Erwin Aust erhält Auszeichnung
Seit fast 70 Jahren im Handwerk

Gronau -

Nein, von einer konsequenten Karriereplanung kann bei Erwin Aust nicht die Rede sein. Zu unberechenbar war dafür sein Werdegang. „Ich habe aber immer gerne gearbeitet – das war mein Vorteil“, blickt der mittlerweile langjährige Gronauer auf seinen beruflichen Werdegang anlässlich der Verleihung des Diamantenen Meisterbriefes zurück.

Mittwoch, 04.12.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 04.12.2019, 09:00 Uhr
Erwin Aust erhielt jetzt – 60 Jahre nachdem er seine Meisterprüfung im Fleischerhandwerk abgelegt hatte – den Diamantenen Meisterbrief.
Erwin Aust erhielt jetzt – 60 Jahre nachdem er seine Meisterprüfung im Fleischerhandwerk abgelegt hatte – den Diamantenen Meisterbrief. Foto: Guido Kratzke

Vor allem Jugend und Kindheit waren geprägt von den Wirren des Zweiten Weltkrieges . 1935 in Altenburg im Kreis Königsberg in Ostpreußen geboren, waren vor allem die letzten Kriegsjahre und die Zeit als Halbwaise von Brüchen geprägt, bis er 1950 in Tübingen seine Fleischerlehre beginnen konnte.

„Im Jahr 1943 – mein Vater war im Krieg – verstarb meine Mutter und ich kam zu meiner Großmutter“, blickt er auf seine Kindheit zurück. Drei lange Jahre nach dem Krieg, verschleppt von den russischen Besatzern, gelangte er schließlich 1948 über Leipzig und das Durchgangslager Eisenach nach Süddeutschland, wo sein Vater eine neue Familie gegründet hatte. Vier Jahre lang hatte Erwin Aust keine Schule von innen gesehen. Dann absolvierte er die Klassen vier bis acht in weniger als zwei Jahren. Danach sollte er eigentlich eine Anstellung in einer Fabrik annehmen. „Das wollte ich aber nicht.“ Sein großer Wunsch war vielmehr eine Anstellung im Handwerk. In einer Zeitung entdeckte er eine Anzeige, in der ein Fleischer gesucht wurde. Er stellte sich vor und bekam den Job in einem Gasthof mit eigener Metzgerei und angeschlossenem Geschäft – die erste von vielen Stationen auf seinem beruflichen Weg.

Nach drei Stationen in Stuttgart folgte er 1956 einem alten Sportsfreund nach Düsseldorf und begann, sich auf die Meisterprüfung vorzubereiten. „Für mich war es immer wichtig, mit meinen Eltern gemeinsam in den Urlaub fahren zu können“, verweist er darauf, schon früh ein eigenes Auto besessen zu haben. Mit dem ging es im Jahr 1958 in die Schweiz in den Urlaub. In Lugano traf er auf seine aus Gronau stammende heutige Frau Ursula – und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Drei Jahre nach Ablegen der Meisterprüfung im Jahr 1959 wechselte er nach Gronau in die Fleischerei seines Schwiegervaters Adolf Gebel und seines Schwagers Heinz Meyer an die Vereinsstraße.

Über ihn erhielt Aust erste Kontakte zur Firma K+K. In deren Supermärkten waren damals die Fleischereien noch unter der Regie selbstständiger Meister.

Nachdem er kurz in zwei weitere Einzelhandelsbetriebe hineingeschnuppert hatte, entschloss er sich, auf dem zweiten Bildungsweg eine zusätzliche kaufmännische Qualifikation anzustreben. „Von 1978 bis zur Rente im Jahr 1998 war ich in der Firma K+K als Fleischrevisor beschäftigt“, blickt er heute auf seinen weiteren beruflichen Werdegang, der eng verbunden mit der Gronauer Fleischwaren-Fabrik war.

Auch heute noch rührt Aust in vielen Pötten mit. So ist er nicht nur Vorsitzender des Stadtverbandes der Senioren-Union in Gronau und im Seniorenbeirat aktiv. Er sammelt zudem aktiv Kronkorken für den guten Zweck, ist im Skatclub in koordinierender Funktion tätig und seit 50 Jahren bei den Vogelfreunden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7108393?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F
Zweiter Anlauf für den Hafenmarkt
Eine Mehrheit im Rat stimmte für einen neuen Anlauf, um den Hafenmarkt bauen zu können.
Nachrichten-Ticker