Rat diskutiert über künftige Standorte der Verwaltung
Sternstunde des Krötenschluckens

Gronau -

So viel Kröten, wie die Ratsmitglieder schlucken mussten, gibt es der ganzen Gronauer Fauna nicht mehr: Anlass für die Krötenschluckerei: die Entscheidung um die künftigen Standorte der Verwaltung. Wie berichtet, soll das Personal der Kernverwaltung künftig nicht nur im sanierten Rathaus an der Konrad-Adenauer-Straße tätig sein. Vielmehr sollen an der Bahnhofstraße ein Neubau des historischen Rathauses und ein zusätzlicher Standort in einem Gebäude auf dem Kurt-Schumacher-Platz entstehen. Schließlich soll auch das Amtshaus in Epe weiter Dienst als Dependance tun.

Donnerstag, 12.12.2019, 19:34 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 15:48 Uhr
Diese Brücke führt über die Dinkelumflut zum denkmalgeschützten Rathaus. Doch in Zukunft führen viele Wege zum Rathaus beziehungsweise zu den Rathäusern: Vier Standorte soll es für die Verwaltung geben, das hat der Rat beschlossen.
Diese Brücke führt über die Dinkelumflut zum denkmalgeschützten Rathaus. Doch in Zukunft führen viele Wege zum Rathaus beziehungsweise zu den Rathäusern: Vier Standorte soll es für die Verwaltung geben, das hat der Rat beschlossen. Foto: Martin Borck

Um diese Pläne entspann sich am Mittwochabend eine lange und hitzige Diskussion. Herbert Krause (Pro Bürgerschaft/Piraten) warb vehement für seine Idee eines Anbaus an das bestehende, denkmalgeschützte Rathausgebäude. Da hatte aber Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick urheberrechtliche Bedenken. Er bezweifelte, dass die Erben des Architekten einem Anbau ohne Weiteres zustimmen würden. Er befürchtete dadurch zeitliche Verzögerungen. Erich Schwartze (FDP) widersprach: In den ursprünglichen Verträgen sei seines Wissens die Möglichkeit eines Erweiterungsbaus geregelt. Er beantragte, die urheberrechtliche Situation überprüfen zu lassen – was letztendlich auch so beschlossen wurde.

Doch bis zu diesem Beschluss wurde der gesamte Vorschlag noch einmal durchgekaut. Vier Standorte – das waren eigentlich nicht nur Sebastian Laschke (CDU), sondern auch Norbert Ricking (SPD) einer zu viel. Beide zeigten sich bereit, Kröten zu schlucken. Ricking hätte einen größeren Verwaltungsstandort am Schmacher-Platz favorisiert, während Laschke einen baulichen Schwerpunkt auf die Bahnhofstraße legen wollte, zulasten des Schumacher-Platzes.

Die in einem WN-Blickpunkt geäußerte Sorge, dass die Zusammenarbeit leide, wenn die Verwaltung unter vier Dächern untergebracht sei, teilten weder Ricking noch Jörg von Borczyskowski. Auch der UWG-Sprecher präferierte aus städtebaulichen Gründen die Bahnhofstraße als einen Verwaltungsstandort („Ich würde mir auf dem Schumacher-Platz eine andere Nutzung wünschen, aber es geht nicht. Diese Kröte müssen wir schlucken.“)

Diskussionen gab es auch darüber, welche Mitarbeiter in welches Gebäude ziehen sollten. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Dezernate eins und zwei (u.a. Innere Verwaltung, Personal, Sicherheit und Ordnung, Bürgerservice, Finanzmanagement) an der Konrad-Adenauer-Straße unterzubringen. Der Vorstandsbereich drei (u.a. Bildung, Soziales, Jobcenter, Kinder, Jugend, Familie) sollte an den Schumacher-Platz ziehen und das Dezernat vier (Bauverwaltung) an den Heuss-Platz/Bahnhofstraße, wo auch Stadtarchiv und Heimatmuseum ihren Platz haben sollten.

Dieses Paket aufzuknüpfen, verbiete sich, so Groß-Holtick. „Das Dezernat drei können wir nicht in der Bahnhofstraße unterbringen. Frau Cichon braucht 140 Arbeitsplätze, wir von der Bauverwaltung nur 70. Wir wollen an der Bahnhofstraße ja nicht sechsstöckig bauen.“

Marita Wagner (Linke) lehnte vier Standorte kategorisch ab. „Rathaus, Kurt-Schumacher-Platz und Amtshaus Epe als Service-Haus müssen genügen“, sagte sie. Udo Buchholz (GAL) wiederholte den Vorschlag, eine Rathauserweiterung auf dem jetzigen Rathaus-Parkplatz zu prüfen.

Kurzzeitig drohte wegen unterschiedlicher Auffassungen in einzelnen Punkten die Ablehnung einer Gesamtlösung. In einer Sitzungsunterbrechung wurde ein Kompromiss erzielt, dem der Rat schließlich mit großer Mehrheit zustimmte. Im Rathaus an der Adenauer-Straße sollen demnach mindestens die Vorstandsbereiche eins und zwei sowie die Sitzungsbereiche untergebracht werden. Im Neubau des historischen Rathauses an der Bahnhofstraße soll die Bauverwaltung untergebracht werden, im Amtshaus Epe der Bürgerservice und eine geeignete Verwaltungseinheit für die Bevölkerung in Epe. Ein zusätzlicher „wesentlicher“ Standort soll auf dem Kurt-Schumacher-Platz entstehen und den Vorstandsbereich drei beherbergen.

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