Gronauer Heimatpreis geht an Anwohnerschaft Bögehold und Förderkreis Alte Synagoge Epe
Rückenwind für zwei Initiativen

Gronau -

Dritter Platz bei der Vergabe des Kreis-Heimatpreises am Mittwoch, geteilter Sieg beim erstmals von der Stadt Gronau vergebenen Heimatpreis am Donnerstag: Der Förderkreis Alte Synagoge Epe kann sich über mangelnde Anerkennung seiner Arbeit derzeit nicht beklagen. Aber auch für die Anwohnergemeinschaft Bögehold war die Verleihung des Gronauer Heimatpreises Grund zur Freude. Die Kulisse für die Preisübergabe durch Bürgermeister Rainer Doetkotte bildete der Weihnachtsmarkt.

Donnerstag, 12.12.2019, 19:20 Uhr aktualisiert: 12.12.2019, 19:26 Uhr
Frau Bögehold (Christiane Nitsche) bekam die Urkunde aus den Händen von Bürgermeister Doetkotte.
Frau Bögehold (Christiane Nitsche) bekam die Urkunde aus den Händen von Bürgermeister Doetkotte. Foto: Martin Borck

Die Wertschätzung drückte sich auch pekuniär aus: Je 2500 Euro erhielten die beiden Initiativen. Geld, das vom Land NRW über das Heimatministerium zur Verfügung gestellt wurde.

„Ich freue mich, den Heimatpreis an zwei Preisträger übergeben zu dürfen“, sagte Doetkotte . Nicht, weil sich der Hauptausschuss nicht hätte entscheiden können, sondern weil der Stadt das Engagement der Initiativen gleichermaßen aktuell und wertvoll erscheine.

Die Bögeholder hatten sich gemeinsam für den Erhalt des Westparks eingesetzt, erinnerte der Bürgermeister. Es ging um den Erhalt der grünen Lunge des Viertels als Natur und Sozialraum. „Dabei stand der Gedanke, ein gemeinsames Stück Heimat zu erhalten, für alle ganz oben auf der Agenda.“

Heimat schaffe Verbundenheit in Zeiten, in denen uns vieles trenne. Heimat habe auch viel mit Tradition, mit unsichtbaren Wurzeln zu tun. „Wer bereit ist, aus der Vergangenheit zu lernen, erzeugt Gemeinsinn und Heimat.“ Darum sei der zweite Teil des Preises dem Förderkreis Alte Synagoge Epe zuerkannt worden. Das Gebäude soll künftig eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe erfüllen. Als Haus der Erinnerung und des Gedenkens an eine einst lebendige jüdische Kultur als integriertem Bestandteil des münsterländischen Zusammenlebens. Angesichts der aktuellen Bedrohungen der Demokratie leiste der Förderkreis wertvolle Beiträge für das städtische Zusammenleben.

Christiane Nitsche nahm als Frau Bögehold den Preis entgegen. Sie dankte für die Auszeichnung und erneuerte das Angebot in Richtung Stadt, weiter konstruktiv die Entwicklungen in dem Viertel zu begleiten.

Auch Heinz Krabbe dankte. „Wir freuen uns über die Unterstützung.“ Anderswo wachse die Zahl antisemitischer und rechtsradikaler Vorfälle. In Gronau habe die Arbeit des Förderkreises bislang keinen Gegenwind erfahren. „Der Rat“, reagierte Doetkotte, „gibt beiden Initiativen Rückenwind.“

Für den Förderkreis Alte Synagoge Epe nahmen Rudolf Nacke (l.) und Heinz Krabbe den Heimatpreis entgegen.

Für den Förderkreis Alte Synagoge Epe nahmen Rudolf Nacke (l.) und Heinz Krabbe den Heimatpreis entgegen. Foto: Martin Borck

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