabend eine Entscheidung, ob und welche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ergriffen werden sollen.

Samstag, 30.11.2019, 10:14 Uhr aktualisiert: 30.11.2019, 10:30 Uhr
Bis zur Ecke Nienkamp ist die Straße Am Buddenbrook eine Tempo-30-Zone. Dahinter wird ortsauswärts gerast, klagen die Anwohner.
Bis zur Ecke Nienkamp ist die Straße Am Buddenbrook eine Tempo-30-Zone. Dahinter wird ortsauswärts gerast, klagen die Anwohner. Foto: Frank Zimmermann

Anlieger hatten – wie berichtet – beantragt, eine Tempo-30-Zone zu errichten und ein Durchfahrtverbot für Schwerlastverkehr zu erlassen. Die Verwaltung sieht dazu keinen Anlass. Messungen zufolge sei der Schwerlastverkehr vernachlässigbar. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h werde nur von wenigen Autofahrern überschritten. Die Straße könne somit nicht als Rennstrecke bezeichnet werden. Sollte eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden, gab André Homölle zu bedenken, müsse eine Rechts-vor-Links-Regelung eingeführt werden. Außerdem seien bauliche Maßnahmen vorzunehmen.

Die ablehnende Haltung der Verwaltung stieß auf hörbaren Widerspruch der anwesenden Anlieger. Und auch in den Reihen der Politiker fand das Anliegen der Anwohner durchaus Widerhall. Günter Kendzierski beantragte für die CDU, vom Hohen Weg bis zum Nienkamp ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen einzurichten. Zudem sollten wechselseitig Parkbuchten auf der Fahrbahn markiert werden. Innerhalb von sechs bis neun Monaten sollten erneut Messungen vorgenommen und deren Ergebnisse dem Ausschuss vorgestellt werden.

Mechthild Große-Dütting (SPD) argumentierte: Wenn doch eh keine schweren Lkw die Straße passierten, dann könne ein Verbot ja auch nicht schaden. Außerdem: „Schon aus Klimaschutzgründen sollten wir mutig sein und dem Autoverkehr Platz nehmen.“

Michael Raus (Linke) ging noch einen Schritt weiter: „Warum können wir dort keine Radverkehrsstraße anlegen, mit Zulassung von Pkw-Verkehr?“ Der Idee konnte auch Josef Rörick (UWG) etwas abgewinnen. Schließlich gebe es mit der Nienborger Straße eine parallel laufende, gute Verbindung für den motorisierten Verkehr. Außerdem interpretierte er die Messergebnisse zumindest teilweise anders als die Verwaltung: Wenn – wie gemessen – an einem Standort über 17 Prozent der Fahrzeuge zu schnell unterwegs waren, könne er die Sorgen der Bürger nachvollziehen.

Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick will angesichts dieser politischen Sachlage zunächst mit der Straßenverkehrsbehörde darüber sprechen, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Mehrheitlich stimmte der Ausschuss daher zu, die Entscheidung zu vertagen.

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