Drogen vom Münsterland aus verschickt
Zehn Jahre Haft für Darknet-Dealer

Gronau/Münster -

Monatelang haben deutsche und niederländische Polizisten Aktivitäten eines Dealer-Rings auf beiden Seiten der Grenze überwacht. Am 1. Februar folgte der Zugriff: Speziell in zwei Wohnungen an der Königstraße in Gronau sowie am Hannekerveldweg in Losser nahmen die Ermittler mehrere Beteiligte fest.

Donnerstag, 05.12.2019, 10:30 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 15:18 Uhr
Beim Zugriff des Zolls in Gronau am 1. Februar versuchte einer der Täter, über das Dach zu flüchten. Er wurde von der Feuerwehr auf den Boden zurückgeholt.
Beim Zugriff des Zolls in Gronau am 1. Februar versuchte einer der Täter, über das Dach zu flüchten. Er wurde von der Feuerwehr auf den Boden zurückgeholt. Foto: Martin Borck

Am Mittwoch verhängte das Landgericht Münster Urteile gegen neun Männer, die an dem Netzwerk mitwirkten. Die höchste Strafe lag bei zehn Jahren Gefängnis. Durch das Dealen über das Darknet im Internet speziell mit Amphetamin sowie mit Kokain und Heroin und dem Versand bestellter Drogen per Post zwischen Oktober 2018 und dem 1. Februar erzielte das Netzwerk Einnahmen von weit über einer Million Euro, so das Gericht. Die Drogen sollen von Ahaus, Ochtrup und Münster aus verschickt worden sein - an Kunden in der ganzen Welt.

Wegen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge haben sich sechs der Männer schuldig gemacht, drei weitere wegen Beihilfe dazu.

Den Täter, der die Drogen-Geschäfte in der Gronauer Wohnung leitete, verurteilte die Strafkammer zu acht Jahren Haft. Zudem muss er Wertersatz in Höhe von 600 000 Euro an die Staatskasse leisten – der Betrag entspricht in etwa der Summe, die ihm durch die illegalen Geschäfte zufloss.

Präparierte Versandtaschen

Mehrere Hundert Kilo Amphetamin sowie „erhebliche Mengen“, sagte der Vorsitzende Richter, an Kokain, Ecstasy und weiterer Amphetamin-Varianten seien von der Königstraße aus verschickt beziehungsweise dort beschlagnahmt worden. Die Bestellungen wurden in präparierten Versandtaschen auf den Weg gebracht. „So, dass auch ein Drogenspürhund sie nicht finden können sollte.“

Die Männer waren auf verschiedene Weise verwickelt – durch den Aufbau der illegalen Seiten, als Verpackungshelfer oder durch Kurierfahrten für Drogennachschub (zumeist aus Enschede). Die meisten Täter sind Niederländer, zwei Brüder stammen aus Afghanistan, ein Beteiligter aus Syrien, ein anderer ist staatenlos.

Der Mann, der den Handel von Losser aus maßgeblich betrieb, wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er soll 720 000 Euro Wertersatz leisten.

Die weiteren Strafen bewegen sich zwischen sieben Jahren Haft sowie drei Jahren und drei Monaten.

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